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Film der Woche

Kick-Ass

Ein ganz normaler Teenager träumt von einer Karriere als Superheld. Dumm nur, dass ihm dazu die nötigen Superkräfte fehlen. Die etwas andere Comic-Verfilmung Kick-Ass verknüpft eine unschuldige Coming-of-Age-Story mit dem Plot eines typischen Marvel-Abenteuers und einer knallbunten Pulp-Ästhetik.

"Kick-Ass" in unserem CineChannel

Er wäre so gern wie Peter Parker. Doch Dave (Aaron Johnson) wurde nicht von einer Spinne gebissen und auch sonst fällt der Teenager nicht unbedingt durch außergewöhnliche Fähigkeiten auf. Das Einzige, was ihn von seinen Altersgenossen unterscheidet, ist seine stets etwas zu große, weil ungesunde Leidenschaft für Comics und Superhelden.

So bestellt sich Dave im Internet mal eben einen quietschgrünen Taucheranzug, der ihm als Superhelden-Kostümierung dienen soll. Bei seinem ersten Einsatz als Gerechtigkeits-Fanatiker "Kick-Ass" bekommen dann allerdings nicht die Bad Guys sondern er eine schmerzhafte Lektion verpasst. Von solchen Rückschlägen lässt sich Dave nicht entmutigen, zumal er hofft, mit seinem "Kick-Ass"-Auftritt das Herz der schönen Katie (Lyndsy Fonseca) erobern zu können.

Während Dave noch gegen die Widrigkeiten des eigenen Möchtegern-Superhelden-Daseins tapfer ankämpft, findet sich dort draußen tatsächlich ein wagemutiges Duo, das die Jagd auf echte Verbrecher längst aufgenommen hat. Damon (Nicolas Cage) und Mindy Macready (Chloe Grace Moretz) sind nicht nur Vater und Tochter, sie sind auch "Big Daddy" und "Hit Girl". In Gestalt dieser zwei Superhelden und mit einem mehr als großzügigen Waffenarsenal in der Hinterhand wollen sie dem gefürchteten Drogenbaron Frank D’Amico (Mark Strong) endlich das Handwerk legen.

Die besten Szenen aus "Kick-Ass" in unserer Bildergalerie

Dessen Sprössling (Christopher Mintz-Plasse) buhlt indes mit seiner zweiten Identität als Oberschurke "Red Mist" um Daddys Aufmerksamkeit und Anerkennung. Was aufgrund seines eher jungen Personals zunächst wie ein eher harmloses Fun-Adventure für Kinder und Teenies anmutet, entwickelt sich schlussendlich zu einem harten, äußerst blutigen Action-Schlagabtausch, bei dem Regisseur Matthew Vaughn ("Layer Cake") mit stylischen Zeitlupen, spektakulären Kamera-Shots und einer Menge Spezialeffekten ordentlich Krawall veranstaltet.

Schon die Comics von Mark Millar, die hier als Vorlage dienten, hoben sich durch ihre explizite Gewaltdarstellung von vergleichbaren, zumeist familienkompatiblen Geschichten ab. Und auch Vaughn langt für eine FSK-16-Freigabe mächtig hin. "Kill Bill" & Co. lassen grüßen, wenn "Hit Girl" gleich mit einer ganzen Armee finsterer Gesellen aufräumt. Blut, Schusswunden und aufgeschlitzte Körperteile bilden den stilvollen Rahmen dieser jederzeit hochästhetischen Pulp-Fantasie.

Der Verweis auf die Filme Quentin Tarantinos liegt desöfteren so nahe, dass man den Namen des kinoverrückten Autodidakten im Grunde überhaupt nicht erwähnen müsste. Vaughn schmuggelt ebenso gekonnt ein schickes Comic-Intermezzo ein, das zugleich auch als Hommage an Millars Vorlage verstanden werden darf. Ein weiteres Highlight dieses von der ersten Minute an schwer unterhaltsamem Superhelden-Spektakels findet sich auf der Tonspur. Das Komponisten-Trio Henry Jackman, Marius de Vries und Ilan Eshkeri verpasste den bunten Shoot-Outs nicht nur einen energetischen, mitreißenden Beat, unter dem Einsatz ihrer Musikstücke kommt das präzise Timing von Vaughns elaborierter Action-Choreographie erst richtig zur Geltung.

Der Brite inszeniert mit soviel Verve und Tempo wie es seinem Landsmann Guy Ritchie selbst zu besten "Bube, Dame, König, GrAs"-Zeiten nicht vergönnt war. Die Qualitäten von "Kick-Ass" beschränken sich dabei nicht auf Vaughns Regiekünste, auch die Darsteller fühlen sich in ihren Comic-typischen Rollen sichtlich wohl. Allen voran das Duo Nicolas Cage und Chloe Grace Moretz bieten eine überragende Show. Mit ihren gerade erst zwölf Jahren fegt die "Hit Girl"-Darstellerin bereits wie ein Orkan über die Leinwand.

Sie und nicht etwa Aaron Johnsons sympathisch-vertrottelter "Kick-Ass" ist in Wahrheit der Star des Films. Cage wiederum spielt wunderbar selbstironisch mit seinem Image als liebenswert wahnsinniger Egozentriker. Gegen die unbändige Kraft dieses Vater-Tochter-Gespanns kommt der übrige Cast nicht wirklich an. Sogar "McLovin"-Darsteller Christopher Mintz-Plasse wird von der kleinen Moretz an die Wand gespielt.

In seiner Dramaturgie ähnelt "Kick-Ass" den meisten Superhelden-Geschichten. Der Plot ist zweckdienlich, mehr aber auch nicht. Während Dave in seine zunächst unterschätzte Rolle hineinwachsen muss, baut sich gleichzeitig am Horizont bereits der obligatorische Showdown zwischen Gut und Böse auf. Die durchaus zotigen Späße funktionieren und lassen Vaughns Comic-Adaption als Hybrid aus Nerd-Klamotte und Marvel-Abenteuer reüssieren. Natürlich ist das Ganze auch ein Meta-Superheldenfilm, der mit Bezügen und Verweisen nicht geizt und sich dabei schon jetzt seiner Position im Kanon dieses genuin amerikanischen Genres sicher sein kann.

Action/Komödie, USA 2010
Regie: Matthew Vaughn
Darsteller: Nicolas Cage, Aaron Johnson, Mark Strong
117 Minuten
Ab 16 Jahren

"Kick-Ass" in unserem CineChannel
Offizielle Homepage
"Kick-Ass" in den Kölner Kinos

 

Über den Autor

"Marcus Wessel lebt und arbeitet als freier Journalist in Köln. Seine große Leidenschaft gilt dem Kino, wobei er eine strikte Einteilung in Blockbuster und Arthaus ablehnt. Für ihn gibt es nur gute und schlechte Filme.
http://marcus-filmseite.blogspot.com/

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