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Film der Woche

Iron Man 2

Vor zwei Jahren schlug die Adaption des Marvel-Comics „Iron Man“ an den Kinokassen ein wie die sprichwörtliche Bombe. Eine Fortsetzung war daher abzusehen. Und das Warten hat sich durchaus gelohnt. Einmal mehr überzeugt das Franchise mit starken Effekten, der Liebe zu seinen Figuren und einem furios aufspielenden Robert Downey jr..

"Iron Man 2" in unserem CineChannel

Wir erinnern uns: „Iron Man“ war das zunächst aus der Not geborene, selbstkonstruierte Alter Ego des schillernden Multimilliardärs und Unternehmers Tony Stark (Downey jr.). Ein High-Tech-Schutzanzug mit beinahe eigener Persönlichkeit und Seele. Iron Man war immer dort zur Stelle, wo die Schwachen bedroht und der Frieden in Gefahr war.

Sein Eingreifen in den unterschiedlichen Krisenherden hatte zur Folge, dass der Menschheitstraum einer Welt ohne Krieg und militärische Gewalt plötzlich zum Greifen nah schien. Tony Stark bescherte die Enthüllung seines abenteuerlichen Doppellebens wiederum einen weiteren Popularitätsschub. Auf der von ihm ins Leben gerufenen „Stark Expo“ – einer riesigen, Freizeitpark-ähnlichen Party-Attraktion auf dem Gelände der alten Weltausstellung in New York – lässt er sich wie ein Popstar feiern.

Die Realität ist indes eine andere. Der amerikanischen Regierung widerstrebt es, die Iron Man-Technologie in den Händen einer Privatperson wie Tony Stark zu sehen. Sie drängt darauf, die Kontrolle über das System zu erlangen. Dazu schickt sie Tonys Gegenspieler, den nicht minder exaltierten Waffenunternehmer Justin Hammer (Sam Rockwell), in eine wichtige Anhörung des Senats.

Unterdessen verschlechtert sich Tonys Gesundheitszustand immer weiter. Der in seiner Brust implantierte Elektrotransmitter, der ihn eigentlich am Leben erhalten soll, vergiftet Stück für Stück jede Zelle seines Körpers. Selbst Pepper Potts (Gwyneth Paltrow), Tonys getreue Assistentin, ahnt nicht, wie schlecht es um ihrem Chef in Wahrheit bestellt ist.

Kein Film über Superhelden kommt ohne einen Schurken, ohne die dunkle Seite aus. So auch nicht „Iron Man 2“. Während Sam Rockwells Justin Hammer für die Feinarbeit in Nadelstreifen zuständig ist – ihm geht es um Macht, Geld und die öffentliche Demontage seines Widersachers – treibt den russischen Wissenschaftler Ivan Vanko (Mickey Rourke) ein anderes, ebenfalls zutiefst menschliches Motiv an: Rache. Vanko will Stark für den Tod seines Vaters zur Rechenschaft ziehen. Dafür kommt ihm jedes Mittel gelegen.

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Zugegeben: „Iron Man 2“ kommt zunächst etwas schwer in die Gänge. Die nicht gerade spannende Anhörung vor dem Senatsausschuss, Tonys Las-Vegas-reifer Auftritt auf der Eröffnungsfeier der „Stark Expo“, all das reißt einen kaum zu Begeisterungsstürmen hin. Dann aber, wenn Tonys schmerzhaftes Geheimnis, seine Krankheit, und die Konfrontation mit dem ungleichen Duo Hammer/Vanko in den Mittelpunkt rückt, nimmt der Film mächtig an Fahrt und Intensität auf.

Vor allem die beinahe schizophrene Diskrepanz zwischen dem nach außen stets gut gelaunten Partylöwen und dem eigentlich ängstlichen, einsamen Menschen Tony Stark, der sich noch nicht einmal seiner engsten Weggefährtin anvertrauen kann, erzwingt eine im Action-Fach nur selten anzutreffende emotionale Tiefe. Christopher Nolans „Batman“-Relaunch gelang ein ähnliches Kunststück, wobei „Iron Man 2“-Regisseur Jon Favreau weniger an Düsternis und philosophischer Schwere als an tempo- und zitatereichem Blockbuster-Kino gelegen zu sein scheint.

So sprüht sein Film förmlich vor soziokulturellen Anspielungen. Da huscht Oracle-Chef Larry Ellison, dem man eine ähnlich extrovertierte Persönlichkeit wie Tony Stark nachsagt, kurz durchs Bild und ein an die Ikonographie Barack Obamas angelehntes Iron Man-Portrait schmückt Tonys High-Tech-Werkstatt. Diese Liebe zu Details setzt sich bis in die bisweilen durchaus widersprüchliche Figurenzeichnung fort.

So ist Tonys Gegenspieler Ivan Vanko alias „Whiplash“ kein blinder Fanatiker. Er weiß ganz genau, was er tun muss, um sein Ziel zu erreichen. Für Mickey Rourke bot sich wie schon in „The Wrestler“ die Gelegenheit, hinter der harten, muskelbepackten Fassade einer zutiefst verletzten Seele nachzuspüren.

„Iron Man 2“ funktioniert wie schon der Vorgänger als coole, effektbeladene Superhelden-Show, die ohne Robert Downey jr. jedoch kaum derart überzeugend und unterhaltsam ausfallen würde. Allenfalls Sam Rockwell kann ihm auf dieser Bühne noch Paroli bieten. Downey jr. ist Tony Stark so weit man das über einen Schauspieler und seine Rolle überhaupt sagen kann.

Obgleich die Dr. Jekyll und Mr. Hyde-Anlage der Figur speziell im Genre des Superhelden-Kinos keine wirkliche Innovation darstellt – man denke nur an das Doppelleben von Bruce Wayne/Batman –, holt Downey jr. aus ihr das Maximum heraus. Die Fallstricke in der faszinierenden Persönlichkeit des Tony Stark sind die unsichtbaren Fäden, an denen Favreaus Film letztlich hängt. Dieser Mann ist uns nicht egal und so wir wollen dann auch wissen, wie es mit ihm weiter geht. Welch größeres Kompliment ließe sich über einen Film und seinen Helden aussprechen?

Action/Science Fiction, USA 2010
Regie: John Favreau
Darsteller: Robert Downey Jr., Gwyneth Paltrow, Scarlett Johansson
125 Min.
Ab 12 Jahren

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"Iron Man 2" in den Kölner Kinos

 

Über den Autor

"Marcus Wessel lebt und arbeitet als freier Journalist in Köln. Seine große Leidenschaft gilt dem Kino, wobei er eine strikte Einteilung in Blockbuster und Arthaus ablehnt. Für ihn gibt es nur gute und schlechte Filme.
http://marcus-filmseite.blogspot.com/

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