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Film der Woche

Hangover 2

Von Marcus Wessel

Das Wolfsrudel ist zurück und mit ihm eine erneut aberwitzige und ziemlich pubertäre Puzzlejagd nach einem ausufernden Junggesellenabschied samt Totalabsturz. Der Nachfolger zum Überraschungshit des Jahres 2009 verzichtet auf jegliche Experimente und setzt dafür lieber auf die erprobte Mixtur aus zotigen Späßen und überdrehter Comedy.

Vier Freunde wollen in Vegas noch mal so richtig die Sau raus lassen, bevor einer von ihnen in den vermeintlich spaßbefreiten Hafen der Ehe einläuft. Mit diesem einen Satz war die Ausgangslage von „Hangover“ umschrieben. Aus dem mehr oder weniger unorganisierten Junggesellenabschied entwickelte sich ein exzessiver Partytrip, bei dem am Ende keiner der Beteiligten mehr so genau wusste, was in der besagten Nacht tatsächlich geschah. Das Verschwinden des Bräutigams und ein lebendiger Tiger im Badezimmer deuteten jedoch auf eine Verkettung höchst ungewöhnlicher Umstände. Die anschließende Suche führte die Freunde nicht nur einmal quer durch Las Vegas, das Trio bekam es auch mit einem überdrehten asiatischen Kidnapper und Mike Tyson himself zu tun.

Der Erfolg der von Todd Phillips erdachten Party-Komödie, die allein in den USA über 270 Mio. USD einspielte, überraschte jeden in Hollywood. Schließlich hatte die Produktion weder einen absoluten Star noch eine bahnbrechende Story anzubieten. Mit einem eher bescheidenen Budget avancierte der Film gleichwohl zu einem der profitabelsten Originalstoffe der vergangenen Jahre. Für die Fortsetzung verlagerte man den Schauplatz von Vegas kurzerhand in die thailändische Hauptstadt Bangkok. In dem Urlaubsparadies will Zahnarzt Stu (Ed Helms) seine große Liebe Lauren (Jamie Chung) heiraten nachdem der erste Anlauf zur Traumhochzeit einst grandios scheiterte. Am Vorabend der Trauung lässt er sich von seinen Freunden Phil (Bradley Cooper) und Alan (Zach Galifianakis) zu einem Drink überreden. Als alle Drei am nächsten Morgen wieder zu Bewusstsein kommen, befinden sie sich in einem schmuddeligen Hotelzimmer irgendwo in Bangkok.

Der Kater danach ist auch in Teil 2 nur der Auftakt zu einer aberwitzigen, pubertären und meist recht unterhaltsamen Schnitzeljagd. Dieses Mal ist zwar der Bräutigam nicht verschwunden, dafür fehlt plötzlich vom minderjährigen Bruder der Braut jede Spur. Dass einer seiner Finger in der schmuddeligen Absteige gefunden wird, lässt jedoch Schlimmes befürchten. Stu, Phil und Chaosmatiker Alan läuft die Zeit davon, wollen sie noch rechtzeitig und vor allem vollzählig zur Hochzeitsgesellschaft zurückkehren.

Die besten Szenen aus "Hangover 2 " in unserem CineChannel

Bei ihrer Suche nach Stus Schwager-in-spe bringen sich die Mitglieder des Wolfsrudels regelmäßig in arge Bedrängnis. Die quirlige 12-Millionen-Metropole Bangkok erscheint für einen Film wie „Hangover“ auch wie geschaffen. Zwischen Karaokebars, Striplokalen und anderen zwielichtigen Etablissements besteht genügend Spielraum für Gags, die mit voller Absicht unter die Gürtellinie zielen und dabei den guten Geschmack konsequent ausblenden. Phillips Humor ähnelt dabei stark dem der Farrelly-Brüder. Er ist nicht selten ziemlich vulgär, einfach und doch immer voller Herz für seine Charaktere. So lachen wir nicht nur über das Schlamassel, in das die Jungs einmal mehr nicht ganz unverschuldet hineingeraten sind – wie es genau dazu kam, wird später aufgedeckt –, wir lachen auch mit und über sie – letzteres jedoch nie abschätzig oder gar überheblich. Auch wenn vor allem Stu und Alan zeitweilig eher an Karikaturen erinnern, kann man Phillips nie eine fast väterliche Liebe und Fürsorge für seine „Kinder“ absprechen.

Der Erfolg des ersten Teils lässt sich vermutlich nicht ohne die passgenaue Besetzung jeder einzelnen Rolle erklären. Sowohl Ed Helms als biederer Nobody Stu als auch Bradley Cooper sind aus diesem herrlich infantilen Chaos nicht mehr wegzudenken. Hinzu gesellt sich ein wieder einmal jenseits von Gut und Böse aufspielender Zach Galifianakis, dem das Kunststück gelingt, dass man selbst das verwöhnte, reiche Nerd-Söhnchen Alan in sein Herz schließt. Er ist auch in der Fortsetzung das eigentliche Humorzentrum der etwas zu sehr nach dem „Copy & Paste“-Prinzip aufgebauten Geschichte. Denn im Grunde variiert „Hangover 2“ das Konzept seines erfolgreichen Vorgängers nur an einem anderen, exotischeren Schauplatz. Statt eines Babys gibt es nun ein nicht minder putziges Äffchen, das sich als ebenso verlässlicher Gaglieferant erweist.

Das Bangkok im Film ist zudem ein einziges Klischee (wie schon das Las Vegas aus Teil 1). Es ist die Sicht eines Westlers, der nur das sieht, was er sehen will und was in sein Bild dieser so lebendigen Metropole passt. Da dürfen die berühmten Ladyboys ebenso wenig fehlen wie Mönche mit rigidem Schweigegelübde und eine Runde Thaiboxen. Und wie der erste Teil hebt sich auch dieser „Hangover“ die besten Gags für den Abspann auf. Also unbedingt sitzenbleiben!

"Hangover 2" in den Kölner Kinos

Die besten Szenen aus "Hangover 2" in unserem CineChannel

Offizielle Website zum Film

 

Über den Autor

"Marcus Wessel lebt und arbeitet als freier Journalist in Köln. Seine große Leidenschaft gilt dem Kino, wobei er eine strikte Einteilung in Blockbuster und Arthaus ablehnt. Für ihn gibt es nur gute und schlechte Filme.
http://marcus-filmseite.blogspot.com/

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