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Film der Woche

Green Lantern

Von Marcus Wessel

Ryan Reynolds ist die Green Lantern – die grüne Laterne. Der intergalaktische Superheld aus dem Hause DC Comics stand lange Zeit im Schatten seiner berühmten Verwandtschaft. Ob nun ausgerechnet diese doch ziemlich holprige und blutleere Verfilmung neue Fans rekrutieren kann, scheint mehr als fraglich.

Die besten Szenen aus Green Lantern in unserem Cinechannel 

In dem einen Moment scheint dein Leben noch halbwegs normal, logisch und überschaubar und schon im nächsten Augenblick blickst du auf die Welt und alle Dinge, wie du noch nie zuvor auf sie geblickt hast. So in etwa geht es dem smarten Testpiloten Hal Jordan (Ryan Reynolds). Der Sunnyboy gelangt – so wird uns später immer wieder eingeflüstert – mehr durch die Macht des Schicksals denn durch reinen Zufall in den Besitz eines mysteriösen Rings und einer dazu passenden grünen Laterne. Beides zusammen macht aus ihm nicht nur einen Superhelden, plötzlich befindet sich Hal auch mittendrin in einem geradezu kosmischen Konflikt. Er steht vor der Aufnahme in das stolze Green Lantern Corps, das darauf vereidigt wurde, den Befehlen des weisen Wächterrates zu gehorchen und dabei den von ihnen geschaffenen Frieden im Universum gegen jeden Feind zu verteidigen.

Allerdings zweifelt Hal zunächst ernsthaft daran, dass er für diese gewaltige Aufgabe die notwendige Qualifikation mitbringt. Auch seine Mitstreiter im Corps wie dessen mutiger Anführer Sinestro (Mark Strong) misstrauen dem ersten Menschen in ihren Reihen. Gleichzeitig nähert sich dem Wächterplaneten Oa eine mächtige Gefahr. Parallax, ein vor langer Zeit verstoßener Wächter, der anders als die Green Lantern nicht aus seinem Willen sondern aus der Angst seiner Gegner Kraft und Energie bezieht, droht die sorgsam hergestellte Balance im Universum zu zerstören. Die Zeit wird knapp – für Hal, die Menschheit und – frei nach Douglas Adams – den ganzen Rest.

Bildergalerie von "Green Lantern"

Es sind die bekannten, gerade in Comics so populären Themen wie die Suche nach der eigenen Persönlichkeit, die das Fundament von „Green Lantern“ bilden. Dabei wissen wir spätestens seit „Spider-Man“, dass aus großer Kraft große Verantwortung erwächst. Dieses Zitat lässt sich auch hier aus keiner Szene wegdenken. Anfangs kommt es für Hal vor allem darauf an, seine gewaltigen Kräfte zu kontrollieren und sinnvoll einzusetzen. Selbstzweifel und Rückschläge pflastern diesen mühsamen Weg, an dessen Ende natürlich nur der Sieg des Guten über das Böse stehen kann. Allein Nolans „Batman“-Reboot traute sich, den scheinbaren Triumph mit einer gewissen Bitterkeit und Leere zu vermischen.

Insgesamt zeichnet sich diese jüngste Comicverfilmung gerade durch ihre Berechenbarkeit aus. Regisseur Martin Campbell fand offenbar keinen richtigen Zugang zu dem Stoff, der sich mit seinem ungewöhnlichen Science-Fiction-Topos durchaus von den meisten anderen Superheldenfilmen abhebt. Die größtenteils computergenerierten Sets versprühen ebenso wie die ziemlich schwachen Effekte eher den Charme einer biederen Dorfkirmes. Dazu kommt, dass sich die Schauspieler durch eine zumindest merkwürdige Story kämpfen müssen, bei der Elemente des Science-Fiction-Genres bunt mit Superhelden-Motiven und einer naiven Besiege-Deine-Angst-Botschaft (es grüßt Nolans „Batman Begins“) gekreuzt wurden. In der überhasteten Form, wie der Film zwischen Erde, All und dem Wächterplaneten Oa hin- und herwechselt geht jedes Gefühl für diese Welt verloren. Wenn Hal in einem Moment noch als grüne Fackel die Galaxis bereist und schon in der nächsten Sekunde vollkommen unbeeindruckt durch die Tür seines Appartements schlendert, scheint es, als seien hier zwei Filme miteinander verheiratet worden, die außer ihrem Hauptdarsteller rein gar nichts verbindet.

So wenig die einzelnen Teile der in ihren Dialogen nicht selten naiven Geschichte zueinander passen, so wenig kann Hollywood-Beau Ryan Reynolds die ihm zugedachte Rolle des charismatischen Superhelden ausfüllen. Was ist nur aus dem Mann geworden, der uns zuletzt in „Buried“ mit seinem mitreißenden Spiel zum Mitfiebern und Mitleiden brachte? Hier ist er ein Langweiler im grünen Strampelanzug, den man allenfalls um sein blondes Love Interest (Blake Lively) beneidet. Einen gewissen Camp-Faktor steuert hingegen Peter Sarsgaard als nerdiger Wissenschafter und böse Elefantenmann-Kopie bei. Seine Auftritte sind immer etwas neben der Spur, weshalb man sich gerne an sie erinnert.

Die Anfänge der „Green Lantern“-Reihe reichen bis in die 1940er Jahre zurück. Hal Jordan, der Held des ersten Kinoabenteuers und der bis heute populärste Green Lantern, ist ebenfalls schon – mit gewissen Unterbrechungen – über fünfzig Jahre im Dienst. Angesichts einer solchen „Lebenserfahrung“ verwundert es schon, dass den Autoren so rein gar nichts eingefallen ist, um dem Kinopublikum diesen Helden des DC-Universums näher zu bringen. Statt einer packenden Geschichte gibt es überflüssiges 3D und eine nur leidlich unterhaltsame Jar-Jar-Binks-Kopie.

Die besten Szenen aus "Green Lantern" in unserem CineChannel
"Green Lantern" in den Kölner Kinos und "Green Lantern" in 3D
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Über den Autor

"Marcus Wessel lebt und arbeitet als freier Journalist in Köln. Seine große Leidenschaft gilt dem Kino, wobei er eine strikte Einteilung in Blockbuster und Arthaus ablehnt. Für ihn gibt es nur gute und schlechte Filme.
http://marcus-filmseite.blogspot.com/

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