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Film der Woche

Gone

Jill wurde vor einem Jahr von einem Serienmörder entführt und konnte nur knapp entkommen. Als ihre jüngere Schwester Molly eines Nachts spurlos verschwindet, ist Jill überzeugt, dass derselbe Verbrecher dahintersteckt. Die Polizei glaubt ihr nicht und geht davon aus, dass Jill geistig verwirrt ist. Deswegen geht Jill selbst auf die Jagd nach dem Killer.

Von Marcus Wessel

Amanda Seyfried („Mamma Mia!“, „Briefe an Julia“) ist Hollywoods neue Allzweckwaffe. Nun darf sich der Nachwuchsstar in einem vermeintlich an Hitchcock angelehnten Suspense-Thriller versuchen. Dass dessen Konzept nicht wirklich aufgeht, liegt aber nicht ausschließlich an seiner vielbeschäftigten Hauptdarstellerin.

Jedes Jahr werden allein in Deutschland mehrere Tausend Menschen vermisst. Die meisten von ihnen tauchen jedoch spätestens nach ein oder zwei Tagen wieder auf. Oftmals sind die Erklärungen für ihr Verschwinden ziemlich banal. Nur selten steckt hinter diesem ein Verbrechen und noch seltener bleibt auch nach Wochen oder Monaten jedes Lebenszeichen aus. „Gone“ nimmt das plötzliche Verschwinden eines geliebten Menschen zum Ausgangspunkt seiner Geschichte. Dabei beschränkt sich der Film auf eine enge Zeitspanne von 24 Stunden, in denen die Handlung ganz nach den Regeln des Thriller-Genres als Wettlauf gegen die Zeit inszeniert wird.

Bildergalerie: Gone 

Für Jill Parrish (Amanda Seyfried) ist es ein Schock, als sie nach ihrer Nachschicht nach Hause kommt und ihre Schwester Molly (Emily Wickersham) spurlos verschwunden scheint. Sofort glaubt Jill an ein Verbrechen. Molly muss entführt worden sein. Diese Vermutung hängt auch mit ihrem eigenen Schicksal zusammen und dem, was sie selbst ein Jahr zuvor erleiden musste. Damals war sie es, die einem offenbar psychisch gestörten Täter in die Hände fiel. Nur in letzter Sekunde konnte sie dem bis heute nicht gefassten Serienmörder entkommen. Allein die örtliche Polizei will Jills Sorge um ihre Schwester nicht so ganz teilen und so bleibt ihr nichts anderes übrig, als den Killer auf eigene Faust zu jagen.

Zunächst macht „Gone“ vieles richtig. Rasch etabliert er sein simples, aber durchaus effektives Suspense-Szenario. Die Stimmung ist düster, die Gefahr unsichtbar und gerade deshalb wirken viele Einstellungen recht bedrohlich. Als Zuschauer verfolgen wir die Geschehnisse zudem konsequent aus Jills Sicht, womit sich auch schnell ein gewisser „Mitfieberfaktor“ einstellt. Gleichzeitig scheinen Zweifel angebracht, ob wir Jill und ihrer Sicht der Dinge wirklich trauen können. Die Hinweise auf eine Entführung bleiben lange Zeit bewusst vage und mehrdeutig. Es ist ein doppeltes Spiel, das „Gone“ hier spielt. Ein einzelner Plottwist, so suggeriert uns die Betonung der Indizien, könnte die Handlung jederzeit auf den Kopf stellen.

Die besten Szenen aus "Gone" in unserem CineChannel 

Tatsächlich entscheidet sich Autor Allison Burnett für eine andere Variante, die an dieser Stelle nicht verraten werden soll. Gleichwohl lässt sich sagen, dass der Film mit zunehmender Laufzeit rapide abbaut. Zum einen nimmt das Verhalten der Hauptfigur bisweilen groteske Züge an – „Gone“ liefert gerade zum Ende hin unfreiwillige Vorlagen für eine bissige Parodie –, zum anderen ähnelt die Auflösung dem viel zitierten Schlag ins Wasser. Mit dem von Burnett erdachten Finale scheint selbst beim zuvor durchaus engagiert mitratenden Zuschauer eine gewisse Enttäuschung vorprogrammiert. Dazu passend wirkt Amanda Seyfried bald so, als habe sie die Lust am Suchspiel verloren. Zumindest lassen sich in ihrer Darstellung Anzeichen von Langeweile und Desinteresse erkennen.

"Gone" in den Kölner Kinos

Aus seiner durchaus spannungsreichen Ausgangslage schlägt der Film letztlich viel zu wenig Kapital. Sogar der anfangs treibende Rhythmus geht irgendwann in den Irrungen der zunehmend konfusen Story verloren. Dabei böte schon allein das knappe Zeitfenster genügend Spielraum für intensive Thrillerkost. Die vom Marketing des Verleihs behaupteten Parallelen zu den Supsense-Klassikern eines Alfred Hitchcock sind indes nur absurd. Mit „Vertigo“ und „Das Fenster zum Hof“ teilt sich „Gone“ bestenfalls ein Genre. Damit enden aber bereits die Gemeinsamkeiten. Vielleicht sollte man beim nächsten Versuch die Latte einfach nicht so hoch ansetzen. „Gone“ läuft an dieser nämlich glatt vorbei.

Die besten Szenen aus "Gone" in unserem CineChannel
Bildergalerie: Gone
"Gone" in den Kölner Kinos
Die offizielle Homepage zum Film

Über den Autor

Marcus Wessel lebt und arbeitet als freier Journalist in Köln. Seine große Leidenschaft gilt dem Kino, wobei er eine strikte Einteilung in Blockbuster und Arthaus ablehnt. Für ihn gibt es nur gute und schlechte Filme.
http://marcus-filmseite.blogspot.com/

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