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Film der Woche

G. I. Joe: Die Abrechnung

Von Marcus Wessel

Wie man aus Spielzeugfiguren einen Blockbuster bastelt, hat Hollywood mit den "Transformers" bereits bewiesen. In "G.I. Joe: Die Abrechnung" vertraut man einer ganz ähnlichen Mischung aus rasanter Action, aufwändigen Special Effects und bekannten Stars. Ob dieses Kalkül am Ende aufgeht?

Vor gut drei Jahren startete der erste Film des "G.I. Joe"-Franchise in den Kinos –hierzulande im Gegensatz zu den USA mit eher überschaubarem Erfolg. Offenbar sind wir Deutsche von militaristisch angehauchter Action nicht so leicht zu überzeugen. Schon die drei "Transfomers"-Blockbuster brachen bei uns keine Rekorde, und das obwohl eigentlich fast jeder Junge im Alter zwischen drei und 30 die Figuren kennen dürfte. Aber Hollywood produziert bekanntlich für den Weltmarkt und da bekommen jene Geschichten grünes Licht, die sich global am besten verkaufen.

Spielzeughersteller Hasbro darf sich folglich über eine Kino-Fortsetzung seiner beliebten Actionfiguren-Reihe freuen. Wieder sind große Namen mit dabei – allen voran Dwayne "The Rock" Johnson und Channing Tatum –, die sich in noch größeren Actionsets für Militärfetischisten austoben. Die Story ist derweil schnell umrissen und ohnehin mehr ein Vorwand für Product Placement und hübsche Special Effects (letztere natürlich in 3D). Wieder bekommen es unsere "Joes" mit der finsteren Geheimorganisation "Cobra" und ihrem Anführer Zartan (Arnold Vosloo) zu tun. Diesem ist es gelungen, den US-Präsidenten (Jonathan Pryce) durch einen Doppelgänger zu ersetzen, der die Truppe der "G.I. Joes" für immer aus dem Weg räumen möchte.

Die besten Szenen aus "G.I.Joe: Die Abrechnung" in unserem CineChannel 

Dabei geht "Cobra" wenig zimperlich vor. Bei einem Anschlag auf die Basis der Eliteeinheit werden die meisten Kämpfer getötet. Unter dem Kommando ihres neuen Anführers Roadblock (Dwayne Johnson) versuchen die Joes, die Verschwörung aufzudecken und "Cobra" sein schmutziges Handwerk zu legen. Hilfe und Unterstützung kommt hierbei vom alten Haudegen General Joe Colton (Bruce Willis), der die Kampftruppe einst gründete und nach sich benannte.

 

Mit seinem Cast schielt auch dieser "G. I. Joe" auf ein möglichst breites Publikum. Von Channing Tatum, über Newcomer Adrianne Palicki bis hin zu Dwayne Johnson, Koreas Super-Star Lee Byung-hun und schließlich Veteran Bruce Willis werden unterschiedliche Geschmäcker und Altersklassen angesprochen. Das bei solchen Action-Blockbustern meist junge, männliche Publikum reicht Hollywood schon lange nicht mehr. Die Freundin soll mit der Aussicht auf gut gebaute Männerkörper gleich mit ins Kino gelockt werden und am besten nimmt sie ihren Papa, der seit Ewigkeiten Bruce-Willis-Fan ist, gleich mit. Es ist eine recht durchsichtige Formel, deren Erfolg zumindest zweifelhaft ist. Denn nur über seine Star-Power funktioniert heute kaum ein Film mehr.

Nicht zuletzt deshalb legt sich Regisseur Jon Chu mächtig ins Zeug, um das gewünschte Actionfeuerwerk zu garantieren. Viele Sequenzen wirken jedoch recht generisch, allzu abgeklärt und in ihrer Abfolge wenig überraschend. Da nützt selbst der beste 3D-Effekt wenig. Es wird viel geschossen, noch mehr in die Luft gesprengt und in seine Einzelteile zerlegt. Insbesondere Dwayne Johnson umkreist die Kamera währenddessen immer wieder wie einen Halbgott, der seinen muskulösen Körper aus allen Blickwinkeln präsentieren darf. Inmitten von Mittelmaß sticht aber doch noch ein Action-Set heraus. Die rasante Kletterpartie im chinesischen Hochgebirge, vor der Kulisse eines alten Klosters, sorgt trotz massivem CGI-Einsatz für Nervenkitzel und Rauschgefühle. Wie Hochleistungssportler bewegen sich die Duellanten über Felsvorsprünge und Schluchten hinweg.

Hier zeigt sich Chus Erfahrung in einem ganz anderen Genre. Mit "Step Up to the Streets" und dem Nachfolger "Step Up 3D" wurde er als Choreograph von athletischen Tanzfilmen in Hollywood bekannt. Zuletzt setzte er Teenie-Star Justin Bieber in dessen Konzertfilm "Never say never" ins rechte Licht. Sein Gespür für Ästhetik, für Eleganz und Dynamik bleibt in "G. I. Joe: Die Abrechnung" allerdings mehr eine Randnotiz, die zwischen lauten Shoot-outs und Explosionen viel zu selten wahrnehmbar ist.

Die offizielle Hompage zum Film
Die besten Szenen aus
"G.I.Joe: Die Abrechnung" in unserem CineChannel
"G.I.Joe: Die Abrechnung" in den Kölner Kinos
Bildergalerie:
"G.I.Joe: Die Abrechnung"

Über den Autor

Marcus Wessel lebt und arbeitet als freier Journalist in Köln. Seine große Leidenschaft gilt dem Kino, wobei er eine strikte Einteilung in Blockbuster und Arthaus ablehnt. Für ihn gibt es nur gute und schlechte Filme.

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