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Film der Woche

Für immer Shrek

Von Marcus Wessel

Bereits zum vierten und vorerst letzten Mal tritt ein gemütlicher Oger namens Shrek zu einem zitatereichen Abenteuer im Königreich Weit Weit Weg an. Nach dem eher enttäuschenden Vorgänger gelingt Dreamworks mit „Für immer Shrek“ immerhin ein respektabler Familienfilm, der unnötigerweise in 3D vermarktet wird.

Bildergalerie: "Für immer Shrek"
"Für immer Shrek" in den Kölner Kinos

Alles hat einmal ein Ende – auch ein so erfolgreiches Franchise wie die „Shrek“-Reihe. Für Dreamworks war der tapsig-gemütliche Oger mit dem großen Herzen ein echter Glücksgriff. Teil 1 und 2 stellten in vielen Ländern neue Einspielrekorde für einen Animationsfilm auf. Die in zahllose popkulturelle Anspielungen verpackte Geschichte um Shreks Abenteuer im Königreich Weit Weit Weg, sein Kampf gegen den hinterlistigen Lord Farquaad und die schrecklich putzige Romanze mit der wunderschönen Prinzessin Fiona unterhielten Zuschauer jedes Alters. Mit der dritten Runde stieß die Figur und mit ihr die Reihe jedoch erkennbar an ihre Grenzen, so dass sich Dreamworks’ Kreativteam für den finalen vierten Teil „Für immer Shrek“ einen erzählerischen Kniff einfallen ließen.

Die besten Szenen aus "Für immer Shrek" in unserem CineChannel

So hat unser Held von einem Leben als Familienvater und lebende Touristenattraktion – salopp formuliert – ziemlich die Nase voll. Was man als Midlife-Crisis bezeichnen könnte, als der tägliche Stress und die Routine eines Vollzeitpapas, treibt ihn in die Arme des gerissenen Rumpelstilzchens. Dieses schlägt Shrek einen folgeschweren Pakt vor, bei dem der gutherzige Oger dummerweise vergisst, das Kleingedruckte im Vertrag zu lesen. Für seinen sehnlichsten Wunsch, wenigstens einen Tag sein altes Leben als gefürchteter Oger zurückzubekommen, bezahlt er einen hohen Preis. Ohne es zu wissen überträgt er Rumpelstilzchen im Gegenzug den Tag seiner Geburt, was die Welt und das Leben im Märchenland vollkommen auf den Kopf stellt.

Plötzlich ist Rumpelstilzchen der Herrscher über das Königreich Weit Weit Weg, in dem Oger gejagt werden und auch sonst nichts mehr so ist, wie Shrek es gewohnt war. Sogar seine holde Fiona kennt ihn nicht mehr. Die Shrek-Gattin tritt in diesem seltsam verdrehten Paralleluniversum stattdessen als mutige Kampf-Amazone und Anführerin einer Oger-Widerstandstruppe auf. Unser Held kann es nicht glauben, welch Albtraum da über ihn und sein vermeintlich langweiliges Leben gekommen ist. Nur ein Kuss wahrer Liebe kann die Dinge jetzt wieder in Ordnung bringen. Leider ziert sich Fiona ein wenig.

Die Prämisse, mit der „Für immer Shrek“ spielt, ist alles andere als neu. Schon im Weihnachts-Klassiker „Ist das Leben nicht schön?“ sieht sich die Hauptfigur mit einer Welt im Kleinen konfrontiert, die sich ohne sie in eine ganz andere Richtung entwickelt hätte. Am Ende darf Jimmy Stewarts George in sein altes Leben zurückkehren – reumütig und glücklich über das, was ihm da (zurück-)geschenkt wurde. Ganz so leicht macht es das Dreamworks-Team seinem Goldjungen Shrek nicht, wobei dessen Widersacher nur bedingt bedrohlich erscheint. Das von Bernhard Hoecker gesprochene Rumpelstilzchen ist mehr eine cholerische Witzfigur, überdreht, exzentrisch und von einem bestenfalls kindlich-mephistophelischen Gemüt.

Immerhin sorgt der narrative Taschenspielertrick für einen halbwegs frischen Blick auf eine nach drei „Shrek“-Abenteuern recht vertraute Welt, deren Geschichte spätestens mit der Heirat von Shrek und Fiona eigentlich zu Ende erzählt war. Ein Wiedersehen mit alten Weggefährten wie dem im Original von Eddie Murphy gesprochenen Esel und dem gestiefelten Kater darf gleichwohl nicht fehlen, handelt es bei beiden doch um die heimlichen „Stars“ des Franchise. Ansonsten bleibt „Shrek“ seinem mehrfach erprobten Erfolgsrezept treu. Ironische Kommentare auf Hollywoods Traumfabrik wechseln sich mit anderen Anspielungen auf den Zeitgeist und die Popkultur ab. Nicht nur hier gilt ganz offenbar das Motto: Never change a winning Team!

Das ist einerseits verständlich, auf der anderen Seite wird man partout das Gefühl nicht los, dass das angekündigte Ende mindestens zwei Filme zu spät kommt. Die Innovation, mit der das vierte „Shrek“-Abenteuer vermarktet wird, ist bezeichnenderweise dann auch keine inhaltliche. Der 3D-Effekt soll es vielmehr richten – einmal mehr. Die Szenen, in denen die neue Technik sinnvoll eingesetzt wird, lassen sich allerdings an einer Hand abzählen. Während die dynamischen Kamerafahrten zu Beginn eine Einbindung des Zuschauers förmlich erzwingen wollen, verkommt die Dreidimensionalität im weiteren Verlauf zu einer kaum erwähnenswerten Randnotiz. Wer nach echten Innovationen im Animationsfach Ausschau halten will, muss seinen Blick wohl auch in Zukunft gen Pixar richten.

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Über den Autor

"Marcus Wessel lebt und arbeitet als freier Journalist in Köln. Seine große Leidenschaft gilt dem Kino, wobei er eine strikte Einteilung in Blockbuster und Arthaus ablehnt. Für ihn gibt es nur gute und schlechte Filme.
http://marcus-filmseite.blogspot.com/

 

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