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Film der Woche

Fluch der Karibik – Fremde Gezeiten

Von Marcus Wessel

Bereits zum vierten Mal segelt Johnny Depp als exzentrischer Captain Jack Sparrow über die Weltmeere. Der berühmteste Pirat der Filmgeschichte tritt dabei wie gewohnt von einem Fettnäpfchen ins nächste, was inzwischen leider lustiger klingt als es ist. Mit von der Partie sind dieses Mal auch einige neue Gesichter.

Es war irgendwie abzusehen, dass mit dem dritten Teil des für Disney derart einträglichen „Fluch der Karibik“-Franchise keinesfalls Schluss sein konnte. Sowohl die erwiesenen Box-Office-Qualitäten als auch die ungemein populäre Figur des exzentrischen, liebenswerten Freibeuters Jack Sparrow sprachen für eine weitere Fortsetzung, die nun unter teils anderer Flagge realisiert wurde.

Bildergalerie: Fluch der Karibik- Fremde Gezeiten

Für Gore Verbinski, dem Regisseur der ersten drei Filme, nahm Oscar-Preisträger Rob Marshall („Chicago“) auf dem Regiestuhl Platz. Vor der Kamera wurden wiederum Keira Knightley und Orlando Bloom gegen Penélope Cruz und Newcomer Sam Claflin ausgewechselt. Unter diesen leicht geänderten Vorzeichen sticht Captain Jack schließlich erneut in See.

"Fluch der Karibik - Fremde Gezeiten" in den Kölner Kinos 

Bis unser aller Lieblingspirat jedoch die Weltmeere besegeln darf, gilt es sich zunächst noch aus einem Jack-Sparrow-typischen Schlamassel zu befreien. Denn es droht für ihn ein zunächst nur wenig erfreulicher Tag zu werden. Glücklicherweise kennt der Mann mit den Cajal-Augen immer einen Ausweg und so hängt er wenig später statt am Galgen am Kronleuchter seiner Majestät. Bereits diese ersten Minuten sind mehr Klamotte als alles, was die Reihe zuvor an aberwitzigen Verwicklungen und Einfällen zu bieten hatte. Und es scheint, als wolle Johnny Depp seiner ohnehin exaltierten Vorstellung mit einer besonders schrägen Sparrow-Interpretation noch die (metrosexuelle) Krone aufsetzen.

Rob Marshall und Erfolgsproduzent Jerry Bruckheimer geben vom Start weg Vollgas und so dauert es eine ganze Weile, bis die Geschichte das erste Mal wirklich für einen Moment zu Ruhe kommt und man als Zuschauer die Gelegenheit erhält, den aufgedrehten Arcade-Modus kurzzeitig zu verlassen. Zu diesem Zeitpunkt segelt Captain Jack bereits mit der schönen Angelica (Cruz) und dem gerissenen Piraten Blackbeard (Ian McShane) auf dessen Schiff dem sagenhaften Brunnen ewiger Jugend entgegen. Den wollen sich nur zu gerne auch die Spanier unter den Nagel reißen, und als wäre das nicht schon genug des Durcheinanders, mischt auch noch Jacks alter Rivale Captain Barbossa (Geoffrey Rush) kräftig mit.

"Nach dem Klamauk der ersten Viertelstunde wird der Tonfall urplötzlich ernster, die Stimmung düsterer. Marshall und Bruckheimer konzentrieren sich fortan ganz auf schöne Bilder. Das geht mal gut - wie beim durchaus schick gefilmten Angriff der Meerjungfrauen, „Der weiße Hai" lässt grüßen -, meistens aber merkt man, dass das dünne Disney-Park-Konzept eigentlich schon länger ziemlich tot ist und allein von Johnny Depps Star-Persona noch zusammengehalten wird. Ohne ihn hätte die Serie zudem nie einen solchen Erfolg eingefahren, galten Piratenfilme doch seit mindestens vier Jahrzehnten als gnadenlos „out". Der erste „Fluch der Karibik" war dann auch seltsam aus seiner Zeit gefallen, was ihn letztlich jedoch ungemein sympathisch machte."

Diese Sympathiewerte waren aber spätestens mit Teil 3 aufgebraucht. Die Fort-Fort-Fortsetzung erscheint dem gegenüber zwar als ein gewisser Fortschritt, da es Marshall aber nicht gelingt, nach der überdrehten Einleitung auf eine halbwegs interessante Geschichte einzuschwenken – selbst Jacks Begleiter scheinen am Ziel ihrer Reise nicht sonderlich interessiert zu sein –, fühlen sich die 140 Minuten am Ende eher wie das doppelte Pensum an. Für einen Hollywood-Blockbuster, der ausschließlich auf dem Charisma seines Stars und der Dynamik seiner Actionsequenzen aufgebaut ist, mag das wahrlich kein schmeichelhaftes Zeugnis sein. Zumindest Zerstreuung und Kurzweil sollten in diesem Genre garantiert sein. Da „Fremde Gezeiten“ aber keines dieser beiden Versprechen überzeugend einlösen kann, bleibt dieser Segeltrip am Ende in einem lauen Lüftchen stecken.

"Fluch der Karibik - Fremde Gezeiten" in den Kölner Kinos
Bildergalerie: "Fluch der Karibik - Fremde Gezeiten"
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Offizielle Website zum Film

Über den Autor

"Marcus Wessel lebt und arbeitet als freier Journalist in Köln. Seine große Leidenschaft gilt dem Kino, wobei er eine strikte Einteilung in Blockbuster und Arthaus ablehnt. Für ihn gibt es nur gute und schlechte Filme.
http://marcus-filmseite.blogspot.com/

 

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