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Film der Woche

Final Destination 5

Von Marcus Wessel

Der Horrorfilm ist das Genre der Fortsetzungen. Was einmal funktioniert, sollte schließlich auch ein zweites, drittes, viertes Mal funktionieren. Getreu diesem Motto geht die erfolgreiche „Final Destination“-Reihe nun bereits in ihre fünfte Runde. An dem Grundkonzept hat sich dabei seit Teil 1 kaum etwas verändert. Die Fans bekommen exakt das, was sie erwarten.

Die besten Szenen aus Final Destination 5 in unserem CineChannel

Der Sequel-Wahn im Genrekino lässt sich relativ leicht erklären. Die meisten Filme lassen sich vergleichsweise günstig produzieren, sie kommen ohne große Stars aus und sind klar auf eine bestimmte, meist junge Zielgruppe zugeschnitten. Das macht sie zumindest im betriebswirtschaftlichen Sinne berechenbar. Leider gilt letzteres auch für viele Geschichten, die dort erzählt werden. Da wird eine zunächst halbwegs originelle Idee von Fortsetzung zu Fortsetzung etwas mehr ausgehöhlt bis am Ende nur noch ein Skelett von ihr übrig ist. Auch die „Final Destination“-Reihe scheint diesem Prinzip zu gehorchen. Die Idee vom Tod, der sich die in letzter Sekunde von seiner Schippe gesprungenen Seelen auf eine möglichst grausame Art eine nach der anderen zurückholt, brachte vor rund zehn Jahren frischen Wind in das nicht unbedingt für seine Innovationsfreudigkeit bekannte Horrorfach.

Es folgten drei Sequels, das letzte davon sogar in 3D, die sich jeweils nur durch ihre Eröffnung voneinander unterschieden. Mal wurde das einleitende Unglück mit einer missglückten Achterbahnfahrt, mal mit einer Massenkarambolage oder einem Crash bei einem Autorennen verknüpft. In jedem Fall wurde der jugendliche Cast, der die einleitende Katastrophe unplanmäßig überlebte, in den folgenden knapp 90 Minuten verpackt in reichlich Blut, Gedärm und zumeist nicht ohne eine gewisse Schadenfreude dezimiert. Für den wieder in 3D abgedrehten fünften Anlauf haben sich die Macher ein besonders spektakuläres Unfallszenario ausgedacht. Eine riesige Autobahnbrücke wird darin zum Schauplatz von Tod, Panik und einer Rettung in allerletzter Sekunde.

Final Destination 5

Sam (Nicholas D’Agosto), seine Freundin Molly (Emma Bell) und einige Arbeitskollegen befinden sich gerade auf dem Weg zu einem sogenannten „Teambuilding-Event“, das die Mannschaft zusammenschweißen soll, als ihr Bus auf die gigantische Hängebrücke – gedreht wurde die Szene unter anderem auf der Lions Gate Bridge im kanadischen Vancouver – zufährt und Sam ein ungutes Gefühl beschleicht. Plötzlich gerät die Situation außer Kontrolle. Der Fahrbahnbelag reißt auf, Brückenteile stürzen ein, Menschen werden von Trümmern erschlagen oder stürzen in die Tiefe. Doch dann wacht Sam plötzlich auf. Alles war zum Glück nur ein Traum, der aber bereits im nächsten Moment Wirklichkeit zu werden droht. Im Wissen um das, was geschehen wird, kann Sam zumindest noch einige seiner Kollegen warnen und sie so vor dem fast sicheren Tod retten.

Kenner der Serie wissen, dass die Freude der Überlebenden nur von äußerst kurzer Dauer ist. Denn der Tod hat einen ziemlich langen Atem und seine Finger fortan in praktisch jeder Szene mit im Spiel. In der Reihenfolge, wie sie bei dem Brückeneinsturz eigentlich hätten sterben sollen, holt sich Gevatter Tod seine Seelen nun mit fast schon deutscher Gründlichkeit und Ordnung eine nach der anderen zurück. Dabei bezieht der Film allein aus dem „Wie?“ seine Faszination. Aus einer Verkettung scheinbar unglücklicher Umstände bastelt sich das Skript immer neue Varianten schräg-unterhaltsamer Todesarten zusammen, bei denen vor allem der Splatterfaktor im Vordergrund steht. Das Ganze erinnert bisweilen an den Aufbau eines „Incredible Machine“-Levels und ist in seiner hinreißenden Überzeichnung eher komisch als erschreckend. 

Spätestens nach Teil 2 ließ sich die Serie ohnehin mehr als Komödie einordnen. Die allesamt austauschbaren Figuren waren letztlich nur Mittel zum Zweck und so musste jeder Versuch scheitern, in einem solchen Umfeld wirklich interessante und echte Charaktere zu etablieren. Dieses Mal ist es nicht anders. Auch Sam und Molly fügen sich nahtlos in die lange Reihe der hübsch-langweiligen „Final Destination“-Opfer ein. Dazu gibt es wieder einen Nerd, einen Farbigen, ein dummes Püppchen und ein junges Tom-Cruise-Double (Miles Fisher). Selbst der kleine dramaturgische Kniff, auf den die Macher dem Bekunden nach ziemlich stolz sind, ändert nichts an der Tatsache, dass „Final Destination 5“ einem verfilmten Malen nach Zahlen gleicht. Das ist bei aller Berechenbarkeit stellenweise recht unterhaltsam, in seiner Geisteshaltung jedoch ausgesprochen zynisch.

Einen überaus zuschauerfreundlichen Service hat der Film dann aber doch zu bieten. Kurz vor dem Abspann werden noch einmal nahezu sämtliche Todesarten der vier Vorgänger im Schnelldurchlauf abgehandelt. Wer diese bislang nicht kannte, erhält für den üppigen 3D-Zuschlag zumindest ein amüsantes „Best-of“.

Final Destination 5 3D in den Kölner Kinos
Final Destination 5 3D ungeschnitten in den Kölner Kinos
Die besten Szenen auf Final Destination 5 in unserem CineChannel
Die offizielle Homepage zum Film
Bildergalerie: Final Destination 5

 

Über den Autor

Marcus Wessel lebt und arbeitet als freier Journalist in Köln. Seine große Leidenschaft gilt dem Kino, wobei er eine strikte Einteilung in Blockbuster und Arthaus ablehnt. Für ihn gibt es nur gute und schlechte Filme.
http://marcus-filmseite.blogspot.com/

 

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