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Film der Woche

The Impossible

Von Marcus Wessel

Der Tsunami, der viele Länder Südostasiens 2004 heimsuchte, gehört zu den verheerendsten Naturkatastrophen der jüngeren Geschichte. Tausende Familien wurden dabei auf tragische Weise auseinandergerissen. Dieser Film erzählt die Geschichte von einer, deren Leben sich in jenen Tagen für immer verändern sollte.

Erst kam das Beben, dann die tödliche Flut. Was für viele Urlauber am Morgen des 26. Dezember 2004 zunächst nach einem weiteren wunderschönen Tag im Paradies aussah, verwandelte sich binnen weniger Minuten in den größten Albtraum ihres Lebens. Ein Erdbeben im Indischen Ozean löste einen gewaltigen Tsunami aus, der nur wenig später die Küsten Thailands, Indonesiens, Sri Lankas und Malyasias heimsuchen sollte. Meterhohe Wellen rissen alles und jeden mit sich. Erst mit einem gewissen zeitlichen Abstand konnten die Schäden genauer beziffert werden. Offizielle Angaben gehen heute von über 230.000 Toten – davon alleine 160.000 in Indonesien, wo die Flutwelle besonders die Unterkünfte der armen Küstenbewohner mit ungebremster, zerstörerischer Kraft traf – sowie 110.000 Verletzten aus. Hinzu kamen rund 1,7 Mio. Menschen, die plötzlich obdachlos waren und alles verloren hatten, was sie jemals besaßen.

The Impossible in den Kölner Kinos

„The Impossible“ heißt folgerichtig der Film, der nun das Unvorstellbare und scheinbar Unmögliche in Bilder und eine dramaturgische Abfolge einzuordnen versucht. Inszeniert hat ihn der spanische Regisseur Juan Antonio Bayona, der zuvor bereits mit dem atmosphärischen Mysterythriller „Das Waisenhaus“ sein Gespür für emotional herausfordernde Geschichten unter Beweis stellte. Statt die Katastrophe aus der Vogelperspektive zu betrachten und einen möglichst weiten Bogen zu spannen, der unterschiedliche Orte und Schicksale miteinander verknüpft, reduzierten die Autoren für den Film alles auf die Erlebnisse einer einzelnen Familie. Maria (Naomi Watts) und Henry Bennett (Ewan McGregor) leben in Japan und sind über die Feiertage mit ihren drei Jungs Lucas (Tom Holland), Simon und Thomas ins thailändische Khao Lak gereist, wo sie ihren Urlaub zunächst in vollen Zügen genießen. Palmen, das blaue Meer, die weißen Strände – alles scheint perfekt an diesem Fleckchen Erde.

Bildergalerie: The Impossible

Doch dann kommt die Welle, die auch die Bennetts auf brutale Weise auseinanderreißt. Maria und der älteste Sohn Lucas sind von ihren Liebsten plötzlich getrennt. Niemand weiß, ob die anderen den Tsunami überlebt haben, ob sie vielleicht schwer verletzt sind und dringend Hilfe benötigen. Die Zusammenführung der Familie, die so kurz nach der Katastrophe kaum denkbar erscheint, ist der Fixpunkt, auf den der Film über mühsame, dramatische Umwege zusteuert.

Bis es schließlich dazu kommt, erleben wir abwechselnd, wie es Mutter und Sohn sowie dem Vater mit den beiden kleinen Jungs ergeht, welche mitunter fast körperlich spürbaren Strapazen sie auf sich nehmen und welche Schmerzen sie aushalten müssen. Zur Hauptfigur auf dieser beschwerlichen Suche entwickelt sich Lucas, der älteste Sohn, dem die Autoren eine besondere Aufgabe zugedacht haben. Er ist es, der in all dem Chaos Übersicht und Lebensmut beweist. Dass hierbei manchmal wie in der Krankenhausszene die Gesetze der Wahrscheinlichkeit überstrapaziert werden, zählt nicht unbedingt zu den besten Entscheidungen des ansonsten kompetenten Drehbuchs.

Die Chronik der Ereignisse verlangt es, dass „The Impossible“ nach einer kurzen Einführung gleich zum großen Schlag ausholt. Bildgewaltig, spektakulär – wenn man dies angesichts der vielen Toten überhaupt sagen darf – und erschreckend realistisch bringen die spanischen Special-Effects-Künstler den verheerenden Tsunami mit all seinen zerstörerischen Folgen auf die Leinwand. Menschen, die wie Spielbälle von den Wassermassen herumgeschleudert werden, die Gefahren durch Treibgut und Trümmer, die immense Kraft der Fluten, nach diesen Bildern lässt sich zumindest erahnen, was sich an diesem Weihnachtsmorgen an den Küsten Südostasiens hunderttausendfach abgespielt haben muss. Und natürlich geht von der Katastrophe, so wie sie hier nachgestellt wurde, auch eine morbide Faszination aus. Dies zu leugnen, wäre unehrlich und falsch. 

Die besten Szenen aus The Impossible in unserem CineChannel

Indem Bayona die Ereignisse jener Tage konsequent aus der Sicht einer auseinandergerissen Familie erzählt, umgeht er manche der bekannten Katastrophenfilm-Klischees. Sowohl die hektische Koordination der Rettungsarbeiten als auch die Anstrengungen von Behörden und Hilfsorganisationen nehmen in „The Impossible“ praktisch keinen Raum ein. Sie sind bestenfalls eine Randnotiz in einem aufwühlenden menschlichen Drama, das nicht immer leicht zu ertragen ist (alles andere wäre aber auch seltsam). Dass sich vor allem im letzten Filmdrittel die Taschentuch-Momente auffällig häufen, gehört zu den Ritualen des Genres und wäre doch entbehrlich. Die starken Leistungen der Darsteller – allen voran die des jungen Tom Holland – fangen aber selbst derartige Misstöne letztlich mit Bravour auf.

The Impossible in den Kölner Kinos
Die besten Szenen aus The Impossible in unserem CineChannel
Bildergalerie: The Impossible
Die offizielle Homepage zum Film

Über den Autor

Marcus Wessel lebt und arbeitet als freier Journalist in Köln. Seine große Leidenschaft gilt dem Kino, wobei er eine strikte Einteilung in Blockbuster und Arthaus ablehnt. Für ihn gibt es nur gute und schlechte Filme.

 

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