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Film der Woche

Man of Steel

Marcus Wessel

Er gilt als der Superheld unter den Superhelden: Clark Kent alias Kal-El ist nicht von dieser Welt. Seine Heimat ist der Planet Krypton, von dem ihm seine Eltern einst in großer Not wegschickten. Nach „Batman“ versuchen sich Christopher Nolan und sein Co-Autor David S. Goyer nun an einem Reboot der Superman-Figur. Das Ergebnis fällt allerdings recht zwiespältig aus.

Erst „Batman“, dann „Spider-Man“ und jetzt also „Superman“. Es scheint, als ob die Riege uramerikanischer Superhelden in die Jahre gekommen wäre, weshalb ihnen ein Neustart – man könnte auch „Facelift“ dazu sagen – gut zu Gesicht stünde. Der Brite Christopher Nolan, bekannt für episches Blockbuster-Kino, hat mit dem von ihm neu erfundenen Fledermann-Mythos den Weg für solche Reboots in Hollywood geebnet. Schon damals arbeitete er mit Drehbuchautor David S. Goyer zusammen. Beide schufen mit „The Dark Knight Rises“ einen Meilenstein des modernen Actionkinos. Dieser Erfolg öffnete natürlich Türen und Möglichkeiten, die Nolan zu nutzen wusste. Zusammen mit Goyer verabschiedete er sich von Bruce Wayne, nur um zu Clark Kent besser bekannt als „Superman“ zu wechseln – dem vielleicht amerikanischsten aller Superhelden.

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Dessen Geschichte dürfte in ihren Grundzügen selbst außerhalb der eingefleischten Fangemeinde vielen bekannt sein. Clark Kent (Henry Cavill) heißt eigentlich Kal-El und stammt vom Planeten Krypton. Dieser ist allerdings dem Untergang geweiht, da seine Bewohner sämtliche Ressourcen rücksichtslos ausgebeutet haben. In höchster Not fällen Kal-Els Eltern (Russell Crowe, Ayelet Zurer) eine schmerzhafte Entscheidung. Um ihr Kind ein Weiterleben zu ermöglichen und es dabei vor einem Zugriff durch den skrupellosen General Zod (Michael Shannon) zu schützen, setzen sie es in ein Raumschiff, das schließlich auf der Farm der Familie Kent im beschaulichen Städtchen Smallville landet. Dort wächst Kal-El wohlbehütet als Clark Kent auf. Seine Adoptiveltern (Kevin Costner, Diane Lane) wissen um die besonderen Fähigkeiten ihres unerwarteten Nachwuchses, die dieser so gut es geht zu verstecken versucht.

Doch als ein inzwischen erwachsener Mann hat Kal-El seine zweite Heimat Smallville aufgegeben. Er reist durchs Land und hält sich mit Aushilfsjobs über Wasser. Eigentlich sucht er aber keine Arbeit sondern vor allem sich selbst. Wer ist er wirklich und – noch wichtiger – wer möchte er sein? Um diese elementare Frage kreist die erste Hälfte von „Man of Steel“. Es ist die schon aus „Batman Begins“ bekannte Identitätssuche, die Nolan und Goyer hier erneut vor epischer Kulisse ausbreiten. Eine seltsam freudlose Selbstaufgabe kennzeichnet ihren Superman, der so eigentlich nicht genannt werden möchte. Das ikonographische „S“ auf seinem Anzug stehe in der Sprache seiner Heimat Krypton für Hoffnung, läst er uns einmal wissen. „Bei uns ist das ein „S““ erwidert Star-Reporterin Lois Lane (Amy Adams) schlagfertig auf die etwas bemühte Umdeutung eines weltbekannten Symbols.

Auf die krachende Einleitung, in der Action-Regisseur Zack Snyder („Watchmen“, „300“) bereits alle visuellen Register zieht, und die mit Science-Fiction-Elementen vermischte Coming-of-Age-Episode folgt in „Man of Steel“ das nächste Spektakel, ein Showdown von wahrhaft gewaltigen Ausmaßen. Für diesen fühlt sich Kal-El allerdings erst bereit, nachdem ihm ein Priester noch einige gute Ratschläge erteilt. Würden Goyer und Nolan all das nicht derart Pathos geladen und steif erzählen, man könnte fast glauben, dass sich darin ein Witz versteckt. Tatsächlich meinen beide ihre Superhelden-Wiedergeburt todernst. Diese Überzeugung drückt sich auch in der düsteren Bildsprache und Hans Zimmers wuchtiger Musik aus, die seinem Score zu Nolans „Batman“-Filmen übrigens zum Verwechseln ähnlich ist.

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Goyers und Nolans Ziel war es, Superman in die Gegenwart zu übersetzen. Der Held sollte sich unserer Zeit und dem heutigen Publikumsgeschmack anpassen und nicht umgekehrt. Das Ergebnis ist ein lauter, mythisch aufgeladener, mit aufdringlicher Erlöser-Symbolik überhäufter Action-Blockbuster, der die Leichtigkeit und den Charme der legendären Christopher-Reeve-Auftritte vermissen lässt. Besonders die letzte Dreiviertelstunde macht aus „Man of Steel“ bei aller technischen Brillanz ein eigentlich austauschbares Science-Fiction-Gekloppe. Nolan und Goyer verstehen das Anderssein als Prüfung, der sich Kal-el in einer fast schon jesusgleichen Weise stellen muss. Was seinerzeit in „Batman Begins“ noch erfrischend neu und radikal erschien, wirkt inzwischen wie eine vertraute und einstudierte Masche.

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Über den Autor

Marcus Wessel lebt und arbeitet als freier Journalist in Köln. Seine große Leidenschaft gilt dem Kino, wobei er eine strikte Einteilung in Blockbuster und Arthaus ablehnt. Für ihn gibt es nur gute und schlechte Filme.

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