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Film der Woche

Runner Runner

Von Marcus Wessel

Ein Meister und sein gelehriger Schüler suchen in der Welt der Online-Glückspielindustrie nach Macht und Millionen. Weil beides nicht ohne schmutzige Tricks und Manöver möglich scheint, ist die karibische Urlaubskulisse des Films zugleich die Bühne eines prominent besetzten Thrillers. Multitalent Justin Timberlake und Ben Affleck sorgen in diesem Fall für die nötige Star-Power.

"Runner Runner" in den Kölner Kinos
Die besten Szenen in unserem CineChannel
Bildergalerie: Runner Runner
Offizielle Homepage zum Film

Im Kern dreht sich in „Runner Runner“ alles um den amerikanischen Traum, einen neuen amerikanischen Traum, der Menschen davon träumen lässt, reich und berühmt zu werden und das so schnell wie möglich. Dazu passt es, dass unser Leben immer schneller wird, befördert durch die digitale Revolution und die Möglichkeiten des World Wide Web. In diesem ist auch der gerissene Internet-Unternehmer Ivan Block (Ben Affleck) unterwegs. Mit einem Online-Casino und Glückspielseiten hat der inzwischen im schönen Costa Rica lebende Selfmade-Millionär ein ansehnliches Vermögen angehäuft. Sein Heimatland USA ist gleichwohl nicht gut auf ihn zu sprechen. Bei einer Rückkehr in die Staaten droht Block die Festnahme, wird er doch beschuldigt, seinen Reichtum nicht immer auf ganz legalem Wege erwirtschaftet zu haben.

Bildergalerie: Runner Runner

Block gibt im vertrackten Spiel von Brad Furmans nett anzusehendem Karibik-Thriller „Runner Runner“ den Lehrmeister. Den Part des Schülers übernimmt derweil der ehrgeizige Princeton-Doktorand Richie Furst (Justin Timberlake). Einst als Trader an der Wall Street, hat er dort seine Händlerkarriere den letzten Crash nicht überlebt. Nun sucht er im Studium seine zweite Chance. Als er aber beim Online-Poker auf einer von Blocks Seiten seine Ersparnisse verzockt, glaubt er, einem Betrug aufgesessen zu sein. Kurzerhand fliegt er nach Costa Rica, um Block über den Vorfall zu informieren und das verzockte Studiengeld zurückzuverlangen. Zu seiner Überraschung bietet der Unternehmer ihm eine hochbezahlte Führungsposition an. Die Aussicht auf das schnelle Geld und ein Leben unter Palmen lässt jeden Ärger rasch vergessen. Schon bald ist Richie der neue Star in Blocks Online-Imperium.

"Runner Runner" in den Kölner Kinos

Nach einer rasanten Einleitung, in der uns Furman den von seinem Online-Pokerspiel berauschten Richie vorstellt und die ganz nebenbei das Suchtpotenzial des Spiels erahnen lässt, schaltet der Film gleich mehrere Gänge zurück. Es wirkt beinahe wie eine Vollbremsung. So gelingt es der Story im weiteren Verlauf nicht, an die Energie dieser ersten Minuten anzuknüpfen. Selbst die sparsamen, eher unsauber gefilmten Action-Intermezzi ändern daran wenig. Statt die Spannungsschraube anzuziehen und Richie seinem skrupellosen Lehrer ins Netz gehen zu lassen, begnügt sich Furman mit dem Abfilmen schöner Menschen und Oberflächen. Auch Figuren wie Richies Love Interest Rebecca (Bond-Girl und Modell Gemma Arterton) bleiben eher dekoratives Beiwerk. Entschädigt wird man mit einigen hübsch anzusehende Postkarten-Impressionen Costa Ricas, die zumindest Lust auf einen Karibik-Urlaub machen.

Die besten Szenen in unserem CineChannel

Es ist schon erstaunlich, wie wenig der Film über die Funktionsweise des Online-Glückspielmarktes zu erzählen hat. Obwohl alle Zutaten für einen raffinierten Wirtschaftsthriller vorhanden wären – die undurchsichtigen Geldflüsse, das Agieren in rechtlichen wie moralischen Grauzonen –, plätschert die Handlung zumeist in langatmigen Dialogszenen dahin. Die deutsche Synchronisation ist überdies selten lieblos und flach. Furman versteht es nicht, Suspense zu kreieren oder sein Publikum zu überraschen. Sogar die Schlusspointe wirkt mehr wie ein halbherziges Statement und ein letzter Appell an unser Gerechtigkeitsempfinden. Wo ein Oliver Stone sezierend und mitunter wütend auf den Irrsinn der Wall Street blickte, scheint Furman vor klaren Positionen zurückzuschrecken. So bleibt Timberlakes von sich überzeugter Princeton-Karrierist stets ein charmanter Playboy, dem man seine Gier und seine Bereitschaft, sich verführen zu lassen, nie wirklich übel nimmt.

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Sparsam dosiert wurde nicht nur die Spannung, auch an substanzieller Kritik des „neuen amerikanischen Traumes“ fehlt es „Runner Runner“, der viel zu schnell Szenen verwirft, Plotpunkte abhakt und schon deshalb nie zu seinem Personal durchdringt. Vor allem Afflecks gar nicht mal so cleverer Raubtier-Kapitalist ist einem herzlich egal. Affleck selbst scheint mit seiner Rolle kaum etwas anfangen zu können, zumindest fällt ihm außer den typischen Macho-Posen nichts wirklich Überraschendes ein. Aber vielleicht ist das in einem Film ohne große Überraschungen so auch gewollt.

"Runner Runner" in den Kölner Kinos

Über den Autor

Marcus Wessel lebt und arbeitet als freier Journalist in Köln. Seine große Leidenschaft gilt dem Kino, wobei er eine strikte Einteilung in Blockbuster und Arthaus ablehnt. Für ihn gibt es nur gute und schlechte Filme.

 

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