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Machete Kills

Von Marcus Wessel

"You've f***ed with the wrong mexican!" Wo der grimmige, wortkarge Klingenrächer Machete auftritt, haben die bösen Jungs nichts mehr zu lachen. Die seinerzeit von Robert Rodriguez für das "Grindhouse"-Projekt erdachte Figur des mexikanischen Outlaws ist erneut auf Solopfaden unterwegs. Danny Trejo-Fans und Freunde trashigen Exploitation-Kinos dürfen sich freuen.

"Machete Kills" in den Kölner Kinos
 Bildergalerie: Machete Kills
Offizielle Homepage zum Film

„Machete don't text", Machete schreibt keine SMS. Es war einer der meist zitierten Sprüche des ersten „Machete"-Kinofilms. Schon damals hatte Regisseur und Tarantino-Buddy Robert Rodriguez den Gedanken zu einer Fortsetzung im Kopf. „Machete Kills" nennt sich nun das Ergebnis, wobei das nur die halbe Wahrheit ist. Denn wie der herrlich abgedrehte Trailer vor Filmbeginn verrät, befindet sich ein dritter Teil („Machete Kills Again - In Space!") längst in Planung. Eine Kino-Ikone wie Machete habe sich schließlich seine eigene Trilogie verdient, findet Rodriguez.

Die zahlreichen Fans des mexikanischen Outlaws werden ihm da vermutlich zustimmen. Dabei wäre die Figur ohne den großartigen Danny Trejo, der hier zweifellos die Rolle seines Lebens gefunden hat, wohl niemals so populär geworden. Trejos einzigartige Physiognomie und besondere Ausstrahlung waren zuvor schon in unzähligen B- und C-Movies zu bewundern. Meist spielte er darin den Schurken, den klassischen Bad Guy. Erst mit „Machete" gelang ihm die Wandlung zum Actionhelden, der selbst mit den bösen Jungs aufräumen darf. Und weil er dies schon im ersten „Machete"-Kinofilm auf seine unnachahmliche Art tat, war die Vorfreude auf eine Fortsetzung nicht nur in Fankreisen gewaltig.

Bildergalerie: Machete Kill

Rodriguez war sich dieser enormen Erwartungshaltung durchaus bewusst. Die Idee zur Machete-Figur trug er bereits seit „Desperado"-Zeiten mit sich herum. Als dann sogenannte Fake-Trailer für das mit Quentin Tarantino entwickelte „Grindhouse"-Projekt gedreht werden sollten, war ihm schnell klar, dass Machete hier seinen ersten Leinwandauftritt haben musste. Auf den Trailer folgte ein ganzer Film. Den Spaß dieses ersten „Machete"-Kinoauftritts zu überbieten, schafft das Sequel leider nicht. Dafür bietet „Machete Kills" ein fast beispielloses Aufgebot an Film- und Show-Prominenz, darunter die alten Skandalnudeln Mel Gibson und Charlie Sheen (letzterer unter seinem Geburtsnamen Carlos Estevez), Pop-Ikone Lady Gaga, der Oscar-nominierte Demián Bichir, Action-Amazone Michelle Rodriguez sowie die verführerische Amber Heard.

Sheen spielt den US-Präsidenten (wen sonst?), der Machete (Trejo) für ein echtes Himmelfahrtskommando anheuert. Unser Held, der zuvor seine geliebte Sartana (Jessica Alba) bei einem Einsatz verlor, soll den verrückten mexikanischen Drogenboss Mendez (Bichir) aus dem Verkehr ziehen. Der bedroht Washington nämlich im besten Bond-Stil mit einer Nuklearrakete (verrückt), deren Zündung ausgerechnet mit seinem Herzen verbunden ist (noch verrückter). Auch wenn Machete ein Freund schneller und vor allem konsequenter Lösungen ist, ist in diesem Fall ein kurzer Prozess nicht zu empfehlen. Zumal mit dem exzentrischen Waffenproduzenten und Wissenschaftler Luther Voz (Gibson) der wahre Oberschurke im Verborgenen die Fäden zieht.

Mexikanische Killerladys mit Maschinengewehr-BHs

Komprimiert auf die Länge eines Kurzfilms oder eines XXL-Trailers im typischen Machete-Stil wäre aus der Story eine absurde Exploitationsause geworden. So aber mag das Konzept nicht die ganzen 107 Minuten überzeugen. Neben gelegentlichem Leerlauf nutzen sich manche Ideen einfach viel zu schnell ab. Wenn Rodriguez die mexikanischen Killerladys mit ihren Maschinengewehr-BHs auf unseren Helden loslässt, dann kopiert er lediglich sein „Planet Terror"-Szenario. Überhaupt klebt am zweiten „Machete"-Kinofilm das Etikett eines etwas lustlosen Sequels, das zeitweilig mehr an einen neuen „Austin Powers" mit erhöhtem Bodycount erinnert. Die Suche nach bewusst auffällig eingestreuten Anschlussfehlern kann da als Zeitvertreib nicht ganz entschädigen.

Den größten Spaß verbreitet Rodriguez mit seinem neuen Trailer zum tatsächlich geplanten dritten Machete-Abenteuer „Machete Kills Again - In Space!". Dann kehrt plötzlich der trashige Charme dieser ansonsten überaus professionellen C-Movie-Hommage zurück. Als Verbeugung vor einem besonderen Schauspieler und dem oftmals gering geschätzten Genre des Exploitation-Films hat aber auch Machetes zweiter Kinoauftritt durchaus seine Berechtigung. Man sollte dafür nur hin und wieder ein Auge zudrücken.

Über den Autor

Marcus Wessel lebt und arbeitet als freier Journalist in Köln. Seine große Leidenschaft gilt dem Kino, wobei er eine strikte Einteilung in Blockbuster und Arthaus ablehnt. Für ihn gibt es nur gute und schlechte Filme.

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