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Film der Woche

Faster

Keine Gnade kennt ein Ex-Knacki, als er nach Ablauf seiner Gefängnisstrafe entlassen wird und die Suche nach den Mördern seines Bruders aufnimmt. Action-Star Dwayne „The Rock“ Johnson lässt in diesem erfreulich harten und geradlinigen Rache-Thriller seine Muskeln spielen und die Gegner erzittern. 

Von Marcus Wessel

Die besten Szenen aus "Faster" in unserem CineChannel 

Wenn der Film damit beginnt, dass ein Häftling in seiner Zelle ungeduldig auf den Tag seiner Entlassung wartet, dann drängt sich eine Assoziation förmlich auf. Hinter den Gitterstäben seiner Zelle erscheint der muskulöse Koloss wie ein Raubtier, das jederzeit zuschlagen, angreifen und vermutlich auch töten könnte. Der frühere Wrestler Dwayne „The Rock“ Johnson ist mit seiner imposanten Statur die logische, weil recht naheliegende Besetzung für diese Rolle. Er spielt einen Menschen, der – zum Teil auch selbstverschuldet – zehn Jahres seines Lebens und den eigenen Bruder verloren hat. Driver, so sein Name, ist kein Heiliger, sondern ein Krimineller und doch kann er sich unserer Sympathie von Beginn an sicher sein.

Bildergalerie: Faster 

Nach einem Banküberfall, den er zusammen mit seinem Bruder plante und durchführte, werden beide in eine Falle gelockt. Eiskalt verpassen ihnen die Männer aus unmittelbarer Nähe eine Kugel, doch während der eine sofort tot ist, überlebt der andere wie durch ein Wunder. Im Film heißt es: „Der Typ wollte einfach nicht sterben.“ Und wer in einer solchen Geschichte nicht sterben will, der hat dafür meist einen ziemlich guten Grund. Driver sinnt fortan auf Rache. Er will diejenigen, die ihm das angetan haben, einen nach dem anderen zur Rechenschaft ziehen. Dabei ist er selber sowohl Jäger als auch Gejagter. Ein Cop (Billy Bob Thornton), der kurz vor seiner Pensionierung steht, und ein gerissener Killer (Oliver Jackson-Cohen) sind unserem Ex-Knacki dicht auf den Fersen.

„Faster“ beschreibt eine klassische Alles-oder-Nichts-Situation, in der ein Mann, der nichts mehr zu verlieren hat, zum Rundumschlag ausholt und dabei das Gesetz in die eigene Hand nimmt. In diesem Universum vermischen sich alte Western-Legenden – nur wer schneller, als sein Gegner zieht, überlebt –, mit Charles-Bronson-Vergleichen und den Insignien eines modernen Körperkult-Kinos. Das sowohl moralisch als auch intellektuell höchstproblematische Verlangen nach Rache und Selbstjustiz wird von solchen Filmen bestenfalls am Rande thematisiert, aber nie ernsthaft in Frage gestellt. Das ist auch der Grund, warum sie es insbesondere in Deutschland schwer haben und nur selten von der FSK ohne Beanstandung durchgewunken werden. Auch „Faster“ erhielt keine Jugendfreigabe, was angesichts manch harter Hinrichtungsszenen jedoch verständlich ist.

Obwohl Dwayne Johnson im Actionfach seine Kinokarriere begann, unterscheidet sich seine Rolle doch erheblich von seinen früheren Auftritten. So findet hier zu keiner Zeit eine Vermischung von Gewalt, Action und Spaß statt. Wenn in „Faster“ getötet wird, dann erscheint es uns als das, was es ist: Brutal und unmenschlich. Dabei spielt es am Ende keine Rolle, ob wir die Tat auf eine gewisse Weise nachvollziehen können oder nicht. Sogar als Driver auf seinen schlimmsten Peiniger trifft, empfindet er keine Freude oder Genugtuung. Er macht nur das, was aus seiner Sicht zu tun ist. Die trockene Inszenierung, die sich nur selten eine echte Spielerei erlaubt, greift formal den erwachsenen Tonfall der Geschichte auf. Regisseur George Tillman jr. begnügt sich damit, Tempo vorzutäuschen und eine ansprechende Oberfläche herzustellen. Ironie oder gar Witz scheinen im Gegenzug wohl dosiert und spielen sich wie bei Billy Bob Thorntons Tatort-Auftritt wenn überhaupt dann auf der Tonspur ab.

So wenig „Faster“ aus den Vorgaben des Genres ausbrechen kann, so ungewöhnlich ist seine fast gleichberechtigte Behandlung von Driver, Cop und Killer. Jeder Figur wird in etwa dieselbe Aufmerksamkeit zuteil, was auch als Hinweis verstanden werden kann, dass wir es hier mit drei interessanten, in sich durchaus widersprüchlichen Charakteren zu tun haben. In einer ansonsten von Konsens-Unterhaltung dominierten Kinolandschaft empfiehlt sich „Faster“ als kurzweilige Alternative für alle, die mal wieder Lust auf einen geradlinigen, nicht weichgespülten Rache-Thriller verspüren. Es ist eine düstere Geschichte über das Leben und Sterben und den schmalen Grat, der beide Seiten voneinander trennt.

Bildergalerie: "Faster"
Die besten Szenen aus "Faster" in unserem CineChannel
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Offizielle Website zum Film

 

Über den Autor

"Marcus Wessel lebt und arbeitet als freier Journalist in Köln. Seine große Leidenschaft gilt dem Kino, wobei er eine strikte Einteilung in Blockbuster und Arthaus ablehnt. Für ihn gibt es nur gute und schlechte Filme.
http://marcus-filmseite.blogspot.com/

 

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