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Der Kinofilm der Woche

Der seltsame Fall des Benjamin Button

Bereits bei seiner Geburt ist Benjamin Button (Brad Pitt) ein Phänomen. Der Säugling steckt in der Haut eines 80-jährigen Greises. Während die Welt um ihn herum altert, wird Benjamin immer jünger. Angelehnt an eine Kurzgeschichte von F. Scott Fitzgerald erzählt Regisseur David Fincher ein fantastisches Filmmärchen über das Wunder des Lebens.

Berlin (ddp). Im Herbst 1918 ist nicht nur das Ende des Ersten Weltkrieges eine Sensation. Auch die Geburt von Benjamin Button (Brad Pitt) sorgt für Erstaunen. Seine ersten Atemzüge vollführt der Säugling im Körper eines Greises. Benjamins Vater ist entsetzt. Angewidert schiebt er seinen Sohn ins Altersheim ab. Dort verlebt Benjamin eine unbeschwerte Jugend - bis das junge Mädchen Daisy (Cate Blanchett) in sein Leben tritt. Für den Sonderling ist sie die große Liebe. Doch es gibt ein gewaltiges Problem: Während Daisy kontinuierlich altert, wird Benjamin immer jünger.

"Der seltsame Fall des Benjamin Button" in unserem WebTV-Kinomagazin

Die Idee hinter David Finchers aufwendig inszeniertem Drama "Der seltsame Fall des Benjamin Button" geht auf ein Zitat von Mark Twain zurück: "Das Leben würde unendlich viel glücklicher verlaufen, wenn wir mit 80 geboren und uns langsam auf 18 zubewegen würden." Dieser saloppe Ausspruch diente bereits dem "Der große Gatsby"-Autoren F. Scott Fitzgerald in den 1920er Jahren als Vorlage für eine Kurzgeschichte über den seltsamen Benjamin Button.

Fincher hat Fitzgeralds Essay fürs Kino in ein knapp dreistündiges Biopic verwandelt und mit Brad Pitt und Cate Blanchett ("Elizabeth") hochkarätig besetzt. Pitt wird dabei in seiner dritten Zusammenarbeit mit Fincher - nach "Sieben" und "Fight Club" - einiges abverlangt. Immerhin verkörpert er die kuriose Titelfigur über einen Zeitraum von acht Jahrzehnten. Pitt meistert diese Aufgabe, meist unter dickem Make-up, bravourös. Dank seiner ausdrucksstarken Leistung erweist sich "Benjamin Button" als zeitlose Parabel über das Wunder des Lebens. Zugleich ist die Geschichte ein hübsches Gedankenspiel.

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Die Atmosphäre ist unterdessen nicht nur unbeschwert. So haftet der Tod an jeder Faser des Dramas. Jedes Glück bedeutet an anderer Stelle Unglück. Benjamin kann einerseits Vorteile aus seiner ungewöhnlichen Biografie ziehen, andererseits hat er ebenso häufig mit der Diskrepanz zwischen seinem körperlichen und seinem geistigen Alter zu kämpfen. Der Film richtet die unterschwellige Botschaft ans Publikum, glückliche Augenblicke stets vollmundig zu genießen und zufällige Chancen nie ungenutzt verstreichen zu lassen.

Darüber hinaus unterstreicht Fincher die Einzigartigkeit desIndividuums. Jeder Mensch in seinem Drama ist etwas ganz Besonderes. Epochale Ereignisse wie die Weltwirtschaftskrise oder die beiden Weltkriege sind hingegen nur Randnotizen. Zwischenzeitlich verliert sich das Werk sogar ganz in den Jahrzehnten. In diesen Momenten lebt Benjamin irgendwo zwischen den 1960er und 1980er Jahren. Gleichwohl erlebt er dabei seine vielleicht glücklichste Zeit.

"Benjamin Button" ist ein fantastisches Märchen, das noch dazu alle Anforderungen an ein großes Drama erfüllt. Der Film führt den Zuschauer durch ein emotionales Wechselbad aus Komödie und Tragödie, erzählt von einer unsterblichen Liebe und wurde hingebungsvoll inszeniert. Kein Wunder, dass "Benjamin Button" mit 13 Nominierungen als Top-Favorit ins diesjährige Oscar-Rennen geht. (Fotos: Warner Bros. Ent.)

Drama, USA 2008
Regie: David Fincher
Darsteller: Darsteller: Brad Pitt, Cate Blanchett, Julia Ormond, Tilda Swinton u.a.
166 Minuten
FSK: 12

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