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Kinofilm der Woche

Der Mann, der niemals lebte

Berlin (ddp). Das Leben des CIA-Agenten Roger Ferris (Leonardo DiCaprio) hängt oft am seidenen Faden. Im Pulverfass Nahost kämpft er gegen den internationalen Terrorismus. Nur ein fragiles Netz aus Lügen und Intrigen ließ ihn bis heute überleben. Die Fäden dazu werden in den USA gesponnen. Vom Schreibtisch aus koordiniert Rogers Kollege Ed Hoffman (Russell Crowe) die heiklen Einsätze, die der Agent ausführt. Mit der Zeit kommen dem Spion jedoch immer stärkere Zweifel am Sinn und an der Glaubwürdigkeit der teilweise barbarischen Befehle.

"Der Mann, der niemals lebte" in unserem WebTV-Kinomagazin

Mit «Der Mann, der niemals lebte» unternimmt Hollywood einen weiteren Versuch, dem Kinogänger die gegenwärtigen Probleme im Krisengebiet Nahost näher zu bringen. Den Zuschauer scheinen derartige Erklärungen indes kaum zu interessieren. So spielte der Agententhriller in den USA bislang nur knapp die Hälfte seiner Produktionskosten ein. Und das, obwohl der Film mit einer brisanten Story und hochkarätigen Namen aufwartet. So wurden die Hauptrollen mit Oscar-Preisträger Russell Crowe («Gladiator») und Frauenschwarm Leonardo DiCaprio («Titanic») prominent besetzt.

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Zudem übernahm Ridley Scott, der zuvor Actionklassiker wie «Blade Runner» und «Alien» auf die Leinwand zauberte, die Regie. Das sind beste Voraussetzungen für einen Erfolg. Trotzdem erlitt der Film an der US-Kinokasse Schiffbruch und gesellte sich damit zu seinen thematischen Vorgängern «Im Tal von Elah» und «Babel».

Der Inhalt von Scotts Agententhriller ist schwierig. Bei all der Brutalität, den schnellen Schnitten und verworrenen Handlungssträngen den Überblick zu behalten, dürfte selbst Nahostexperten schwer fallen. Dabei ist der Plot topaktuell, spannend und tiefgründig. «Der Krieg im Nahen Osten ist aussichtslos und barbarisch», lautet die offensichtlichste These des Films. Zu unübersichtlich sind die gesellschaftspolitischen Verhältnisse und zu verstrickt sind inzwischen alle Parteien in der fatalen Spirale aus Gewalt und Gegengewalt.

In «Der Mann, der niemals lebte» gibt es daher kein Gut und kein Böse, keinen Anfang und kein Ende. Jeder hintergeht jeden, bis allen Beteiligten das Blut an den Fingern klebt. Es werden sogar Attentate fingiert und unschuldige Personen geopfert, um die jeweilige Gegenseite aus der Reserve zu locken. Dies ist ein zutiefst zynischer Blick auf den Kampf gegen den internationalen Terrorismus.

Eine Stärke des Films ist die Gegenüberstellung von Agenten im Außendienst und heimischen Schreibtischtätern. Für jemanden wie Ed Hoffman ist das Krisengebiet bloß ein unliebsamer Fleck auf Landkarte. «Niemand mag den Nahen Osten», bemerkt er in einer Szene lapidar. Roger Ferris sieht es wiederum völlig anders. Er erkennt nicht nur Terroristen, sondern ebenso liebenswerte Menschen.

«Der Mann, der niemals lebte» ist kein einfacher Film. Doch er wagt es, hinter all der Action Stellung zu beziehen. Das macht ihn neben seiner erstklassigen Besetzung diskussionswürdig und sehenswert. (Szenenfotos: © 2008 Warner Bros. Ent.)

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