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Film der Woche

Contraband

Der Sicherheitsangestellte Chris führt ein anständiges Leben und hat seine Schmugglervergangenheit hinter sich gelassen. Als sein Schwager wegen eines vermasselten Jobs in Lebensgefahr schwebt, nimmt Chris seine illegalen Geschäfte erneut auf. Doch sein Einsatz geht schief und es beginnt ein Wettlauf gegen die Zeit, um seine Familie zu retten...

Von Marcus Wessels 

Gibt es einen schlechten Film mit Mark Wahlberg? Angesichts von Ausrutschern wie „Max Payne“ und „The Happening“ mag das vielleicht eine ironische Frage sein. Sein jüngster Coup zeigt den Actionstar allerdings wieder in Hochform und als knallharten Kämpfer in einem rasanten Unterwelt-Thriller.

Spätestens seit seiner Oscar-Nominierung in Martin Scorseses „Departed – Unter Feinden“ sind Mark Wahlbergs Kritiker verstummt. Diejenigen, die den Hollywood-Star immer noch als ehemaliges Unterwäschemodell und Möchtegern-Rapper abzustempeln versuchten, wurden eines Besseren belehrt. Wahlberg ist in Wahrheit einer der wenigen beständigen großen Namen im Actionfach und längst kein reiner Klopper wie vielleicht Steven Seagal. Nach seinem ebenfalls mit einer Oscar-Nominierung bedachten Auftritt in dem Boxdrama „The Fighter“ zeigt er sich nun wieder in einem reinen Unterhaltungsvehikel. Dabei liefert er das, was man sich von ihm erhofft: Harte, intelligente und temporeiche Action.

Mit „Contraband“ greift Hollywood abermals auf einen bereits verfilmten und somit erprobten Stoff zurück. Der isländische Film „Reykjavik-Rotterdam“ diente in diesem Fall als Vorlage, wobei das Studio dessen Hauptdarsteller Baltasar Kormákur interessanterweise gleich als Regisseur des Remakes verpflichtete. Kormákur wurde dank seines sympathischen Regiedebüts „101 Reykjavik“ seinerzeit vor allem in Europa als große Hoffnung des isländischen Kinos wahrgenommen. Dass nun ausgerechnet er für ein Hollywood--Studio einen isländischen Film „amerikanisiert“, ist sicherlich eine durchaus amüsante Randnotiz.

Bildergalerie: Contraband

Schiebt man die in Europa weit verbreitete Verachtung für das Hollywood-System einmal beiseite – hier spielen auch verletzte Eitelkeiten und Ressentiments immer noch eine große Rolle –, so steht einem unterhaltsamen Kinobesuch eigentlich nichts mehr im Wege. Obwohl die in „Contraband“ vorgetragene Geschichte recht vertraut klingt, kann sie doch zumindest ab und an noch überraschen. Wahlberg spielt einen ehemaligen Profi-Schmuggler, der seiner Familie zuliebe aus dem Geschäft eigentlich schon längst ausgestiegen war. Doch nach einem verpatzten Drogendeal seines Schwagers ist er gezwungen, dessen Schulden zu begleichen. Dazu ruft Chris auch seinen Kumpel Sebastian (Ben Foster) und seinen alten Jugendfreund Danny (Lukas Haas) für einen letzten, gewagten Coup zusammen. Ihr Plan ist es, auf einem Containerschiff Millionen Dollar Falschgeld in die USA zu schmuggeln.

"Contraband" in den Kölner Kinos
Die besten Szenen aus "Contraband" in unserem CineChannel

In seinem Rhythmus und Ton ähnelt „Contraband“ sehr einem anderen Mark-Wahlberg-Film. „The Italian Job“ bot eine vergleichbare Mischung aus solider Action, Suspense und verlässlicher Star-Power. Die bekannte Heist-Idee bildet in beiden Geschichten das tragende und treibende Element, allerdings erlaubt es sich Kormákur, vom vorgezeichneten Pfad gelegentlich abzuweichen. Vor allem die Handlung um Chris’ Familie und das Schicksal seiner Frau Kate (Kate Beckinsale) bietet eine spannende, dramaturgische Zuspitzung, die in einem echten Herzschlagfinale mündet. Plötzlich scheint auch der sonst so smarte Chris ohnmächtig und hilflos. Es ist zugleich das, was den Film abseits seiner rasanten Thrillerkaskaden auszeichnet und mit Leben erfüllt.

Kormákur weiß, dass allein die kühle Mechanik des Coups mitsamt seiner Wendungen und Haken keinen mitreißenden Thriller ergeben würde, und so nutzt er nur zu gerne die Möglichkeiten, welche sich aus der Teilung der Handlung an zwei gegensätzliche Schauplätze ergeben. Während Chris in Panama von Profikillern, Drogendealer und dem Zoll gejagt wird, findet Zuhause ein gleichsam brutaler Kampf statt. Aus dieser Parallelität der Ereignisse entwickelt „Contraband“ seine überzeugendste Spannung. Die Perspektive des Zuschauers schwankt dabei zwischen einem Wissensvorsprung und einer spürbaren Unsicherheit über den Ausgang der Geschichte. Es ist ein spannender Balanceakt, bei dem sich Kormákur keinen echten Fehltritt leistet. Bisweilen scheinen sogar echte Zweifel an einem Happy End angebracht. Und dann erinnert man sich, dass der Held Mark Wahlberg heißt.

Die besten Szenen aus "Contraband" in unserem CineChannel
Bildergalerie: Contraband
"Contraband" in den Kölner Kinos
Die offizielle Homepage zum Film

Über den Autor

Marcus Wessel lebt und arbeitet als freier Journalist in Köln. Seine große Leidenschaft gilt dem Kino, wobei er eine strikte Einteilung in Blockbuster und Arthaus ablehnt. Für ihn gibt es nur gute und schlechte Filme.
http://marcus-filmseite.blogspot.com/

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