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Film der Woche

Colombiana

Von Marcus Wessel

Aus der Kreativschmiede Luc Bessons kommt dieser rasante und ziemlich coole Rachethriller, in der eine junge Frau den Mördern ihrer Eltern auf der Spur ist. „Avatar“-Star Zoe Saldana lässt als gnadenloser Racheengel nicht nur die Männer vor ihr erzittern, auch Action-Ikonen wie Lara Croft haben gegen ihre smarte und verdammt attraktive Killerin kaum eine Chance.

Die besten Szenen aus Colombiana in unserem CineChannel

Jeder gute und stimmige Film mit einer ernstzunehmenden Racheagenda benötigt eine starke Einleitung, einen gewissen Grad der Manipulation, der in uns den Reflex unterdrückt, Selbstjustiz als Ultima Ratio abzulehnen. „Colombiana“ versucht es mit der Sicht eines unschuldigen Kindes. Als wir Cataleya (als Erwachsene dargestellt von Zoe Saldana) das erste Mal begegnen, ist sie gerade nun Jahre alt. Sie lebt mit ihren Eltern in Kolumbien, dem Rauschgift-Mekka der neunziger Jahre. Dort, wo mächtige Kartelle den Drogenhandel kontrollieren, ist ihr Zuhause. Ihr Vater ist Teil des schmutzigen, gleichzeitig aber überaus einträglichen Geschäfts. Als er sich jedoch mit dem gefürchteten Mafiaboss Don Luis (Beto Benites) anlegt, ist dies sein Todesurteil. Don Luis’ Schergen töten ihn und auch seine Frau. Die kleine Cataleya kann nur dank ihres Geschicks in letzter Sekunde entkommen. Sie flieht in die USA, nach Chicago, wo ihr Onkel Emilio (Cliff Curtis) sie wie seine eigene Tochter aufnimmt und großzieht.

Einige Jahre später ist aus dem kleinen Mädchen eine junge, selbstbewusste und – für die Männer nicht ganz unwichtig – sehr attraktive Frau geworden, deren Alltag und Lebensinhalt sich von dem Gleichaltriger doch deutlich unterscheidet. Cataleya lebt für die Rache und das Gefühl, den Mord an ihren Eltern eines Tages sühnen zu können. Zu diesem Zweck hat sie sich von ihrem Ziehvater Emilio zu einer eiskalten Profikillerin ausbilden lassen. Sie tötet inzwischen fast geräuschlos und hinterlässt bei ihren „Einsätzen“ so gut wie keine Spuren. Ihrem Ziel kommt sie dadurch mit jedem Tag ein bisschen näher.

Zoe Saldana auf den Spuren von Milla Jovovich

Produziert und teilweise erdacht wurde „Colombiana“ von Luc Besson, dem Übervater des modernen französischen Genrekinos. Spätestens seit „Léon – Der Profi“ gilt er als das Aushängeschild eines modernen und zugleich intelligenten Actionkinos, das dank seiner visuellen Rasanz und Energie einen Großteil der oftmals fantasielosen Hollywood-Konkurrenz in die Tasche steckt. Und Besson macht Stars. Jean Reno ermöglichte er eine Weltkarriere, Milla Jovovich baute er zu eine der wenigen Actiondarstellerinnen auf, die einen Film mühelos auch alleine schultern können. Zoe Saldana scheint nun jedoch Jovovichs Nachfolge antreten zu wollen. Sogar vor Angelina Jolies „Lara Croft“-Auftritt muss sich ihre geräuschlose Killerin keineswegs verstecken. Unbeschreiblich lässig und cool bewegt sich Saldana durch jede Minute dieser vollkommen durchgestylten Vendetta. Sie ist sexy und dabei unglaublich unschuldig, rein und verdorben, stark und schwach.

Zugleich steht ihre Cataleya in der Tradition anderer starker Frauenfiguren, wie sie Besson schon seine gesamte Karriere über begleiten. Vor allem an „La femme Nikita“ muss man denken, schon weil beide derart virtuos ihr tödliches Handwerk beherrschen. Männer, wenn sie denn einmal nicht vor Saldanas Racheengel als Zielscheibe auftauchen, stolpern wie Cataleyas Freund Danny (Michael Vartan) oder der mit dem Fall betreute Special Agent (Lennie James) eher unbeholfen und etwas ungläubig durch die für sie nicht immer genau einzuordnenden Ereignisse. „Colombiana“ funktioniert somit trotz aller weiblichen Reize, die er ganz bewusst und äußerst werbewirksam zur Schau stellt, auch als emanzipatorischer Gegenentwurf zum bis heute von männlichen Rollenbildern und Vorstellungen geprägten Actiongenre.

Für Regisseur Olivier Megaton, dessen „Transporter 3“ zu den eher schwächeren Besson-Produktion der vergangenen Jahre zählt, ging es vornehmlich darum, den sicherlich nicht wahnsinnig originellen Rachefeldzug möglichst ansprechend und abwechslungsreich zu bebildern. Die Kamera ist hier wie Hauptdarstellerin Zoe Saldana praktisch jederzeit in Bewegung, was seinem Film die gewünschte Dynamik und Leichtigkeit verleiht. Dazu gibt es reichlich „Bacardi Feeling“ und Latino-Temperament, erst in Kolumbiens Drogenhauptstadt Medellin, später dann im eigentlich nur wenig karibischen Chicago. Schöne Bilder waren Besson nämlich schon immer mindestens so wichtig wie eine „schöne“ Geschichte. In „Colombiana“ fügt sich beides zu einem direkten und bisweilen recht augenzwinkernden Ergebnis zusammen.

Colombiana in den Kölner Kinos
Die besten Szenen aus Colombiana in unserem CineChannel
Die offizielle Homepage zum Film
Bildergalerie Colombiana

 

Über den Autor

Marcus Wessel lebt und arbeitet als freier Journalist in Köln. Seine große Leidenschaft gilt dem Kino, wobei er eine strikte Einteilung in Blockbuster und Arthaus ablehnt. Für ihn gibt es nur gute und schlechte Filme.
http://marcus-filmseite.blogspot.com/

 

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