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Film der Woche

Breaking Dawn – Bis(s) zum Ende der Nacht - Teil 1

Von Marcus Wessel

Es ist wieder soweit. Mit dem ersten Part von „Breaking Dawn“ erreicht die Romanze zwischen der jungfräulichen Bella und ihrem blassen Romeo Edward ihren vorläufigen Höhepunkt. Es wird geheiratet, geliebt und viel gelitten. Die Fans werden es mögen.

Bereits zum vierten und damit vorletzten Mal lassen Bella und ihre große Liebe Edward die Herzen der meist weiblichen Kinobesucher höher schlagen. Endete Teil 3 der „Bis(s)“-Reihe mit dem lang ersehnten Eheversprechen, so steht die Hochzeit des verliebten Paares ganz am Anfang von „Breaking Dawn“. In der Tradition des „Harry Potter“-Finales wurde dieser in zwei Kinofilme aufgesplittet. 750 Seiten, so das Argument der Produzenten, ließen sich partout nicht auf einmal erzählen. Nur Spötter und notorische „Bis(s)“-Verächter werden nun behaupten, dass eher die Aussicht auf doppelte Einnahmen den Ausschlag für dieses in die Länge gezogene Finale gab. Immerhin verzichtete man auf jeden zumeist überflüssigen 3D-Schnickschnack. Bella und Edward gibt es auch dieses Mal nur in zwei Dimensionen zu sehen.

Bildergalerie: Die besten Szenen aus "Bis(s) zum Ende der Nacht - Teil 1"

Auf eine Hochzeit folgen auch in einer Mensch-Vampir-Beziehung die Flitterwochen. Edward (Robert Pattinson) lädt seine Bella (Kristen Stewart) in ein luxuriöses Feriendomizil auf eine einsame und romantische kleine Insel vor Rio ein. Dort verbringen beide einige unbeschwerte Tage und Nächte. Zwischen türkisklarem Meer, weißem Sandstrand und reichlich Karibik-Feeling passiert schließlich das, was nicht nur Edward und Bella schon lange herbeigesehnt haben. Das frisch vermählte Paar gibt sich erstmals gemeinsam der körperlichen Liebe hin. Die Folgen sind ein demoliertes Ferienzimmer – Edward mag es augenscheinlich gerne etwas härter – und eine verräterische Übelkeit bei Bella. Kurz darauf haben beide Gewissheit. Bella ist schwanger.

Wer sich nun fragt, was eigentlich aus Jacob (Taylor Lautner) geworden ist, dem sei gesagt, dass der Sixpack-Schönling hier über weite Strecken keine Rolle mehr spielt. Erst zum Ende greifen er und seine pelzige Gang nennenswert in das Geschehen ein, wobei der Auftritt des schon aus den ersten drei Filmen bekannten CGI-Wolfsrudels von Regisseur Bill Condon eher lieblos abgespult wird. Sein Interesse gilt indes Edward und Bella, ihrer Liebe und ihrem Kampf um eine gemeinsame Zukunft. Dass sich die „Bis(s)“-Reihe allenfalls oberflächlich auf ihre Vampir-Thematik einlässt, wird dieses Mal besonders deutlich. So fehlen die typischen Genreelemente fast gänzlich, stattdessen schwelgen Condon und sein Film wahlweise in hübschen Urlaubsmotiven oder idealisierten Paarbildern. Im Ergebnis fühlt sich „Breaking Dawn“ so blass und blutleer wie der gute Edward an.

"Bis(s) zum Ende der Nacht - Teil 1" in den Kölner Kinos

Und doch wird auch Teil 4 wieder ein weltweiter Erfolg werden und Hunderte von Millionen Dollar einspielen. Das ist einerseits frustrierend, weil dafür so viele mutige, spannende und wirklich mitreißende Filme unbeachtet bleiben, andererseits bestätigt es die Logik der risikoarmen Bestseller-Verfilmungen. Danach ist es letztlich unerheblich, wie gut oder schlecht eine Geschichte fürs Kino adaptiert wird, wichtig ist allein, dass möglichst viele sie kennen und bereit sind, ein Ticket zu kaufen. Eine solche Entwicklung tötet am Ende jede Kreativität ab. „Breaking Dawn – Part 1“ eignet sich als Musterbeispiel für all das, was auf diesem Gebiet falsch läuft. Der Film ist kein Totalausfall – dafür ist Condon ein zu versierter Handwerker – und doch bleibt er selbst gemessen an seinem ohnehin nicht unbedingt ambitionierten Ausgangsmaterial weit unter den eigenen Möglichkeiten.

Das Triptychon aus Hochzeit, Flitterwochen und Schwangerschaft ist zudem eine recht zähe Angelegenheit, sowohl für Leser des Romans – die wissen schließlich, was folgt – als auch für alle anderen. In den verkitschten Bildern des frischen Eheglücks geht jede Spannung und Dynamik verloren. Die anschließende Problemschwangerschaft soll dann mit der Brechstange diesen offenbar auch den Machern bewussten Mangel korrigieren. Bellas Leiden im Kreis ihrer neuen Vampir-Familie besitzt aber mehr Nervpotenzial als Mel Gibsons „Die Passion Christi“. Noch dazu wird jedes Gefühl von den immergleichen Kuschelrock-Songs zubetoniert. Eingefleischte Fans werden über all diese Makel großzügig hinwegsehen. Für sie zählt allein, dass sie Edward und Bella endlich wiederhaben.

"Bis(s) zum Ende der Nacht - Teil 1" in den Kölner Kinos
Die besten Szenen aus "Bis(s) zum Ende der Nacht - Teil 1" in unserem CineChannel
Die offizielle Homepage zum Film

Bildergalerie: Die besten Szenen aus "Bis(s) zum Ende der Nacht - Teil 1"


 

Über den Autor

Marcus Wessel lebt und arbeitet als freier Journalist in Köln. Seine große Leidenschaft gilt dem Kino, wobei er eine strikte Einteilung in Blockbuster und Arthaus ablehnt. Für ihn gibt es nur gute und schlechte Filme.
http://marcus-filmseite.blogspot.com/

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