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Film der Woche

Bad Teacher

Von Marcus Wessel

Der Pädagoge als Vorbild. In dieser locker-leichten Hollywood-Komödie wird das Ideal des ehrenwerten, tugendhaften Lehrers mal eben um 180-Grad gedreht. Cameron Diaz unterrichtet nicht nur nach recht unorthodoxen Methoden, auch sonst will sich ihre unverschämte Schönheitsprinzessin nicht so recht in das Umfeld einer biederen Mittelschule einfügen.

Wenn man sich gelegentlich an die eigene Schulzeit zurückerinnert, dann gibt es da eigentlich immer nur zwei Arten von Lehrern. Die einen verstanden es, ihren nicht immer spannenden Stoff auf eine Art zu präsentieren, dass man als Schüler durchaus Interesse für ein Thema entwickelte. Die anderen – leider die Mehrzahl – fügten sich resigniert in eine Mischung aus Routine und Gleichgültigkeit. Zumindest das mit der Gleichgültigkeit hat Elizabeth (Cameron Diaz) schon ziemlich gut drauf. Ihr ist es letztlich egal, ob ihre Schüler etwas lernen und so ist der Fernseher ihr bevorzugtes Unterrichtsmittel. Eigentlich wollte Elizabeth ihren nicht gerade geliebten Job als Aushilfslehrerin an einer verschlafenen Mittelschule ohnehin längst aufgeben, um sich ganz den repräsentativen Pflichten einer gut situierten Ehefrau widmen zu können. Dumm nur, dass ihr reicher Beinahe-Gatte so kurz vor der Hochzeit das Weite suchte – woran sie selber wiederum alles andere als unschuldig war.

Bildergalerie: Bad Teacher

Also muss sie eine Ehrenrunde drehen und sich ein weiteres Jahr mit so verhassten Kolleginnen wie der überkorrekten und krankhaft ehrgeizigen Amy (Lucy Punch) herumschlagen. Erst als sie Scott (Justin Timberlake), dem überaus attraktiven wie vermögenden Vertretungslehrer, begegnet, wird Elizabeths Laune plötzlich besser. Der neue Kollege passt perfekt in ihr Beuteschema. Sehr zu ihrem Ärger verguckt sich dieser jedoch in ihre Kollegin Amy. Elizabeth ist sich sicher, dass die lang ersehnte Brustvergrößerung ihr im Kampf um Scott den entscheidenden Vorteil einbringen wird. Um die kostspielige OP zu finanzieren, entwickelt sie einen lange Zeit nicht gekannten Ehrgeiz.

Bad Teacher in den Kölner Kinos 

Hinter „Bad Teacher“ steckt zunächst ein mehr als durchsichtiges Kalkül. Offenbar setzte Sony darauf, dass möglichst viele Zuschauer Cameron Diaz und Justin Timberlake zwei Jahre nach dem Ende ihrer medienwirksamen Beziehung wieder einmal gemeinsam vor einer Kamera sehen wollten. Natürlich müssen sie hier miteinander flirten und auf Tuchfühlung gehen – so will es das Drehbuch, so will es das Studio. Lässt man diesen platten Versuch einer für Hollywood nicht unüblichen Film-PR für einen Moment außer Acht, so lässt sich die durchaus flotte und verglichen mit anderen Studioproduktionen angenehm unverkrampfte Geschichte durchaus mit einem gewissen Vergnügen verfolgen. „Bad Teacher“ pflegt nämlich nicht nur einen selbstbewussteren Umgang mit nackten Tatsachen, das Konsens-Gift einer kleinbürgerlichen Moral wird von Regisseur Jake Kasdan glücklicherweise nur in kleinen und damit letztlich unschädlichen Dosen verabreicht.

Elizabeth werden am Ende zwar die Augen geöffnet, eine echte Distanzierung von ihren zuvor oftmals wunderbar gegen den Mainstream gebürsteten Methoden und Ansichten – Arbeiten ist kurz gesagt etwas für Loser und gegen einen gelegentlichen Cannabis-Rausch lässt sich im Grunde wenig einwenden – erfolgt jedoch wider Erwarten nicht. In dieser Hinsicht besteht bei Kasdans Schulklamotte auch abseits seines recht ähnlich klingenden Titels eine gewisse Verwandtschaft zu Terry Zwigoffs Anti-Weihnachtsfilm „Bad Santa“. Und wie dieser lebt auch Kasdans Film vor allem von der Spielfreude und dem Charisma seines Stars. Die Kamera sucht in praktisch jeder Einstellung Cameron Diaz, die genüsslich mit ihrem seit „Verrückt nach Mary“-Zeiten angeklebtem Image als dumme Blondine spielt. Dabei ist ihre Elizabeth alles andere als naiv. Sie weiß nur zu gut, wie sie die Männer um den Finger wickeln muss. Einzig Timberlakes Über-Gutmensch Scott zeigt sich gegenüber den Verführungskünsten der Femme fatale erstaunlich resistent, worin natürlich eine besondere Ironie liegt.

„Bad Teacher“ liefert trotz manch plumper Gags, die desöfteren auf die größte nur denkbare Peinlichkeit unterhalb der Gürtellinie zielen, jede Mende Kurzweil. Es ist eine Klamotte für Erwachsene, bei der man nie Gefahr läuft, intellektuell überfordert zu werden. Dass sich der Film dabei für keine seiner gnadenlos überzeichneten Figuren wirklich interessiert, sondern diese eher wie auf einem Schachbrett nach Belieben herumschiebt, muss man bei diesem Trip ins „Glee“-Paralleluniversum allerdings stillschweigend akzeptieren.

Bildergalerie: Bad Teacher
Bad Teacher in den Kölner Kinos
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Offizielle Website zum Film

 

Über den Autor

"Marcus Wessel lebt und arbeitet als freier Journalist in Köln. Seine große Leidenschaft gilt dem Kino, wobei er eine strikte Einteilung in Blockbuster und Arthaus ablehnt. Für ihn gibt es nur gute und schlechte Filme.
http://marcus-filmseite.blogspot.com/

 

 

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