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Film der Woche + Verlosung

Aushilfsgangster

„Ocean’s Eleven“ trifft auf „Ganz oder gar nicht“. Ben Stiller und Eddie Murphy versuchen sich als Gangster in einer ehrenwerten Sache. Ein reicher Banker soll die ihm anvertrauten Gelder veruntreut und zur Seite geschafft haben. Fest entschlossen, sich ihr hart verdientes Geld zurückzuholen, schmieden unsere Working-Class-Helden einen geradezu tollkühnen Plan. koeln.de verlost zwei Fanpakete zum Film.

Von Marcus Wessel 

Hier erzählt Hollywood eine Geschichte, die wie kaum eine andere in den Zeitgeist passt. Und dieser richtet sich partout gegen alles, was von der Wall Street kommt, gegen gierige Banker und gegen einen deregulierten und dabei zerstörerischen Finanzkapitalismus. Die „Occupy“-Bewegung scheint im Kino angekommen zu sein, wenn ihre Ziele und Ideen verkleidet in das Vehikel einer harmlosen Ben-Stiller-Comedy an den Zuschauer herangetragen werden. Allerdings ist die gesellschaftliche Agenda bestenfalls schmückendes Beiwerk. Zu aller erst soll und darf hier gelacht werden.

Überhaupt passt der strebsame Josh (Stiller) nicht so recht in das Bild eines Kapitalismus-feindlichen, linken Weltverbesserers. Als Chef über Hunderte fleißige Hausgeister in New York teuerster und exklusivster Adresse, dem „Tower“, ist er eigentlich an Luxus und eine überaus reiche Klientel gewohnt. Selbst deren zum Teil bizarre Sonderwünsche können ihn längst nicht mehr aus der Ruhe bringen. Was ihn jedoch so richtig aufwühlt, ist die auf einen Schlag enttarnte Skrupellosigkeit seines vermeintlich guten Bekannten Arthur Shaw (Alan Alda). Im Glauben an dessen Qualitäten als Banker und Vermögensverwalter hatte er ihm die eigenen Pensionsgelder und die seiner Mitarbeiter anvertraut. Nun ist alles weg. Dabei ist sich Josh sicher, dass sich das Geld noch in Arthurs Besitz befindet.

Bildergalerie

Josh entwickelt daraufhin einen gerade abenteuerlichen Plan. Zusammen mit einigen Kollegen will er in bester „Ocean’s“-Manier sich das Geld von Arthur zurückholen. Doch weil den braven Angestellten das nötige Know-how fehlt, droht das Vorhaben zu scheitern. Wie gut, dass Josh den von sich ziemlich überzeugten Kleinkriminellen Slide (Eddie Murphy) ins Boot holt. Mit kompletter Mannschaft und fest entschlossen, die eigenen Ersparnisse zurückzuholen, nehmen sie es gegen den mächtigen Wall-Street-Mogul auf.

Gordon Gekko, der wohl berühmteste Finanzjongleur Hollywoods, dürfte es mit Unbehagen, aber auch mit einem gewissen Interesse verfolgen, was sich in diesen Wochen auf den Straßen und Plätzen vor Wall Street und anderswo zusammenbraut. Mit dieser diffusen Skepsis gegen das kapitalistische System spielt auch „Aushilfsgangster“, wo der Unterschied zwischen denen, da oben, und dem Volk kaum größer sein könnte. Gut und Böse sind hier ebenso wie unsere Sympathien von Beginn an klar verteilt und so kann der Film gerade zum Ende auf unsere Schadenfreude uneingeschränkt vertrauen. Alan Alda spielt den bösen Finanzhai als Bernie-Maddoff-Double. Doch während dieser die oberen Zehntausend um Teile ihres Vermögens brachte, ist in dieser Geschichte Joe Sixpack der Leitragende.

Die besten Szenen aus "Aushilfsgangster" in unserem CineChannel 

Hat der mutige Josh erst einmal sein wackeres Grüppchen herrlich naiver Working-Class-Helden zusammengetrommelt, schaltet Regisseur Brett Ratner in den „Heist“-Autopilotmodus. Unterlegt von einer guten Portion „Ganz oder gar nicht“-Gefühl – der kleine Mann wächst einmal mehr über sich hinaus – basteln die Betrogenen an ihrer spektakulären Rache. Dabei verläuft jedoch längst nicht alles so, wie sich das Josh und seine Mitstreiter vorgestellt haben. Vor der Kulisse der alljährlichen Thanksgiving-Parade des New Yorker Kaufhauses Macy’s schlägt der Plot dann einige irrwitzige Volten, was den ohnehin soliden Unterhaltungswert noch zusätzlich befeuert. Es macht einfach Spaß, diesem Kleine-Leute-Coup zuzuschauen, zumal sich dieses Mal sogar Eddie Murphy mit seinem nicht selten nervigen Gequassel und exaltierten Gehabe merklich zurückhält.

Wenn man möchte, kann man vieles von der augenblicklichen Stimmung in diesen Film hineinlesen. Banken- und Bankerkritik ist längst auch in bürgerlichen Kreisen en vogue. Insofern hat „Aushilfsgangster“ mit seinem Anliegen leichtes Spiel. Dass sich ausgerechnet Hollywood, wo Kreativität und Mut oftmals hinter rein kommerziellen Interessen zurückstehen müssen, als linkes Gewissen inszeniert, entbehrt nicht einer gewissen Ironie. Es ist zugleich der Widerspruch im „American Way of Life“, den Ratners Komödie – vermutlich ohne es zu wollen – auf amüsante Weise offenlegt.

"Aushilfsgangster" in den Kölner Kinos
Die besten Szenen aus "Aushilfsgangster" in unserem CineChannel

Die offizielle Homepage zum Film

Bildergalerie: Die besten Szenebilder aus "Aushilfsgangster"

Über den Autor

Marcus Wessel lebt und arbeitet als freier Journalist in Köln. Seine große Leidenschaft gilt dem Kino, wobei er eine strikte Einteilung in Blockbuster und Arthaus ablehnt. Für ihn gibt es nur gute und schlechte Filme.
http://marcus-filmseite.blogspot.com/

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