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Film der Woche

Atemlos – Gefährliche Wahrheit

Von Marcus Wessel

Ein „Twilight“-Star auf Solopfaden. Taylor Lautner, Teenie-Schwarm und „Jacob“-Darsteller, soll in diesem höchst durchschnittlichen Actionthriller zu einer Art Nachwuchs-Jason-Bourne aufgebaut werden. Es ist ein Kalkül, das am Ende nur sehr bedingt aufgehen will.

Es ist der Fluch des Erfolgs. Während Mark Hamill immer auf seine Rolle als Luke Skywalker reduziert werden wird, dürfte Daniel Radcliffe Zeit seines Lebens den langen Schatten Harry Potters spüren. Für Taylor Lautner ist es wiederum die Rolle des Wolfsmenschen Jacob aus der so populären „Twilight“-Reihe, mit der er vermutlich auf ewig verbunden ist. Die Verfilmungen der Vampir-Romanze haben ihn neben Robert Pattinson praktisch über Nacht zum Mädchen-Schwarm gemacht. Dieses Pfund versuchen Lautner und seine Agenten, nun auch in anderen Produktionen gewinnbringend einzusetzen. „Atemlos – Gefährliche Wahrheit“ ist das Ergebnis eines solchen Soloprojekts, bei dem er sich den Platz auf dem Star-Podest endlich einmal nicht mit einem anderen Teenie-Idol teilen muss.

Bildergalerie Atemlos - Gefährliche Wahrheit

Dass nun alle Augen allein auf ihn gerichtet sind, erweist sich jedoch recht bald als nicht unerheblicher Nachteil. Denn Lautners darstellerische Mittel scheinen zumindest sehr begrenzt. Wenig glaubwürdig transportiert er die emotionale Achterbahnfahrt seines Filmcharakters, der Hals über Kopf in eine für ihn anfangs kaum zu kontrollierende Extremsituation hineingeworfen wird. Als der junge Nathan bei der Recherche für ein Schulprojekt auf einer Webseite mit vermissten Personen ein Kinderfoto von sich entdeckt, lässt dieser Zufallsfund ihn schlagartig an seinem bisherigen Leben zweifeln. Tausend Fragen schießen plötzlich durch seinen Kopf. Wer ist er und vor allem wer sind diese Menschen, die sich bislang immer als seine Eltern ausgaben? Noch ehe Nathan sich über die neue Situation so richtig im Klaren sein kann, stürmen bereits zwei bewaffnete Killer sein Zuhause.

Damit beginnt eine Flucht, die Nathan und seine Mitschülerin Karen (Lily Collins) in noch so manch brenzlige Situation bringen wird. Sogar das CIA in Person eines zwielichtigen Agenten (Alfred Molina) heftet sich an die Fersen der jungen Ausreißer. Und natürlich darf in diesem leicht durchschaubaren Verwirrspiel am Ende auch ein Bösewicht (Michael Nyqvist) mit osteuropäischem Akzent nicht fehlen. Zu den wenigen Verbündeten, auf die sich Nathan verlassen kann, zählt seine Therapeutin (Sigourney Weaver), die um die wahre Identität ihres Patienten und seine Geschichte weiß.

Lautners junger Alter Ego soll sich augenscheinlich als eine Art Nachwuchs-Jason-Bourne den Weg freikämpfen. Hierfür klappert der Film die erprobten Schauplätze ab. So muss im Mittelteil mal wieder eine Zugfahrt als Ort von Suspense und Action herhalten. Das hatten wir zuletzt erst in dem deutlich cleveren „Source Code“. Passend dazu mündet die Verfolgungsjagd, bei der die Rollen von Hase und Igel nicht immer eindeutig verteilt sind, in einem vollbesetzten Baseball-Stadion. Es ist zugleich der Moment, an dem man sich Steven Segal herbeisehnt, zumal der eigentlich Action-erfahrene Regisseur John Singleton („2 Fast 2 Furious“) die spektakuläre Bühne kaum für seine Zwecke zu nutzen weiß. Nicht nur in dieser Szene dürfte „Atemlos“ daher enttäuschte Zuschauerreaktionen ernten.

Die besten Szenen aus Atemlos - Gefährliche Wahrheit im CineChannel

Auch gelingt es dem Film nie wirklich, sich zumindest als unfreiwillig komische Trash-Perle in unsere Herzen zu spielen. Dafür ist die Produktion am Ende einfach zu professionell. Allein die bisweilen recht skurrilen Auftritte so namhafter Schauspieler wie Sigourney Weaver, Michael Nyqvist und Maria Bello sorgen für unbeabsichtigte Heiterkeit. Ebenso wie die Geschichtsakrobatik Taylor Lautners, bei dem man sich fortlaufend fragt, was ihn abseits seines durchtrainierten Bodys für diese Rolle womöglich qualifiziert. Natürlich hat er seine Besetzung allein seiner Bekanntheit aus „Twilight“ zu verdanken. Da ist es nur konsequent, wenn er gleich in der zweiten Szene mit nacktem Oberkörper alle Jacob-Groupies glücklich macht. Für die ist der Film ohnehin Nebensache.

Atemlos - Gefährliche Wahrheit in den Kölner Kinos
Die besten Szenen aus Atemlos - Gefährliche Wahrheit in unserem CineChannel
Die offizielle Homepage zum Film
Bildergalerie Atemlos - Gefährliche Wahrheit

Über den Autor

Marcus Wessel lebt und arbeitet als freier Journalist in Köln. Seine große Leidenschaft gilt dem Kino, wobei er eine strikte Einteilung in Blockbuster und Arthaus ablehnt. Für ihn gibt es nur gute und schlechte Filme.
http://marcus-filmseite.blogspot.com/

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