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Film der Woche

Arthur Weihnachtsmann

Von Marcus Wessel

Die Tage werden kürzer, die Temperaturen kälter und die Einkaufsstrassen verwandeln sich in ein Meer aus Licht und Kitsch. Das Fest aller Feste wirft seine lange Schatten voraus und mit ihm ein ganz besonderes Genre: Der Weihnachtsfilm. Die Animationskünstler der berühmten britischen Aardmen Studios widmen sich der Frage, wie es der Weihnachtsmann wohl schafft, pünktlich zum Morgen des 25. Dezembers allen Kindern ihre Wünsche zu erfüllen.

Was wäre Weihnachten nur ohne den Weihnachtsfilm? Kaum vorstellbar, gehört er doch wie Tannenbaum, Lebkuchen und das Geschenke auspacken einfach dazu. Vor allem Komödien und bunte Animationsgeschichten, die im besten Fall die gesamte Familie – vom Opa bis zum Junior – unterhalten sollen, sind längst ein fester Bestandteil des weihnachtlichen Filmprogramms. Dabei gehen die Verleiher bei der Planung rund um die Feiertage meist kein Risiko ein. Allzu Grelles oder Experimentelles wird vom Publikum angeblich nicht honoriert. Idealerweise trägt der zu vermarktende Weihnachtsfilm auch gleich den Hinweis auf das Fest der Feste im Titel.

Bildergalerie: Die besten Bilder aus "Arthur Weihnachtsmann"
 

„Arthur Weihnachtsmann“ erfüllt gleich beide Kriterien. Den nicht unbedingt dezenten Hinweis auf Weihnachten kann wirklich niemand überlesen und die Zugehörigkeit zum Animationsgenre garantiert gleichzeitig ein möglichst breites Zielpublikum. Ohnehin entscheiden erfahrungsgemäß die Kinder, was mit Papa, Mama und den Großeltern geguckt wird. Dazu wird die Geschichte in 3D erzählt, was heutzutage auch schon fast ein Muss ist. Hinter der britischen Produktion stecken die kreativen Köpfe der weltberühmten Aardman Studios, die mit ihren knuddeligen Knetfiguren „Wallace & Grommit“ längst Animationsgeschichte geschrieben haben. Dieses Mal lassen sie jedoch die Knete links liegen, um ausschließlich am Computer ihre Figuren und Sets zusammenzubasteln. CGI heißt einmal mehr das Zauberwort.

Für den liebenswert tollpatschigen Arthur ist Weihnachten das Größte. Diese Leidenschaft wurde ihm als Sohn des Weihnachtsmanns aber auch praktisch in die Wiege gelegt. Zu ihm an den Nordpol gelangen die Wünsche der Kinder aus der ganzen Welt. Jeden Brief versucht er mit Liebe zu beantworten. Sein älterer Bruder Steve hat das etwas andere Familienunternehmen inzwischen jedoch in eine effiziente High-Tech-Maschinerie umgekrempelt.

Die besten Szenen aus "Arthur Weihnachtsmann" in unserem CineChannel
 

Das Bild vom gemütlichen Weihnachtsmann, der mit seinem Schlitten und seinen Rentieren zu den Kindern reist, gehört dabei längst der Vergangenheit an. Heute ist Santa Claus mehr ein Postbote mit Raumschiff, der in traditioneller Kostümierung eher repräsentative Pflichten zu erfüllen hat. Im Hintergrund arbeitet derweil eine ganze Armee fleißiger Helferlein an der Erfüllung unzähliger Wünsche. Schließlich soll jedes Kind rechtzeitig sein Geschenk erhalten. Das Unheil nimmt seinen Lauf, als durch ein Missgeschick plötzlich ein Kind kein Geschenk bekommen soll. Arthur weiß, dass er die Sache selbst in die Hand nehmen muss.

Es ist die Abwandlung einer James-Bond-Episode mit einem etwas anderen Superhelden und ohne einen echten Bösewicht, die „Arthur Weihnachtsmann“ auf ungemein sympathische und temporeiche Art erzählt. Denn auch wenn Arthurs scheinbar Weihnachts-müder Bruder den Geschenkeirrtum am liebsten unter den Teppich kehren würde, erfüllt er nicht die Kriterien eines finsteren Schurken. Irgendwie kann man keinem hier wirklich böse sein, schon gar nicht dem Weihnachtsmann selber. Das mag mit dem aus „Wallace & Grommit“ übernommenem Figurendesign zusammenhängen – die typischen Knuddelnasen dürfen hier selbstverständlich nicht fehlen –, oder ganz einfach mit der Liebe zum Detail, die Aardmans Animationskünstler immer wieder unter Beweis stellen. Schon die Ausgestaltung der Geschenke-Operation in der Tradition eines klassischen Agenten- oder Heist-Abenteuers kann einen unentwegt zum Schmunzeln bringen.

"Arthur Weihnachtsmann"  in den Kölner Kinos

Dazu passt der feine britische Humor, über den sich Aardman bereits seit „Wallace & Grommit“ von ihrer zumeist amerikanischen Konkurrenz wie Pixar und Dreamworks unterscheiden konnten. Selbst wenn sich wie im Fall der doch sehr an die Minions angelehnten Elfenarmee einige Ideen-Plagiate einschleichen, fügt das dem positiven Gesamteindruck keinen nennenswerten Schaden zu. Die Mischung aus subtiler Ironie und unbekümmerten Slapstick geht auf und dürfte Groß wie Klein bestens unterhalten. Als Bonbon werden Besucher der Originalfassung mit den Stimmen so großartiger Schauspieler wie Jim Broadbent, Hugh Laurie und Bill Nighy verwöhnt. Wer nun auf den Geschmack gekommen ist, der muss auf den nächsten Weihnachtsfilm nicht lange warten. Bereits nächste Woche startet Constantin die Cornelia-Funke-Verfilmung „Als der Weihnachtsmann vom Himmel fiel“.

"Arthur Weihnachtsmann"  in den Kölner Kinos
"Arthur Weihnachtsmann 3D" in den Kölner Kinos
Die besten Szenen aus "Arthur Weihnachtsmann" in unserem CineChannel

Die offizielle Homepage zum Film

Bildergalerie: Die besten Bilder aus "Arthur Weihnachtsmann"

Über den Autor

Marcus Wessel lebt und arbeitet als freier Journalist in Köln. Seine große Leidenschaft gilt dem Kino, wobei er eine strikte Einteilung in Blockbuster und Arthaus ablehnt. Für ihn gibt es nur gute und schlechte Filme.
http://marcus-filmseite.blogspot.com/

(Erstellt am 15. November 2011 - 12:48 Uhr; aktualisiert 17. November 2011 - 16:18 Uhr)


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