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Film der Woche

Arthur

Von Marcus Wessel

Der Sprössling einer schwerreichen Unternehmerdynastie will sich nicht so recht in die Tradition der Familie einfügen. Schlimmer noch: Er trinkt, feiert exzessive Partys und ist auch sonst kein Kind von Traurigkeit. Es scheint, als habe der britische Star-Comedian Russell Brand seine Traumrolle gefunden.

Peter Pan weigerte sich bekanntlich, erwachsen zu werden. Ein bisschen trifft das auch auf Arhur Bach (Russell Barnd) zu. Denn während andere Menschen in seinem Alter für gewöhnlich einer Arbeit nachgehen, um ihren Lebensunterhalt zu verdienen, weigert sich Arthur einer geregelten Tätigkeit, ja überhaupt einem geregelten Tagesablauf nachzugehen. Viel lieber macht er das, wozu er gerade Lust hast. Da hilft es, wenn man ein paar Millionen – oder besser Milliarden – in der Hinterhand hat. Leider ist Arthur regelmäßiger Gast in sämtlichen Klatsch-Magazinen, sehr zum Missfallen seiner konservativen Mutter, die um den Ruf ihrer angesehenen Familienstiftung bangt. Sie stellt ihrem Filius schließlich ein Ultimatum. Wenn er nicht die ehrgeizige, biedere Karrierefrau Susan (Jennifer Garner) heiratet, verliert er sein Erbe und damit auch seinen luxuriösen Lebensstil.

Bildergalerie: Arhur

Jetzt könnte man meinen, dass die Entscheidung Arthur nicht weiter schwer fallen dürfte. Dem wäre auch so, wenn er nicht kurz zuvor die ebenso chaotische wie liebenswerte Naomi (Greta Gerwig) kennen gelernt hätte. Die quirlige Reiseleiterin scheint eine Seelenverwandte zu sein. Sie ist jemand, der hinter Arthurs Fassade blickt und dessen wahres Ich erkennt. Für den verwöhnten Milliardärsspross ist die Begegnung mit Naomi wie ein Naturereignis, das all seine Sinne verwirrt. Mit Hilfe seiner fürsorglichen, gleichwohl resoluten „Nanny“ Hobson (Helen Mirren) will er endlich sein Leben in den Griff bekommen.

Wenn manch einem die Geschichte nun bekannt vorkommt, dann hat das einen einfachen Grund. „Arthur“ ist ein Remake des mit dem Zusatz „Kein Kind von Traurigkeit“ versehenen Publikumserfolgs von 1981. Damals gab der Brite Dudley Moore den exzentrischen Playboy. Als sein strenger Butler erspielte sich John Gielgud einen Oscar. Für die Neuauflage, in der aus dem Butler Hobson die Nanny wurde, lässt sich zumindest eine Prognose aufstellen: Einen Goldjungen wird „Arthur 2011“ mit ziemlicher Sicherheit nicht erhalten. Dafür ist die Handlung insgesamt zu belanglos und auch Helen Mirren kann es trotz ihres auch diesmal überzeugenden komödiantischen Einsatzes – nach der Senioren-/Agenten-Persiflage „R.E.D.“ – am Ende nicht mit Gielguds Auftritt als Butler-Buddy aufnehmen. Sie dürfte es verschmerzen, immerhin ist sie längst Mitglied im elitären Club der Oscar-Preisträger.

"Arthur" in den Kölner Kinos 

Ein Film wie „Arthur“ will nicht wirklich anecken, was zum Teil erklärt, warum er letztlich konstant unter seinen Möglichkeiten bleibt. Das offenkundige Alkoholproblem seiner Hauptfigur wirkt im Vergleich zum Original deutlich entschärft und überdies wie ein überflüssiges Gimmick in einem ansonsten recht familienkompatiblen Film. Der Unterhaltungsanspruch steht hier eindeutig im Vordergrund, was sich bereits mit der Besetzung Russell Brands dokumentiert. Der exaltierte Brite, der zuletzt in dem weitaus zotigeren „Männertrip“ zu sehen war, hat auch hier einige großartige Momente – so zum Beispiel, wenn es darum geht, sein öffentliches Image als Playboy und Berufschaot genüsslich zu karikieren – doch können diese den gerade im Mittelteil spürbaren Leerlauf und die konventionelle Dramaturgie samt moralischem Läuterungs-Impetus nicht kaschieren.

Enttäuschender als die nicht ganz überraschende Stromlinienförmigkeit der Geschichte ist aber, dass dieser neue „Arthur“ anders als das Original so wenig mit seinem Schauplatz New York anzufangen weiß. Mit Ausnahme einer durchaus stimmungsvollen Szene in Grand Central ist die Stadt, die niemals schläft, hier nur Staffage. Eigentlich könnte sicht Arthurs Wandlung vom dekadenten Lebemann zum pflichtbewussten Partner/Lebensabschnittsgefährten auch in jeder anderen Metropole vollziehen. Das ist schade, weil gerade New York so viele wunderbare, zum Teil filmisch wie touristisch sogar noch weitgehend unentdeckte Plätze anzubieten hat.

"Arthur" in den Kölner Kinos
Bildergalerie: "Arthur"
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Offizielle Website zum Film

Über den Autor

"Marcus Wessel lebt und arbeitet als freier Journalist in Köln. Seine große Leidenschaft gilt dem Kino, wobei er eine strikte Einteilung in Blockbuster und Arthaus ablehnt. Für ihn gibt es nur gute und schlechte Filme.
http://marcus-filmseite.blogspot.com/

 

 

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