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„Die wollen nur spielen“

Jürgen von der Lippe enttäuscht auf der Theaterbühne

Von Jürgen Schön

Die Hölle ist nur eine Erfindung. Stattdessen verkloppt im Himmel Friedenskämpfer Gandhi – durchaus mit Vergnügen – Diktator Hitler. Wunderliches und Witziges erzählt Gott, als er sich 2000 Jahre nach dem Tod seines Sohnes auf die Erde begibt und eine Psychiaterpraxis aufmischt. Der Arzt – so Gott – ist in Wirklichkeit Jesus, die Sprechstundenhilfe Maria und vor der Tür wartet die Patientin Maria Magdalena. So beginnt die Komödie „Die wollen nur spielen“, mit der das Theater am Dom die neue Spielzeit eröffnet.

 

Der Auftakt-Sketch entpuppt sich als Theaterstück aus der Feder des Millionärs Gottlieb, der auch Gott spielt. Gottlieb schreibt regelmäßig kurze Sketche und engagiert für die Aufführungen junge Frauen in der Hoffnung, dass sich sein Sohn Paul in sie verliebt und sie heiratet.

Mit „Die wollen nur spielen“ hat Autor Jürgen von der Lippe sich selbst die Rolle des Gottlieb auf den Leib geschrieben. Die Spiellust des intelligenten Moderators, Entertainers und Alleinunterhalters mit Hang zur Selbstironie und der Lust an Religionskritik und genital-sexuellen Witzen ist bekannt. Seiner Spiellust, seinen Leidenschaften lässt er hier ungezügelten Lauf: er greift zur Gitarre, setzt zotige Kalauer in Szene, überrascht mit kleinen Zauberstückchen, spielt mit Worten, überzeichnet die Charaktere.

Doch die Hoffnung auf einen durchgehend vergnüglichen, religionssatirischen Abend wird enttäuscht. Zu Lachen gibt es zwar immer wieder – besonders wenn „Gott“ auftritt. Doch schon bald zerbröselt das Stück, Längen schleichen sich ein. Die häufigen Wechsel zwischen Bühnen-„Theater“ und -„Realität“ zerstückeln die nicht unkomische Grund-Idee: Vater will Sohn verkuppeln, verliebt sich aber selber in die erhoffte Schwiegertochter. Was der Sohn natürlich nicht weiß. Hinzu kommen überraschende, Boulevard-typische Enthüllungen und plötzliche Schicksalsschläge: Reich wird arm und Arm wird reich.

An von der Lippes Seite kann Ingo Oschmann als charmanter, ewig pubertierender Sohn Paul überzeugen. Schwach die beiden Frauen, was vor allem am Drehbuch liegt. Astrid Kohrs spielt Gottliebs Geliebte, Nina Vorbrodt die nymphomanische Vegetarierin, die sich schließlich von Paul zu Wurstbrot und mehr bekehren lässt.

Der Schlussbeifall hielt sich in Grenzen. Jürgen von der Lippe, der an einigen Stellen wohl selber von der fehlenden Reaktion des Publikums überrascht schien, muss sich wohl noch einmal intensiv mit Regisseur Axel Beyer zusammensetzen, damit das Ganze rund wird und manche Peinlichkeit geliftet oder sogar gestrichen wird. Oder war’s am Ende nur Lampenfieber?

„Die wollen nur spielen“ – bis 16.11., täglich 20 Uhr, Samstag und Sonntag auch 17 Uhr, Theater am Dom, Opern-Passagen, Glockengasse 11, 50667 Köln.

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