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Film der Woche

Inception

Von Marcus Wessel

Bilder, wie sie das Kino bisher noch nicht gesehen hat, und eine Geschichte, die an ein weit verzweigtes Labyrinth erinnert: Christopher Nolans Gedankenexperiment „Inception“ ist ein Meisterstück in Inhalt und Form.

Bildergalerie: "Inception"
"Inception" in den Kölner Kinos  

Nichts ist unmöglich. Zumindest in der fantastischen und dabei auch immer gespenstischen Welt von „Inception“. Ganze Städte werden hier aus ihren Grundfesten gerissen und mal eben so um 180 Grad gedreht. Küstenabschnitte kollabieren wie zerbrechliche Blaupausen aus Sand und sogar die Regeln der Schwerkraft scheinen keine Gültigkeit mehr zu besitzen. Christopher Nolans Film steckt voller solch grandioser Bilder, mit denen er ganz nebenbei beweist, dass es kein 3D braucht, um den Zuschauer auch heute noch in Staunen zu versetzen. Und das praktisch nonstop.

"Inception" und andere Filme in unserem Kino-Magazin

Nolan hat in der Vergangenheit mit spannenden Rätseln wie „Following“ und „Memento“ viel Lob und Anerkennung eingeheimst. Mit der Wiederbelebung des „Batman“-Franchise und seiner düsteren, erwachsenen Neuinterpretation gelang ihm dann auch in kommerzieller Hinsicht ein echtes Opus magnum. Für „Inception“ bekam er darauf hin freie Hand über ein 200 Mio. Dollar Budget. Anders als viele seiner Hollywood-Kollegen weiß er jeden einzelnen Cent zu nutzen, wobei die spektakulären Effekte glücklicherweise nie zum Selbstzweck verkommen. Auch das ist heute eine Rarität.

Der Film nimmt eine im Grunde simple Prämisse und denkt sie konsequent weiter. Als Zuschauer muss man lediglich akzeptieren, dass es in einer nicht allzu fernen Zukunft möglich sein wird, über den Traum in die Gedankenwelt eines anderen Menschen einzudringen und daraus eine einzelne Idee oder einen einzelnen Gedanken zu stehlen. Dieser Vorgang nennt sich „Extraktion“ und bildet gewissermaßen die Vorlage für das, was im Weiteren als “Inception“ umschrieben wird. Dabei geht es nicht darum, eine fremde Idee zu stehlen, sondern eine eigene Idee jemand anderem einzupflanzen. Der Andere soll den Gedanken schließlich als seinen eigenen übernehmen. Eine gute „Inception“ bleibt somit stets unentdeckt und hinterlässt keine Spuren.

Einer der Besten auf dem Gebiet der „Inception“ ist der von Leonardo DiCaprio dargestellte Cobb. Für einen japanischen Milliardär und Unternehmer (Ken Watanabe) soll er einen riskanten Job erledigen. Es geht darum, den Sohn eines Konkurrenten zum Verkauf des väterlichen Firmenimperiums zu „überreden“. Als Belohnung winkt Cobb eine Familienzusammenführung mit seinen Kindern, die er einst in den USA zurücklassen musste, wo man ihn (fälschlicherweise?) für den Tod seiner Frau Mal (Marion Cotillard) verantwortlich macht.

Über die Verknüpfung eines etwas anderen Wirtschaftsverbrechens mit einer sehr persönlichen Tragödie schlägt Nolans Film eine Volte vom großen Ganzen ins Private. Cobbs Motive sind egoistisch und allein an dem Wunsch, wieder in die Gesichter der eigenen Kinder sehen zu können, orientiert. Mag manch einer dem Film vorhalten, er entziehe sich hierdurch einer substanziellen Analyse von ökonomischen Machtstrukturen – dieses Thema interessiert Nolan allenfalls am Rande –, so legt die Verankerung in Cobbs Vergangenheit doch erst den Grundstein für eine echte emotionale Teilhabe des Zuschauers. Denn auch wenn es zunächst nicht den Anschein hat: „Inception“ ist ein Film, der das Herz und weniger den Verstand anspricht – bisweilen Gefahr laufend, ins Über-Melodramatische zu kippen.

Dabei spiegeln sich in ihm viele Motive und Elemente früherer Nolan-Arbeiten. Cobbs Trauma, sein Leben in der Vergangenheit und in den immer gleichen Erinnerungen, ähnelt Leonards Schicksal aus „Memento“. Beide Geschichten erzählen von einem unermesslichen Verlust, dessen dunkler Schatten bis heute über den Akteuren liegt. Ein Zufall dürfte es hingegen sein, dass Leonardo DiCaprio in Martin Scorseses Psychothriller „Shutter Island“ einen in vielen Dingen deckungsgleichen Charakter verkörperte. Auch unter Nolans Anleitung spielt der Hollywood-Star groß auf.

Die Identifikation mit Cobbs Tragödie ist zugleich der entscheidende Trigger, über den sich die Geschichte in den Gedanken des Zuschauers festsetzt. Es ist bis zu einem gewissen Punkt Nolans eigene „Inception“ und damit eine ausgeklügelte Kopie des Filmthemas. Mehr noch: Dort, wo man nach Studium der recht technischen Inhaltsangabe ein bildgewaltiges, aber letztlich kühles Logikmonster vermuten konnte, schlägt ein blutendes Herz. Die letzte Viertelstunde mit ihrer kunstvoll eingefädelten Katharsis lässt daran keinerlei Zweifel.

In seiner narrativen Struktur ist der Film jedoch weniger komplex als vermutet. Eigentlich folgt die Story einem klassischen Heist-Plot, bei dem sich alles um den einen perfekten Einbruch dreht. Allein der Ort des Verbrechens, das menschliche Unterbewusstsein, passt nicht so recht in die Tradition des Genres. Hat man das Konzept der Gedankenmanipulation einmal verstanden und akzeptiert, fällt es nicht weiter schwer, der Handlung zu folgen. Obwohl sich Nolan dabei verschiedener Ebenen von Raum und Zeit bedient, die sich gegenseitig beeinflussen und zum Finale in einer furiosen Traum-im-Traum-im-Traum-im-Traum-Sequenz miteinander verschmelzen, bleibt die Übersichtlichkeit gewahrt. Überdies zeigt es, wie souverän Nolan sein Handwerk versteht. Ihm gelingt es sogar, die „Bullet Time“-beeinflussten Spezialeffekte über ein Spiel mit unterschiedlichen zeitlichen Dimensionen sinnvoll in den Plot einzubauen. Wo andere Filme nur auf eine dekorative Hülle abzielen, stellt „Inception“ eine Verbindung zwischen Form und Inhalt her. Das Ergebnis begeistert. Bild für Bild.

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Über den Autor

"Marcus Wessel lebt und arbeitet als freier Journalist in Köln. Seine große Leidenschaft gilt dem Kino, wobei er eine strikte Einteilung in Blockbuster und Arthaus ablehnt. Für ihn gibt es nur gute und schlechte Filme.
http://marcus-filmseite.blogspot.com/

 

 

 

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