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Der Kinofilm der Woche

Gran Torino

Der verwitwete Kriegsveteran Walt Kowalski (Clint Eastwood) lebt in seiner eigenen Welt. Von seinen Mitmenschen möchte er am liebsten in Ruhe gelassen werden. Der naseweise Pfarrer seiner Gemeinde geht dem Grantler ebenso gegen den Strich wie seine asiatische Nachbarschaft. Selbst zu seinen Söhnen hat er kaum noch Kontakt. Als der Nachbarsjunge Thao (Bee Vang) durch eine Jugendbande in Schwierigkeiten gerät, springt Walt dennoch etwas widerwillig über seinen eigenen Schatten. Er wird für Thao zum väterlichen Beschützer und trifft dabei eine dramatische Entscheidung.

In seiner bislang zynischsten und mürrischsten Rolle kehrt Clint Eastwood in "Gran Torino" ins Kino zurück. Nur wenige Wochen nach seinem Entführungsdrama "Der fremde Sohn" präsentiert der 78-jährige Filmemacher bereits den nächsten Film, der menschliche Gefühle in den Mittelpunkt stellt.

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Zum ersten Mal seit "Million Dollar Baby" steht der Regisseur auch wieder selbst vor der Kamera. Als frustrierter Veteran Walt schüttet Eastwood fortlaufend bitterböse Hasstiraden auf seine Mitmenschen aus. Niemand ist vor Walt sicher. Wenn ihm jemand versehentlich zu nah auf die Pelle rückt, zückt er in Windeseile sein Gewehr.

Die Art und Weise, in der Eastwood in der Hauptrolle permanent grunzt, knurrt und flucht, könnte leicht überzogen und albern erscheinen. Bei dem ehemaligen Westernhelden lassen derartige Gefühlsregungen unterdessen tief in die Seele blicken. Walts Groll auf die Menschheit - und speziell auf seine asiatischen Nachbarn - wird von Eastwood gekonnt von innen nach außen gekehrt. Auch wenn Eastwood alles andere als einen Sympathieträger spielt, ist es eine Wonne, ihn aus dem Kinosaal zu beobachten.

Zumal sich der Film unter seinem mürrischen Deckmantel als eindringlicher Appell für Nächstenliebe und Völkerverständigung erweist. "Gran Torino" greift Vorurteile und Ressentiments auf und führt sie brillant ad absurdum. Das Drama zeigt, dass die Angst vor Fremden hauptsächlich aus Unkenntnis entsteht.

Daneben offenbart "Gran Torino" ein interessantes Familienbild. Da Walt von seinen eigenen Kindern nichts mehr erwarten kann, zimmert er sich mit der Zeit eine neue Familie zurecht. Dass diese ausgerechnet aus den vormals verhassten Nachbarn besteht, ist für den Rentner selbst eine Überraschung.

Auch wenn die weiteren Darsteller neben Eastwood ein wenig abfallen, ist es erstaunlich, dass diese eigenwillige und äußerst sehenswerte One-Man-Show vor der diesjährigen Oscar-Verleihung komplett übergangen wurde. Eastwood ist mit "Gran Torino" erneut ein Meisterwerk aus den Untiefen der menschlichen Seele gelungen.

Drama, USA 2008
Regie: Clint Eastwood
Darsteller: Clint Eastwood, Bee Vang, Cory Hardrict, Dreama Walker u.a.
116 Minuten

Die offizielle Website zum Film
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