• Home
  • Mo, 23. Okt. 2017
  • Stadtplan
  • cologne.de
  • Branchen
  • KoelnMail
  • Experten

Schauspiel

Gelungene Premiere für den "Kaufmann von Venedig"

Von Jürgen Schön

Am Ende haben beide Gegner die Schlacht verloren, die anderen können sich freuen. Die Frauen etwas mehr noch als die Männer. Gesamtsieger aber sind das Schauspiel-Ensemble und das Publikum, das im Depot 1 eine äußerst gelungene Premiere von Shakespeares „Der Kaufmann von Venedig“ feierte.

Man kennt die Geschichte, die Shakespeare – falls er es denn war – erzählt und die oft genug als antisemitische Hetze inszeniert wurde. Da ist der reiche venezianische Kaufmann Antonio, der leiht sich 3.000 Dukaten, damit sein Freund Bassiano um die Hand der Geliebten anhalten kann. Leihgeber ist der Jude Shylock. Als der Christ das Geld nicht zurückzahlen kann, will Shylock seine vertragliche festgelegte Schuld eintreiben: ein Pfund Fleisch aus Antonios Leib.

Hervorragendes Ensemble

Es kommt zur Gerichtsverhandlung, ein spitzfindiger Rechtsanwalt rettet Antonios Leben: Denn im Schuldbrief ist nur von Fleisch die Rede, nicht aber von Blut. Shylock geht leer aus. Christliche Gnade hatte das Gericht zuvor vergeblich von ihm verlangt. Als dieser sie verweigert, erweist es sich selber als extrem unchristlich: Shylock wird aus der Stadt vertrieben, sein Vermögen konfisziert und schließlich muss er noch zum Christentum übertreten – was seine Tochter schon lange getan hat. Doch der Sieg bringt Antonio kein Glück: Seine Freunde feiern fröhlich Party ohne ihn.

Aus dem hervorragenden Ensemble besonders hervorzuheben sind Bruno Cathomas und Gerrit Jansen. Cathomas erweist sich in der Rolle des Shylock als Meister der leisen verzweifelten Töne, sein gebrülltes „Rache“ lässt sein Leiden als Opfer der antisemitischen venezianischen Gesellschaft mehr als nachvollziehen. Ebenso sensibel verkörpert Jansen den Kaufmann Antonio, dessen Versuch, sich mit Geld die Freundschaft der Jugend zu kaufen, fehl schlägt. Shylock und Antonio sind sich ähnlicher, als sie glauben.

Es ist eine überraschend sparsame Inszenierung, die Schauspielchef Stefan Bachmann zeigt. So beschränkt sich der Spielraum diesmal auf einen schmalen Steg und den Raum davor, die volle Tiefe der 30 Meter breiten Bühne (die akustisch immer noch nicht ganz beherrscht wird) wird nicht genutzt. Auch auf Live-Videoeinspielungen und optische Effekte wird diesmal verzichtet.

Und durchaus stimmig sind einige kleine böse und witzige Einlagen. Etwa die Slapstick- Entführungsszene von Shylocks Tochter Jessica durch den Christen Lorenzo: Während er und seine Helfer sich als orthodoxe Juden verkleiden, steckt Jessica in einer schwarzen SS-Uniform – eine groteske Steigerung von Tarnung und Assimilation. Für regelmäßige Erheiterung sorgt das Botenduo Johannes Bennecke und Thomas Müller, das für seine Sprechkunst Szenenbeifall erhält. Auf – überflüssige – Nacktheit allerdings kann auch diesmal nicht verzichtet werden. Geschadet hat sie nicht.

Karten für "Der Kaufmann von Venedig"

„Der Kaufmann von Venedig“weitere Termine: 6., 9. (18 Uhr), 23. (18 Uhr), 26. und 27.3., wenn nicht anders vermerkt jeweils 19.30 Uhr, Schauspiel Köln, Depot 1 im Carlswerk, Schanzenstr. 6-20, 51063 Köln-Mülheim,
Karten in unserem Online-Ticketshop oder unter Tel. 0221 / 22 12 84 00, Fax 0221 / 22 12 82 49, E-Mail: tickets@buehnenkoeln.de, dazu alle Vorverkaufsstellen von KölnTicket. Kartenservice mit Vorverkauf und Abo-Büro in der Opernpassage zwischen Glockengasse und Breite Straße

Onlinespiele

teaser_big_bubbles.jpg
Schießen Sie Ihre Bubbles auf mindestens zwei gleichfarbige Blasen und bringen Sie diese zum Platzen. Achtung! Suchtgefahr!   Jetzt Bubbles spielen!
teaser_big_exchange.jpg
Bilden Sie Reihen aus mindestens drei Steinen. Wenn Sie es schaffen, vier oder fünf Steine miteinander zu kombinieren, bekommen Sie mächtige Bonussteine!  Jetzt Exchange Classic spielen
spiele_mahjong-koelsch-foto_225.jpg
Mahjong op kölsche Aat - können Sie alle Steine entfernen? Mit Dom, Rhein, Karneval und Halver Hahn.  Mahjong spielen