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18. und 19. Juli im Tanzbrunnen

Front 242, Unheilig und Laibach beim Amphi Festival 2009

Von Helmut Löwe

Mitten im Sommer, wenn Mädels im bunten Bikini rumlaufen und Flipflops das Straßenbild beherrschen, trifft sich im Kölner Tanzbrunnen die Schwarze Szene: Auf dem Amphi Festival 2009 gibt's am 18. und 19. Juli zwei Tage lang Elektrorock, Dancefloorsounds und Industrialklänge.

Zu Karneval sind die Jecken in bunten Kostümen in Köln los, während der Christopher Street Parade durch die City haben grell gekleidete Schwule und Lesben das Sagen - doch am 18. und 19. Juli wird's schwarz in der Rheinmetropole. Mitten im Hochsommer treffen sich die Anhänger der Gothic-, EBM- und Elektrorockszene aus ganz Deutschland und dem nahen Ausland beim Amphi Festival im rechtsrheinischen Tanzbrunnen. Und da ist schwarze Kleidung angesagt.

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Bereits Monate bevor das dunkle Treiben zu Füßen des Messeturmes beginnt, haben sich schon einige der angesagtesten Szenebands angekündigt: "Front 242" ein Urgestein der Elektroszene, das mit seinem Erstling "Body to Body" Anfang der 80er Jahre den Weg für die Electronic Body Music (EBM) ebnete, sind ebenso dabei wie "Laibach" aus Slowenien. Die Musiker gehören zum Künstlerkollektiv "Neue Slowenische Kunst" (NSK). Ihr Spiel mit der Ideologie und dem Totalitarismus eckt oft an - ihnen wird immer wieder der Hang zu rechtem Gedankengut vorgeworfen. Genau so, wie ihr Auftreten polarisiert, so lieben oder hassen die Musikhörer ihre dem Industrial zuzurechnende Musik, die von Popelementen durchzogen ist.

Bildergalerie: Die Bands des Amphi Festivals 2008

Tanzbarer Elektropop und brachialer Industrial

"Unheilig" legen die Spannbreite der Musik von Electro Pop über Neue Deutsche Härte bis hin zu ruhigen Balladen. Die Wurzeln des Synth-Rocks sind jedoch unverkennbar. Härter und brachialer zur Sache geht es bei "KMFDM", deren Industrialsound mit Danceflooranklängen auch bei Metallern hoch im Kurs steht. Das jüngste Album "Tohuvabohu" glänzt mit einer Coverversion des Electroklassikers "Los niños del parque" von Liaisons Dangereuses aus dem Jahre 1982.

Bildergalerie: Die Besucher des Amphi Festivals 2008

Doch nicht nur soundmäßig wird die Schwarze Szene gut bedacht. Auch abseits der Bühnen erwartet die Festivalbesucher reichlich Abwechslung mit Kinovorführungen, Autogrammstunden, Aftershowparties. Ein spezielles Programm für Kinder und Familien trägt zur Entspannung bei, und an gut sortierten Verkaufsständen gibt es alles, was das Gothic-Herz begehrt.

Mehr Informationen unter www.amphi-festival.de

(Erstellt am 10. Dezember 2008 - 15:29 Uhr; aktualisiert 22. Juni 2009 - 14:37 Uhr)


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Kommentare

..."ihnen wird immer wieder

..."ihnen wird immer wieder der Hang zu rechtem Gedankengut vorgeworfen."...
Es ist doch immer wieder erstaunlich, dass solche Sätze in den Medienberichten auftauchen. Der nachgesagte Hang zu rechtem Gedankengut wird so durch die Medien kreiert. Laibach selber sagen " wer in uns die Extremisten sieht, erkennt den extremisten in sich!"
Es ist ja wohl kaum anzunehmen, dass Laibach, eine Gruppe die aus dem ehmaligen Yugoslawien von J.B. Tito, Rechts- oder linksextremistische Tendenzen entwickelt. Laibach selber haben am eigenen Leib zu spüren bekommen, was es heisst in einem Totalitären Staat zu leben und als Künstler zu wirken. Gerade aus diesem Hintergrund überzeichen sie Ihr wirken in einer Kryptototalitären Dimension; dass hat mit Faschistoiden oder Totalitären Tendenzen rein gar nichts zu tun, stellt aber auf Intellektuell hoher Ebene eine Totalitarismuskritik dar.

Besten Gruss

Dominik J. S.

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