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Museum Ludwig

Foto-Ausstellung: Wie sich Picasso für die Welt inszenierte

Da sitzt er mit nacktem Oberkörper am Tisch, die unvermeidliche Zigarette in der Hand. Wohlwollend blickt er auf seine vier Kinder, die sich im Malen üben. Vorbilder haben sie genug, das Zimmer ist vollgestopft mit Kunst, die ihr Vater geschaffen hat. Pablo Picasso liebte solche Inszenierungen. Und fand genug Fotografen, die dieses Spiel begeistert mitmachten. Eine Ausstellung mit 250 Fotos dokumentiert ab Samstag im Museum Ludwig diese hervorragende „PR- Arbeit“.

„Ichundichundich“ hat Kuratorin Kerstin Stremmel die Ausstellung betitelt. Sie spielt damit auf Picassos Wunsch nach „kontrollierter Selbstdarstellung“ an. Er baute einen Personenkult auf, wohlkalkuliert arbeitete er am Bild des leidenschaftlichen, willensstarken und virilen Künstlers, erklärt sie. Und nicht von ungefähr ist er einer der bekanntesten Künstler des 20. Jahrhunderts. Wobei dies nicht ohne sein künstlerisches Genie funktioniert hätte.

Zu sehen sind so bekannte Ikonen der Picasso-Historie wie das von Robert Capa, das ihn mit Sonnenschirm am Strand zeigt. Oder das Porträt von Irving Penn: Über seine linke Schulter blickt der Künstler den Betrachter an, beherrscht wird das Bild von Auge und Nase, der Rest liegt im Dunkeln.

Doch das meiste dürfte der breiten Öffentlichkeit unbekannt sein, auch wenn einiges schon zu Picassos Lebzeiten in Illustrierten erschien. Die Ausstellung – 20 Prozent davon aus der hauseigenen Sammlung – zeigt die Aufnahmen von 34 Fotografen, darunter auch Man Ray, Henri Cartier-Bresson und Jean Cocteau. Viele arbeiteten über Jahrzehnte mit Picasso zusammen. Sie fotografierten ihn bei der Arbeit, in seinem Atelier, mit seiner Familie, beim geliebten Stierkampf, als politisch Engagierten gegen den Faschismus. Als jungen, ärmlichen Bohemien und beim Versuch, sich im Anzug bürgerlich zu geben. Und als Womanizer mit großen schwarzen Augen.

Oft, so weiß Stremmel, gab Picasso die Ideen vor. Ließ sich mit Pistole oder Indianerschmuck fotografieren, die ihm Gary Cooper geschenkt hatte. Er posierte mit unterschiedlichen Hüten. Inszenierte sich als Maler eines gutbürgerlichen Aktbildes, das er auf dem Flohmarkt gefunden hatte. Sein Freund Jean Marais legte sich als (bekleidetes) Modell davor. Deutlich wird vor allem in den Bildern aus seinem Atelier, wie intensiv er sich der Bildhauerei widmete. Ein Aspekt seines Schaffens, der oft zugunsten seiner Malerei übersehen wird.

Waren die Fotos geschossen, war die Sache für Picasso erledigt. Er sah sie wohl an und sammelte sie, es gibt aber keinerlei Hinweise auf irgendeine Art von „Zensur“. Die Verbreitung seines Images überließ er den Fotografen. Und heute können wir ihn in ungewohnten und berührenden Momenten sei. Denn er hatte auch keine Scheu, sich im Alter fotografieren zu lassen. (js)

„Ichundichundich – Picasso im Fotoporträt“ – bis 15.1.2012, Museum Ludwig Di- So 10-18 Uhr, jeden ersten Donnerstag im Monat 10-22 Uhr, Eintritt 10/7 Euro, Katalog 34,90 Euro

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