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Film der Woche

Cirque du Soleil – Worlds Away

Von Marcus Wessel

Die Aufführungen des kanadischen „Cirque du Soleil“ stehen für eine moderne, gleichzeitig mythische Interpretation des Zirkusbegriffs. Produziert von James Cameron führt uns nun dieser 3D-Film gleich in mehrere Programme der multinationalen Artistentruppe ein. Gegen das Live-Erlebnis kann „Worlds Away“ am Ende aber nicht bestehen.

Was der Kanadier Guy Lilaberté zusammen mit einigen Weggefährten Anfang der 1980er ins Leben rief, ist drei Jahrzehnte später eine Weltmarke mit dreistelligen Millionenumsätzen und einem geschätzten Wert in Milliardenhöhe. Der „Cirque du Soleil“ schnitt viele Zöpfe des traditionellen Zirkusses kurzerhand ab – keine Tiernummern, keine Manege. Stattdessen wird auf einer aufwändigen, sich wandelbaren Bühne große Artistik, Live-Musik und eine fast schon opernhafte Inszenierung geboten. Das kommt an. Neben weltweit meist ausverkauften Tourneen spielen die Artisten, Akrobaten und Künstler des „Cirque“ gleich mehrere Dauer-Shows in den großen Casinos und Hotels von Las Vegas. Damit sind sie praktisch die Nachfolger von Show-Legenden wie „Siegfried & Roy“ und David Copperfield.

Bildergalerie: Cirque du Soleil

Auch wenn zu den Aufführungen bereits mehrere Konzertaufzeichnungen existieren und sogar ein IMAX-Film abgedreht wurde, so ist das, was unter dem Titel „Cirque du Soleil – Worlds away“ nun in unseren Kinos startet, doch eine Premiere. So vereint der Film Elemente gleich mehrerer, derzeit in Las Vegas aufgeführter Shows („KÀ“, „Mystère“, „Zumanity“, „Love“). Wie alle „Cirque du Soleil“-Shows bietet auch die von James Cameron protegierte Produktion eine kleine, eigentlich nicht nennenswerte Rahmenhandlung. In diesem Fall betritt eine junge Frau (Erica Linz), die zunächst einen ganz gewöhnlichen Zirkus besucht, eine geradezu magische Welt. Wie Alice dem weißen Kaninchen folgt sie einem geheimnisvollen Clown zu zwei riesigen Zelten, in denen ihr und uns ein unglaubliches Spektakel aus Akrobatik, Tanz, Musik und Artistik dargeboten wird. 

Egal ob Wasser, Feuer, Erde oder in der Luft, die Künstler des „Cirque du Soleil“ kennen und nutzen jedes Element für ihre Shows. Gerade der Beginn von „Worlds Away“ mit seinen aufwändigen, sich ständig verändernden Wasser-Sets fällt mitreißend und in jeder Hinsicht spektakulär aus. Die artistischen Leistungen der Tänzer und Akrobaten sowohl über als auch unter Wasser ermöglichen immer neue, perfekt getimte Choreographien zu einem mystischen, treibenden Soundtrack. In diesen Augenblicken bekommt man auch als Kinozuschauer eine Ahnung davon, was den so oft beschriebenen Zauber des „Cirque“ letztlich ausmacht. Es ist die Faszination für das Fantastische, für körperliche Hochleistungen kombiniert mit künstlerischer Raffinesse, für Rhythmus, Körpergefühl und eine so ganz andere Welt, die den Alltag für zwei Stunden komplett auszublenden vermag.

Cirque du Soleil in den Kölner Kinos

Was anfangs als filmische Bühnenshow in einem bestenfalls rudimentären Erzählrahmen recht eindrucksvoll funktioniert, nutzt sich mit der Zeit etwas ab. Gerade der Mittelteil mit seinem Musical-Flair und den Beatles-Songs wie „Lucy in the Sky with Diamonds“ fällt zu den artistischen Höchstleistungen des „O“-Segments merklich ab. Die Stärke der einzelnen Sets liegt ohnehin weniger in ihren musikalischen Ideen – das mag eher in der Bühnenshow mit Live-Musik funktionieren – als in der visuellen Kraft und den Leistungen der Artisten und Tänzer. Gerade in Zeitlupe sind die kunstvoll geturnten Figuren ein ästhetischer Hochgenuss. Dies und die unterschiedlichen Perspektiven, aus denen wir die Show hier betrachten können, sind dann auch die stärksten Argumente, die im direkten Vergleich mit dem Live-Erlebnis für den Film sprechen.

Die offizielle Homepage zum Film

Davon abgesehen ist die Kinoversion aber vor allem für Leute gedacht, die nicht eine Live-Show des „Cirque“ besuchen können oder wollen. Das besondere Ambiente der Arena kann Regisseur Andrew Adamson trotz aller Anstrengungen und eines sauberen 3Ds nicht in den Kinosaal übersetzen. Natürlich spielt beispielsweise bei der Trapezartistik nicht zuletzt der Nervenkitzel eine wichtige Rolle. So ein Gefühl ist einem perfekt durchgeplanten Film fremd. „Worlds Away“ bleibt letztlich mehr ein Placebo, der nicht ganz unbeabsichtigt für die Faszination des echten „Cirque du Soleil“-Erlebnisses wirbt.

Cirque du Soleil in den Kölner Kinos
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Bildergalerie: Cirque du Soleil
Die offizielle Homepage zum Film

Über den Autor

Marcus Wessel lebt und arbeitet als freier Journalist in Köln. Seine große Leidenschaft gilt dem Kino, wobei er eine strikte Einteilung in Blockbuster und Arthaus ablehnt. Für ihn gibt es nur gute und schlechte Filme.

 

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