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Filmkritik

Lone Ranger

Von Marcus Wessel

Die Vorzeichen für ein erfolgreiches Filmprojekt standen nicht allzu gut. Erst mit erheblicher Verspätung und unter Führung des "Fluch der Karibik"-Duos Gore Verbinski und Johnny Depp ging die Neuauflage der legendären Western-Serie "Die Texas Ranger" in Produktion. Ob sich das Warten gelohnt hat?

Eigentlich galten Western schon länger als Kassengift. Vor allem in Deutschland fielen Cowboy-Filme beim Publikum meist gnadenlos durch. Doch dann kam "Django Unchained" und plötzlich schien diese Gleichung aufgehoben. Das Rache-Märchen wurde schließlich nicht aufgrund sondern trotz seines Western-Themas zu einer Erfolgsgeschichte. Eine solche hätten sich die Disney-Verantwortlichen eigentlich auch für ihr 200-Millionen-Dollar-Projekt "Lone Ranger" gewünscht. Doch die ersten Einspielergebnisse deuten ein allenfalls mageres Abschneiden an.

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Dabei fand für die Kinoumsetzung der TV-Serie aus den 1950er Jahren immerhin das alte "Fluch der Karibik"-Erfolgsteam aus Gore Verbinski (Regie), Jerry Bruckheimer (Produktion) und Johnny Depp zusammen. Letzterer spielt das, was er kann – einen ziemlich schrägen Vogel. Tonto ist ein stolzer Apache, der den einzigen Überlebenden eines blutigen Überfalls rettet und gesund pflegt. John Reid (Armie Hammer) hat durch den gesuchten Verbrecher Butch Cavendish (William Fichtner) nicht nur seine Ranger-Kollegen sondern auch seinen Bruder verloren. Nun sinnt er auf Rache. Er will Cavendish finden und ihn für seine grausamen Taten zur Verantwortung ziehen.


Bis es dazu kommt, müssen Mr. Vengeance und sein auffällig geschminkter Begleiter aber so manches, bisweilen unüberwindbar erscheinende Hindernis aus dem Weg räumen. Schwindelerregende Verfolgungsjagden, halsbrecherische Duelle auf Zugdächern und bleihaltige Shoot-outs bilden das Vorspiel für ein im wahrsten Sinne des Wortes explosives Finale, in dem zur berühmten Wilhelm Tell-Overtüre gleich eine ganze Bahnstation samt Eisenbahnbrücke in Schutt und Asche gelegt wird. Verbinski gestattet seinen Stars und uns insgesamt nur wenige Verschnaufpausen, was angesichts der Länge von fast zweieinhalb Stunden doch überrascht. Dass sich trotzdem hier und da ein nicht zu übersehender Leerlauf einstellt, lässt sich vor allem mit der übersichtlichen Story – diese passt nämlich problemlos auf ein Blatt Papier – und den allzu ausufernden, mit Computertricks überladenen Actioneinlagen erklären.

Hinzu kommt Depps Vorstellung, die viel zu oft wie eine Kopie seiner Paraderolle des Captain Jack Sparrow wirkt. Denkt man sich die weiße Schminke und das Indianer-Kostüm für einen Moment weg, so könnte man Tonto glatt mit jenem exaltierten Freibeuter verwechseln. Der Eindruck, Verbinski und Depp wollten lediglich das bewährte Erfolgsrezept in einer Western-Verpackung neu aufkochen, klebt hartnäckig am "Lone Ranger", der überdies mit seinem vor allem bei jüngeren Kinogängern nicht gerade populären Genre zu kämpfen hat. Obwohl der Film Western-Motive am laufenden Band zitiert, bleibt das Gefühl für die Weite und die Gefährlichkeit der Landschaft meist eine Behauptung. Im Mittelpunkt stehen dafür Depp und Newcomer Armie Hammer (bekannt aus "The Social Network"), die als Team gut harmonieren und so zumindest gewisse Buddy-Movie-Klischees bedienen.

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Schon Will Smith scheiterte einst unter lautem Getöse mit seinem Action-Western-Hybrid "Wild Wild West". Auch wenn Verbinskis "Lone Ranger" über weite Strecken passabel unterhält, so leidet sein Film unter einem ähnlichen Hang zur Gigantomanie. Die meist computerunterstützten Actionsequenzen sind zu lang und zu comichaft um mitzureißen. Sie ähneln oftmals eher Freizeitparkattraktionen, wohingegen dem tatsächlich auf einem Fahrgeschäft basierenden "Fluch der Karibik" diese Herkunft weit weniger anzumerken war. Dass sich die ernsten Untertöne nie so recht in das bunte, überzeichnete Durcheinander einfügen wollen, überrascht nicht. Obwohl hier ein brutales Verbrechen am Anfang der Geschichte steht, fällt es Verbinski sichtlich schwer, dazu eine adäquate Haltung zu entwickeln. Er ist ohnehin mehr damit beschäftigt, seinen grimassierenden Star einzufangen. Die Schwarz-weiß-Bilder der Original-Serie sind und bleiben in diesem Universum der Superlative vergessen.

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"Lone Ranger" in den Kölner Kinos
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Bildergalerie: Lone Ranger 

Über den Autor

Marcus Wessel lebt und arbeitet als freier Journalist in Köln. Seine große Leidenschaft gilt dem Kino, wobei er eine strikte Einteilung in Blockbuster und Arthaus ablehnt. Für ihn gibt es nur gute und schlechte Filme.

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