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Irish Folk in Bonn

Fans feiern Pogues trotz "indisponierten" MacGowans

The Pogues gelten mehr oder weniger als die ungekrönten Könige des Irish-Folk-Punks, die die Musik von der grünen Insel weit über deren Grenzen hinaus bekannt machten. In Bonn trat die Acht-Mann-Truppe samt eines vollkommen derangierten Shane MacGowans auf - und wurde nach schleppendem Beginn gefeiert.

Pogues-Fans sind offenbar langmütige Zeitgenossen, trotz ihres manchmal rauen Aussehens und des Bierdunstes, der einige als Liebhaber irischen Folks umgibt. Dies wurde am Donnerstagabend auf dem Museumsplatz deutlich, als die gut 4.000 Besucher eine halbstündige Verzögerung des Auftritts der bekanntesten irischen Folk-Rock-Truppe beinahe ohne zu murren hinnahmen.

Der Grund des späteren Beginns war schnell deutlich, als die acht Musiker der Pogues auf die Bühne kamen: Wankend und wackelnd schlich Sänger Shane MacGowan zu seinem Mikrofonständer, an dem er sich verkrampft festhielt. Oder hielt etwa der Ständer ihn fest? Seine Begrüßung des Publikums ging in einem schwer verständlichen Nuscheln unter. Wie es schien, war die halbe Stunde investiert worden, MacGowan "auftrittsbereit" zu machen"; ernüchtert musste man also feststellen, dass das Pogues-Aushängeschild trotz einiger älterer, anders lautender Medienberichte die Kurve zur Nüchternheit nicht wirklich gekriegt hat.

Wie schnell kamen da doch Analogien zu Don Quijote auf, dem tragischen Romanhelden von Miguel de Cervantes: Vor einem stand, eingerahmt von Musikern mit Mandoline, Tin Whistle, Akkordeon, Banjo und anderen Instrumenten, nicht der Ritter, sondern der "Sänger von der sehr, sehr traurigen Gestalt". Derjenige, der mit dem Alkohol, von anderen Rauschmitteln ganz zu schweigen, ebenso erfolglos kämpft, wie Quijote mit den Windmühlen. Zum Glück sind die Texte der oft so unnachahmlich guten Pogues-Songs MacGowan so sehr in Fleisch und Blut übergegangen, dass beim Gesang selbst keine Aussetzer zu erkennen waren.

Stimmung im Publikum bessert Laune der Musiker

Böse Miene zum eigenartigen Geschehen machend, zeigten sich MacGowans Kollegen wie Spider Stacy und Phil Chevron durchaus guter Spiellaune und zogen den indisponierten Mann am Mikro mit. Im Laufe des Konzerts waren MacGowans Mitstreiter dann aber zunehmend besser gelaunt, ließ sich das Publikum doch immer mehr von ihren mitreißenden Klängen anstecken, sodass die Stimmung auf die Bühne überzuschwappen schien. 

Begeistert von der Faszination der Songs, weniger von der des Hauptakteurs, dessen Stimme ihr einstiges Charisma nahezu vollkommen eingebüßt hat, sangen die Fans die großen und poetischen Pogues-Hits wie "Dirty old Town", "The Sick Bed of Cúchulainn" oder "Sally MacLennane" Zeile für Zeile textsicher mit. Sie feierten die Lieder der früheren Musikgrößen, denen es letztendlich zu verdanken ist, dass der Irish Folk überhaupt einen solch hohen Stellenwert auch über die Grüne Insel hinaus hat.

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