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Premiere „Foxi, Jussuf, Edeltraud“

Ein-Mann-Stück mit drei Personen begeistert Publikum

Von Jürgen Schön

Foxi war Zuhälter und ist jetzt Taxifahrer, Jussuf ist Museumswärter, Edeltraud war vor allem Mutter und Ehefrau. Alle leben in Köln und allen leiht Markus John Stimme, Figur und Gestik. Ein Ein-Mann-Stück, inklusive Pause 200 Minuten lang, das dem Solisten alles abverlangt und das Publikum begeistert. Bei der Premiere im Schauspiel 2 gab’s langen Beifall und viele Bravos.

Da ist nichts mit schnellem Rollenwechsel – mit größter Behutsamkeit und wenigen Griffen schlüpft John in die drei Menschen. Ein Pferdeschwanz, rote Krawatte und ein Ring für Jussuf: Überkorrekt steht er im Anzug da. Lederjacke, fettige Haarsträhnen und ein Schnäuzer unter die Nase geklebt: Prolo Foxi fläzt sich breitbeinig im Sessel. Rote Lippen, zwei Ohrringe und eine breite weiße Stola, an der Edeltraud herumzupfen kann. Markus John bleibt Markus John und ist doch immer wieder ein anderer.

Es sind höchst unterschiedliche Biografien. Jussuf kam als Vierjähriger nach Köln, landete im Museum, entdeckt die Kunst für sich und entdeckt sie für die Museumsbesucher. Beifall gibt’s als er sich über Kölner Kulturpolitik auslässt. Foxi hat die Lacher auf seiner Seite, wenn er sich weltmännisch gibt, von den Kölner Milieu-Größen erzählt und von „Kur“ redet, wenn er seine zwei Jahre Knast meint. Edeltraud schließlich war mit einem Vorstandsmitglied von Klöckner-Humboldt-Deutz verheiratet, schmiss den Haushalt, zog zwei Töchter groß, pflegte 13 Jahre lang ihren demenzkranken Mann.

So weit, so gut. Nicht unbedingt weltbewegende Lebensläufe, die aber mit viel Einfühlungsvermögen auf die Bühne gebracht. Doch nach der Pause reißen die Fassaden auf, werden Ängste und Träume sichtbar. Aus dem selbstsicheren Tausendsassa Foxi wird plötzlich ein sensibler, sich verzweifelt nach Liebe sehnender Mensch: Er möchte unbedingt seinen unehelichen Sohn treffen, mit dem ihn seine damalige Geliebte vor 19 Jahren verlassen hat. Das, so ahnt der Zuschauer, wird ein unerfüllbarer Wunsch bleiben.

Jussuf erzählt von seiner Mutter, der er alles verdankt und der er alles zurückgeben will. Nie würde er sie verlassen – nur einmal hat er es ihr angedroht: Wenn sie seinen Freund nicht akzeptiert, denn Jussuf ist homosexuell. Edeltraud hat nicht nur ihren Mann bis zu dessen Tod gepflegt, sie ist auch selber todkrank – Krebs. Doch sie hat sich entschieden: Kein Selbstmitleid, es gibt immer einen Weg weiterzuleben. Und auch die zwei anderen werden weiterleben, jeder auf seine Art. Drei starke Persönlichkeiten und ein starker Schauspieler.

„Foxi, Jussuf, Edeltraud“ hat eine Vorgeschichte. Vor vier Jahren zeigte das Schauspiel „Kölner Affären“. Regisseur Alvis Hermanis hatte Schauspieler losgeschickt, Menschen anzusprechen und deren Leben als Monolog auf die Bühne zu bringen. Markus John stieß auf Foxi. Diese Rolle griff er jetzt auf, ergänzte sie mit den eigenen Recherchen zu Jussuf und Edeltraud und machte daraus einen mitreißenden, beeindruckenden Theaterabend.

„Foxi, Jussuf, Edeltraud“ – weitere Termine: 16.12., 4. und 5.1., jeweils 19.30 Uhr, Schauspiel Köln in EXPO 2, Gladbacher Wall 5, 50670 Köln-Agnesviertel, Tickets: Vorverkauf in den Opernpassagen, Mo-Sa 10-19 Uhr, Tel. 0221/22 12 84 00, tickets@buehnenkoeln.de

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