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Euroblast 9

Eine Klangmonsterwelle donnert durch die Essigfabrik

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Euroblast - das Festival für extreme Musik: Drei Tage lang stand die Essigfabrik im Zeichen gewaltigen Klanggewitters und laustarken, progressiven Metals. Fans aus aller Welt feierten unter anderem die Szenehelden Meshuggah.

Für den einen ist diese Art von Musik nichts weiter als unnötiger und infernalischer Lärm. Für den anderen ist Djent, wie auch Prog- und Techmetal, der Inbegriff der futuristischen Weiterentwicklung des Rocks und Metals, eine gelungene Innovation zu Genüge getragener  musikalischer Strümpfe. Eine ganze Packung des Lärms oder der Innovation – je nach musikalischem Blickwinkel – gab es drei Tage lang in der Kölner Essigfabrik: Vom 11. bis 13. Oktober fand dort das Euroblast-Festival statt.

Dass die Szene eher klein ist, machte die Zahl der Besucher deutlich: etwa 1.000 Fans waren gekommen. Aber dafür reisten sie von überall auf dem Globus her an: Aus ganz Europa, den USA, Südamerika, Japan, Australien, ja sogar Neuseeland waren die Liebhaber der ungestümen und gleichzeitig technisch komplizierten Rockstilrichtung gekommen. So wie Matt aus dem kanadischen Whitehorse. Der Philosophiestudent hatte das Glück, zu einer Konferenz in Bochum zu weilen, und nutzte so die Gunst der Stunde, am Sonntag seine Lieblingsband Meshuggah zu sehen und hören.

Soli kreischen sich durch eine gewaltige Klangwelle

Die Schweden Meshuggah gelten als Wegbereiter des Djent und Progmetal. Wie extrem die von ihm selbst als “Experimental Metal” bezeichnete Musik ist, zeigte das Quintett um Sänger – nein, Growler – Jens Kidman anderthalb Stunden lang. Ohne längere erzählerische Unterbrechungen ballerten Meshuggah aus dem Bühnenzwielicht heraus ihre von vielfältiger Rhythmik sowie häufigen und abrupten Tempiwechseln geprägten Songs. Aus einer Art gewaltiger Klangmonsterwelle, die über das Publikum hinwegrollte, tauchten kreischende Gitarrensoli empor. Am Bühnenrand schien nahezu bewegungslos eine Viermannmusikarmee zu stehen, lautstark angebrieben vom gnadenlosen Schlagzeuggewitter aus dem Hintergrund.

Im Publikum herrschte ob der Begeisterung über den enormen Soundtsunami ein regelrechtes Tohuwabohu aus pogenden Personen und Crowdsurfern. Ähnliches verursachte, allerdings mit weit mehr Aufwand als Kidman, Monuments-Sänger Chris Barretto. Immer wieder wagte er den Ausflug auf die Absperrung des Bühnengrabens, stachelte die Fans lautstark auf. Nicht weniger effektvoll die Ambitionen von Textures-Frontmann Daniel de Jongh, der zusammen mit seinen Mitstreitern die Fans am Freitagabend zum Ausrasten brachte: Circle Pit, Wall of Death – das Publikum stob umher, als hätte der Boden unter Strom gestanden.

Trotz Tohuwabohus nur ein paar blaue Flecken

Was den Großen der Djentszene gelang, brachte auch so manche Band mit weniger Reputation zustande: So wie Xerath, die zeitgleich wie Textures in der kleinen Elektroküche unterhalb der Essigfabrik aufspielten. Wie wild gebärdeten sich die Zuschauer während des Sets der Briten, hangelten sich an der niedrigen Decke entlang, stürmten Sekunden nach dem Konzert die Bühne um sich mit der Band zu fotografieren. Da staunten selbst die Musiker, dass ihr Auftritt eine solch für sie unerwartete Reaktion nach sich zog. Trotz allen Durcheinanders vor den Bühnen – mehr als ein paar blaue Flecken trug kein Fan davon. Wilde und mörderische Musik auf der einen Seite, entspanntes Zusammensein der Zuschauer auf der anderen, das machte das Euroblast aus; 2013 bereits zum neunten Male.

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