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Film der Woche

Die nackte Wahrheit

Von Marcus Wessel

Die Karrierefrau, die über ihren stressigen Job alles andere vergisst, ist als beliebtes Stereotyp im Komödienfach längst fest etabliert. In der Judd-Apatow-Produktion "Beim ersten Mal" bekam es eine ebensolche „Mrs. Perfect" mit einem ganz und gar nicht perfekten Couch Potatoe, alkoholindizierten Sex und dessen nach wenigen Monaten sichtbaren Spätfolgen zu tun. Schon damals überzeugte „Grey's Anatomy"-Star Katherine Heigl in der Rolle der taffen, erfolgreichen TV-Journalistin mit Bindungsschwierigkeiten. Eine ganz ähnliche Figur spielt sie auch zwei Jahre später in „Die nackte Wahrheit", der neuesten romantischen Komödie, mit der Hollywood uns zu beglücken versucht.

Die besten Szenen aus "Die nackte Wahrheit" in unserem CineChannel

Dieses Mal ist es die durchorganisierte, Checklisten-süchtige TV-Produzentin Abby Richter, für die Heigl die Suche nach Mr. Right in Angriff nimmt. Anders als bei Apatow bekommt sie es allerdings nicht mit einem kiffenden Loser sondern - und das ist weitaus schlimmer - mit einem chauvinistischen Ekelpaket zu tun. Jedenfalls erweckt ihr neuer Kollege Mike (Gerard Butler) diesen Eindruck.

In seiner Fernsehsendung „Die nackte Wahrheit" spricht er das aus, was seiner Überzeugung nach alle Männer über das andere Geschlecht wirklich denken. Für romantische Gefühle, die große Liebe und monogame Zweisamkeit hat Macho Mike kaum etwas übrig. Männer würden bei einer Frau letztlich nur auf die äußeren Werte achten. Und wenn die nicht stimmen, hat die Dame eben Pech gehabt.

Pakt mit dem Teufel

Bei solchen Ansichten wundert es nicht, dass er und Abby so manche Meinungsverschiedenheit lautstark austragen. Zunehmend genervt von Mikes aufdringlichem Imponiergehabe schließt Abby wenig später einen Pakt mit dem Teufel, also mit Mike, ab. Wenn es ihm nicht gelingt, mit seinem „Insider-Wissen" sie und ihren Traummann (Eric Winter) zusammenzubringen, will er freiwillig das Feld räumen und sich bei einem anderen TV-Sender einen neuen Job suchen.

Der Ausgang der Wette steht, noch bevor sie überhaupt besiegelt wird, längst fest. Natürlich entpuppt sich Abbys Traummann als langweiliger Schönling und natürlich ist Mike in Wahrheit nicht das frauenfeindliche Arschloch, als dass er uns zunächst verkauft wird. Typischer Fall von „harte Schale, weicher Kern", womit uns der Film wieder einmal lehrt, dass es wenig Sinn macht, krampfhaft nach der großen Liebe zu suchen. Denn während man sucht und sucht, merkt man nicht, dass sie vielleicht schon nebenan eingezogen ist. Gott sei Dank befinden wir uns hier in einer Hollywood-Komödie. Da wird das Happy End praktisch serienmäßig mitgeliefert, so dass wir uns um Abby, Mike und ihre Liebe eigentlich nie Sorgen machen müssen.

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Unterscheidet sich der Film in seiner Entwicklung und Dramaturgie schon nicht von den gängigen romantischen Komödien, so kann das Drehbuch immerhin bei den Wortgefechten zwischen Abby und Mike einige sichere Treffer landen. Die meisten gehen dabei auf das Konto von Gerard Butler, dessen Macho-Männerversteher kein Blatt vor den Mund nimmt.

Wortwitz und Fettnäpfchen

Für eine US-Mainstream-Produktion geht es sogar recht explizit zur Sache - zumindest in der englischen Originalfassung. Mit dem Wortwitz und der Schlagfertigkeit der klassischen Screwball-Komödien, die den drei Autorinnen Nicole Eastman, Kirsten Smith und Karen McCullah Lutz für ihre Feuer-und-Wasser-Geschichte augenscheinlich als Vorbild dienten, kann es „Die nackte Wahrheit" jedoch nur selten aufnehmen. Dafür halten einen allerhand sympathische Albernheiten bei Laune. Vor allem Katherine Heigl stellt einmal mehr ihre Klasse im komischen Fach unter Beweis, wenn ihre Filmfigur von einem Fettnäpfchen zum nächsten springt und dabei keine erdenkliche Peinlichkeit auslässt.

Wer es darauf anlegt, der mag bei der im Milieu des amerikanischen Regionalfernsehens angesiedelten Geschichte sogar zarte Anflüge von TV- und Konsum-Kritik erkennen. Diese treten allerdings im weiteren Verlauf immer mehr zugunsten der recht züchtigen Turtelei in den Hintergrund. Wie bei jeder Romantic Comedy kommt es am Ende ohnehin auf den Einsatz der Hauptdarsteller an.

Zwischen der quirligen Katherine Heigl und dem schottischen Raubein Gerard Butler scheint die Chemie keine schlechte gewesen zu sein. Beide sind mit sichtlichem Spaß bei der Sache oder - das wäre auch möglich - einfach nur verdammt gute Schauspieler. In jedem Fall ist soviel Spielfreude ansteckend, womit der Film sein Ziel bereits erreicht haben dürfte.

Komödie, USA 2009
Regie: Robert Luketic
Darsteller: Katherine Heigl, Gerard Butler, Eric Winter
96 Min.
Ab 12 Jahren

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Über den Autor

"Marcus Wessel lebt und arbeitet als freier Journalist in Köln. Seine große Leidenschaft gilt dem Kino, wobei er eine strikte Einteilung in Blockbuster und Arthaus ablehnt. Für ihn gibt es nur gute und schlechte Filme.
http://marcus-filmseite.blogspot.com/

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