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Filmkritik

Die Möbius Affäre

Von Marco Krefting, dpa

Oscarpreisträger Jean Dujardin kommt zurück in die deutschen Kinos. Nach dem Stummfilm "The Artist" gibt er im Thriller "Die Möbius Affäre" einen Spion. Der verfängt sich in einem Netz aus Geheimdiensten und Gefühlen.

Sprachlos spielte sich Jean Dujardin vor rund zwei Jahren weltweit in die Herzen vieler Kinobesucher. Im Stummfilm "The Artist" konnte der französische Charmeur mit viel Witz, Leichtigkeit und überzeugender Mimik rund um den markanten Schnurrbart punkten. Als höchste Auszeichnung gab es dafür den Oscar als bester Hauptdarsteller. Nun ist der 41-Jährige erstmals wieder auf deutschen Kinoleinwänden zu sehen. In Farbe und mit Ton: als russischer Spion in "Die Möbius Affäre".

"Die Möbius Affäre" in den Kölner Kinos

Mit Spaß ist dabei schon thematisch kaum zu rechnen, soll er doch als Grégory Lioubov alias Moïse dem russischen Oligarchen Ivan Rostovski (überzeugend: Tim Roth) das Handwerk legen. "Nach "The Artist", wo von mir verlangt wurde, besonders expressiv zu sein, fand ich es interessant, dieses Mal sehr viel zurückgenommener zu arbeiten", sagt Dujardin laut Presseheft. Dass er sein erfolgversprechendes Charisma nicht ausspielen kann, scheint ihm nicht viel auszumachen: "Ich wollte eine weitere Facette erforschen, etwas mit mehr Beschränkungen im darstellerischen Bereich."

Regisseur und Drehbuchautor Éric Rochant, der sich unter anderem von Hitchcock und Le Carré inspiriert haben lassen will, betont, dass er eine Liebesgeschichte im Kontext eines Spionagefilms machen wollte. Lioubovs weiblicher Counterpart dabei ist Doppelagentin Alice (gut gespielt von Cécile de France). Natürlich kommt es, wie es kommen muss: Die beiden Hauptfiguren verfallen einander - nichts ahnend von der wahren Identität des jeweils anderen. Doch damit sinkt im Film der Anspruch. Sie hechelt beim Sex unentwegt: "Du bist ein Geschenk." Sein Boss erklärt ihm: "Wenn ich sage, du sollst sie beschnüffeln, meine ich wohl kaum zwischen den Beinen."

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Komplexer wird es bei den Verstrickungen um die Agentennetzwerke: Die französisch-monegassische Polizei arbeitet mit dem russischen Geheimdienst zusammen. Außerdem ist die amerikanische CIA involviert. Wer mit wem wird eigentlich nur in den Sexszenen auf den ersten Blick deutlich. Dass es im Film um Beobachtungsexperten geht, wird selbst beim intimen Tête-à-tête deutlich gezeigt: Noch beim Orgasmus starrt Dujardin seine Partnerin mit weit aufgerissenen Augen an. Schon im Club kreuzten sich zuvor ihre Blicke, immer wieder filmt die Kamera Augen, die Gefühle ausdrücken sollen.

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Und als wäre das Geheimdienstgeflecht nicht schon kompliziert genug, ist Alice auch noch Finanzexpertin. Als solche soll sie die Lehman-Pleite im Alleingang verursacht haben und deshalb aus den USA verbannt worden sein. Nun wäscht sie Rostovskis Geld mit wilden Derivate-Handeln. Wer davon wenig Ahnung hat, muss versuchen, 100 Minuten volle Konzentration mit in den Kinosaal zu bringen.

Weil die europäische Produktion wie ein Finanzmarktthriller nach der Krise beginnt, wird deutlich, dass sie im Hier und Jetzt spielen soll. Gerade in Zeiten von Edward Snowden und dem digitalen Datenausspähskandal wirkt es aber eher altbacken und erinnert an den Kalten Krieg, wenn die Spionin dem Geheimdienst ausgedruckte und fein säuberlich in Mappen sortierte Geschäftsmodelle samt Zahlen zu Banktransfers beim gemeinsamen Saunagang übergibt.

Als sich die Gemengelage auflöst, bricht die Welt von Grégory und Alice zusammen. Doch - natürlich - kreuzen sich ihre Wege noch einmal. Für Dujardin scheint diese Berechenbarkeit nicht problematisch zu sein: "In "Die Möbius Affäre" überragt die Story alles andere, und als Schauspieler muss ich genau dafür auch arbeiten", sagt er. Im Kontrast zu den Liebesszenen gehört dann zwar auch mal eine Prügelei à la James Bond im Aufzug dazu. Dem uneitlen und gerade deshalb beliebten Oscarpreisträger hätte es aber wohl durchaus gestanden, mehr mitzusprechen. Und dem Film hätte das vielleicht auch gut getan.

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