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Neue Ausstellung im Museum für Angewandte Kunst

Der Mann, der das „Kayserzinn“ erfand

Um 1900 besaß er weltweit eines der größten Geschäfte für wertvolles Jugendstil-Hausgerät aus Zinn. Doch waren die kunstvollen Gegenstände lange mit dem Namen seines Bruders verbunden, der die Objekte in Krefeld produzierte. Zum 100. Todestag des Kölners Engelbert Kayser am 3. September 2011 rückt die Ausstellung „Kayserzinn“ im Museum für Angewandte Kunst die Verhältnisse zurecht. Sie erinnert an den erfolgreichen, aber vergessenen Unternehmer mit Geschäftssinn und Kunstverstand.

„Kayserzinn“ war ein internationales, 1895 gegründetes Markenzeichen. Unter ihm ließ Engelbert Kayser – geboren 1840 in Kaiserswerth – Künstler Gebrauchsgegenstände wie Tabletts, Bowlen, Likörgläser, Tafelaufsätze, Vasen, Krüge, Schalen oder Kerzenleuchter entwerfen und produzieren. Sie feiern den damals aktuellen Jugendstil mit seinen beschwingten Formen und Ornamenten, die sich an Formen aus der Natur anlehnen. Vor allem aber: Sie sind aus dem elegant-silbrgrauen Zinn. Ein traditionsreiches Metall, dass allerdings im 19. Jahrhundert in Verruf und von den Esstischen verschwunden war.

1.000 solcher Kunstwerke listet der Katalog zu dieser Ausstellung auf – das erste Werksverzeichnis dieser Art. Rund 200 Objekte der „Tischkultur“ zeigt die Ausstellung, dazu historische Fotos, Briefe, Musterbücher. Kayser arbeitete eng vor allem mit Kölner Künstlern zusammen, doch ihre Namen sind meist unbekannt. Doch sie verstanden ihr Handwerk, wer ihre Arbeiten – die jeweilige Auflage ist unbekannt – kaufen wollte, musste mindestens zur wohlhabenden Mittelschicht gehören. Für einzelne Stücke zahlen Sammler heute bis zu einem vierstelligen Euro-Betrag.

„Kayserzinn“ wurde in der ganzen Welt verkauft. An der Hohe Straße führte Engelbert Kayser schon seit 1864 ein Geschäft für Tischkultur und Wohnungsdekoration. Später kamen Filialen u.a. in Berlin, Frankfurt am Main und Paris hinzu. Bei der Weltausstellung 1900 in Paris wurden seine Produkte preisgekrönt und 5.000 Bestellungen gingen in Krefeld ein, wo in der Fabrik von Bruder Jean die Stücke in aufwändiger Handarbeit gegossen wurde. Der Bruder betreute auch die Verkaufslogistik – und gab jeweils 10 Prozent an Engelbert weiter. Der konnte sich bald eine prunkvolle Villa am heuten Konrad-Adenauer-Ufer leisten.

Engelbert Kayser, leidenschaftlicher Jäger und Kunstsammler, besaß nicht nur Kunstverstand. Ein Beispiel für seinen Geschäftssinn ist die „Cigarrenlampe Torpedo“ in der Form eines Torpedoboots, das in der Sonne geschmolzen zu sein scheint. Die dazu gehörende Emailflagge als Anzünder gibt es nicht nur als deutsche Kriegsflagge, sondern wahlweise auch auch in den Nationalfarben von Großbritannien, Russland, Frankreich, Spanien oder der Türkei. (js)

„Kayserzinn – Jugendstil-Zinn aus Köln“ – bis 20.11., Museum für Angewandte Kunst, An der Rechtschule, 50667 Köln, Tel. 0221 / 22 12 67 35, Di-So 11-17 Uhr, jeden ersten Donnerstag im Monat 11-22 Uhr, Kombiticket mit Dauerausstellung: 7,50/4,50 Euro. Katalog: 39,90 Euro. Rahmenprogramm: www.museenkoeln.de

Kaffe- und Teeservice aus "Kayserzinn" (um 1902). Foto: RBA/Margot Mennicken

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