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Film der Woche

Der Hobbit

Von Marcus Wessel

Es bestehen wenig Zweifel, dass der „Hobbit“ zu den Kino-Highlights des Jahres gezählt werden darf. Und doch kann das Prequel zum Welterfolg „Der Herr der Ringe“ die hohen Erwartungen nur teilweise erfüllen. So machen sich gewisse Ermüdungserscheinungen bereits im ersten Teil der neuen Trilogie bemerkbar.

Peter Jackson verfilmt den „Hobbit“. Als bereits vor Jahren diese Kunde die Millionen Tolkien-Fans erreichte, schossen die Erwartungen aus dem Stand in schwindelerregenden Höhen. Ein bisschen ist Jackson selbst Schuld an diesem Hype, schließlich legte er mit der lange Zeit nicht für möglich gehaltenen Umsetzung des „Herr der Ringe“ den Grundstein für soviel Begeisterung aber auch banger Vorfreude. Denn was einmal funktionierte, muss bei einem zweiten Anlauf noch lange kein ebenso großer Erfolg werden. Natürlich erzählte J.R.R. Tolkien in „Der Hobbit“ eine andere Geschichte – die als Kinderbuch konzipierte Story ist am Ende nur die Overtüre zu seinem späteren Meisterwerk –, und doch entwirft er in ihr ein Universum, das jedem „Herr der Ringe“-Leser bestens vertraut sein dürfte.

Bildergalerie "Der Hobbit"

Zeitlich ist die Handlung rund 60 Jahre vor dem „Herr der Ringe“ angesiedelt, wobei uns Jackson schon in den ersten Szenen mit unzähligen Déjà-vus bombardiert. So begegnen wir dem alten, zunehmend seltsamen Bilbo Beutlin (Ian Holm), der sein aufregendes Abenteuer aus jüngeren Jahren für seinen Neffen Frodo (Elijah Wood) aufzuschreiben versucht. Es scheint, als wären wir nie weg gewesen. Wir sind wieder im friedlichen Auenland, was uns Jackson wie ein überdimensionales Freilichtmuseum präsentiert. Botschaften wie „Seht her! Dieses oder jenes kommt Euch sicher bekannt vor!“ tönen unablässig durch die recycelten Kulissen. Und selbst nach der kleinen Exposition, die als Bindeglied zwischen der ersten und der neuen Trilogie dient, reißt die Wiedersehensfreude zunächst nicht ab.

Da wird der von seinem Freund Gandalf (Ian McKellen) ziemlich überrumpelte Bilbo (nun Martin Freeman) in ein für ihn kaum überschaubares Abenteuer verwickelt. Zusammen mit 13 mal mehr, mal weniger unerschrockenen Zwergen unter der Führung des legendären Kriegers Thorin Eichenschild (Richard Armitage) zieht es Bilbo und Gandalf in die bedrohliche Wildnis von Mittelerde, wo sie von wilden Orks und anderen feindseligen Kreaturen bereits erwartet werden. Ihr gemeinsames Ziel ist es, das vom Drachen Smaug beherrschte Zwergenreich Erebor zu befreien. Obwohl diese Mission nicht selten so viel größer als sie selbst zu sein scheint, verlieren sie auf diesem Weg doch nie ihre Hoffnung und Zuversicht. Am Ufer eines unterirdischen Sees, einem ganz und gar unwirklichen und verlassenen Ort, begegnet Bilbo schließlich einem geheimnisvollen Wesen, das sein Leben für immer verändern soll.

Die offizielle Homepage zum Film

Natürlich wissen Tolkien-Fans, wer damit gemeint ist. Gollum, seinerzeit ein Meilenstein der Computeranimation, und sein „Schatz“ künden von Ereignissen, die Jackson verteilt auf drei Filme und neun Stunden bereits zu einem Meilenstein der Kinogeschichte werden ließ. Unter der hieraus gewachsenen, geradezu gewaltigen Erwartungshaltung leidet nun aber sein „Hobbit“. Dabei mag die Entscheidung, Tolkiens knapp 400 Seiten starkes Kinderbuch zunächst auf zwei und dann sogar auf drei Filme aufzuteilen, keine allzu glückliche gewesen sein. Denn bereits in der ersten Stunde schleichen sich dieses Mal viele Längen und dramaturgische Schwächen ein. Mitunter ist der Leerlauf gar mit Händen zu greifen, beispielsweise als Jackson den Einmarsch der Zwerge in Bilbos Heim zur überdrehten, rund zwanzigminütige Klamotte auswalzt. Auch Bilbos erste Begegnung mit Gollum mag so recht kein Ende finden. Da können die Kulissen noch so prächtig animiert sein und die Computer im Hintergrund Schwerstarbeit verrichten. Inmitten all dieser rein technischen Schauwerte, die gelegentlich mehr an ein Videospiel denn an einen Kinofilm erinnern, droht Tolkiens Welt, ihre Seele zu verlieren.

Die besten Szenen aus "Der Hobbit" im CineChannel

Auch nahm die Zahl der rein computergenerierten und somit komplett künstlichen Figuren merklich zu, was Spötter schon zu Vergleichen mit George Lucas’ „The Phantom Menace“ und Geschöpfen wie Jar Jar Binks verleitete. So schlimm ist Jackson „Hobbit“ dann aber keineswegs. Vor allem gegen Ende deutet er an, dass mit Teil 2, der Weihnachten 2013 in die Kinos kommen wird, eine Steigerung durchaus möglich ist. In der letzten halben Stunde entwickelt die Geschichte plötzlich Zug und echtes „Herr der Ringe“-Gefühl. Dazu wachsen die Charaktere allmählich in die Größe der gewohnt monumentalen Kulissen hinein. Martin Freeman (bekannt aus „Per Anhalter durch die Galaxis“) als junger Bilbo ist ein Glücksfall für den Film. Abseits der von Jackson ausführlich zelebrierten Wiedersehen mit bekannten Gesichtern und Figuren verkörpert er lange Zeit die einzig echte Persönlichkeit, an der man sich als Zuschauer emotional festhalten kann.

So sehr es Jacksons Rückkehr nach Mittelerde über weite Strecken an Esprit und Ideen mangelt, so interessant ist zumindest die technische Seite. Drei Jahre nach „Avatar“ hebt Jackson das 3D-Feature auf eine neue Ebene. Schärfere und klarere Aufnahmen lieferte noch kein 3D-Film zuvor. Mit seinen 48 Einzelbildern je Sekunde wagt der „Der Hobbit“ eine kleine Revolution. Was anfangs unsere Sehgewohnheiten verunsichert – die Bewegungen erscheinen nicht nur schärfer sondern auch schneller –, wird später zu Jacksons größtem Trumpf. Bleibt zu hoffen, dass er mit „The Desolation of Smaug“ endlich auch erzählerisch ein neues Kapitel aufschlagen kann.

Die besten Szenen aus "Der Hobbit" im CineChannel
"Der Hobbit" und "Der Hobbit" in 3D in den Kölner Kinos
Die offizielle Homepage zum Film
Bildergalerie "Der Hobbit"

Über den Autor
Marcus Wessel lebt und arbeitet als freier Journalist in Köln. Seine große Leidenschaft gilt dem Kino, wobei er eine strikte Einteilung in Blockbuster und Arthaus ablehnt. Für ihn gibt es nur gute und schlechte Filme.

http://marcus-filmseite.blogspot.com/

 

 

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