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Kölns größte Kostümsitzung

So war's beim Auftakt der Lachenden Kölnarena

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Die Lachende ist wieder los: Seit Freitag ist die Lanxess-Arena Pilgerstätte für alle Freunde des Fasteleer. Sechs Stunden Schunkeln mit Pittermännchen und Schnittchen von daheim, auf der Bühne mehr als 500 Mitwirkende.


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Die Säbel gezückt, Rechts um, Marsch! Mit wallenden Löckchen schreitet das Reiterkorps Jan von Werth von der Fastelovendsfront zurück hinter die Bühne. Hier steht Bauchredner Klaus Rupprecht schon in den Startlöchern. Atmet noch einmal tief durch. Gleich werden sich alle Augen auf ihn und seine vorlaute Handpuppe "Willi" richten.

Keine Zeit, nachzudenken. Keine Zeit für Lampenfieber. Da - sein Stichwort. Mit Schwung rennt er die Stufen empor. Nur das anschwillende Murmeln kündet ihm, dass hinter dem gleißenden Scheinwerferlicht tatsächlich Tausende Jecken lauern. Zehn Sekunden bis zum ersten Lacher. Geglückt. Nächster Gag. Läuft wie von selbst. Kein Zweifel: Der Kölner Karneval hat Fahrt aufgenommen.

Karnevals-Fabrik mit Wohnzimmerflair

Wenn Lachen tatsächlich gesund ist, findet in der Lachenden Kölnarena dieser Tage die wahrscheinlich größte "Therapiesitzung" Deutschlands statt. 10.000 Jecken, 500 Mitwirkende vor und hinter der Bühne. Eine brummende Karnevals-Fabrik mit Wohnzimmeratmosphäre. Wo die Höhner vorbeiflattern, um ihr Ei zu legen, und die Black Föös die Schuhe in die Ecke stellen.

In der Arena sieht es aus, als seien Wiener Opernball, Landgang bei den Piraten und der Geburtstag Ludwig des XIV. auf einen Tag verlegt worden: Musketiere, Seeräuber und eng geschürzte Dirndlblusen wirbeln in einem Schmelztiegel der Offenherzigkeit durcheinander. Und stünde nicht geschrieben, dass Cäsar und seine Legionäre längst mit Charlie Chaplin auf dem Friedhof der Geschichte liegen - man könnte wirklich ins Grübeln kommen.

Dreigestirn als Hohepriester der Heiterkeit

Ins Auge springt: Der von den Gästen betriebene Aufwand für die Kostüme ist deutlich höher als man es vom Straßenkarneval gewohnt ist. Sailormoon mit Zöpfen bis zur Kniekehle, verblühte Schönheitsköniginnen mit prächtigen Orchideen am Hut, blaue Avatare wie aus den Wäldern von Pandora entlaufen. Wer hier kein Kostüm anhat, kommt sich schnell vor wie der einzige Clown. Und mittendrin leuchtet das Dreigestirn als Hohepriester der Heiterkeit.

Bauer lässt die Pfauenaugen wackeln. Jubel. Prinz reißt die Arme hoch. Jubel. Jungfrau lässt das Kleidchen kreisen. Jubel. Ähnlich eines Besuchs in der Kirche stutzen Außenstehende über die Textsicherheit der Eingeweihten: Aus einem Munde erschallt "Ein treuer Husar", und wie auf ein heimliches Kommando hin gelingt der fliegende Galoppwechsel zu "Echte Fründe" (Fründe, Fründe, Fründe en der Nut). Hier ist die Welt noch in Ordnung.

Mit Würstchen, Käsewürfeln, Träubchen und Alaaf

"Die Stimmung steht im Vordergrund", erklärt Dirk aus Euskirchen, selbst mit einer Gruppe aus 12 Personen angereist. "Das schöne, friedliche Miteinander." Nicht die einzige narrische Gesellschaft aus dem Umland: Nicole hat mit Karnevalsvereinen nichts am Hut, kommt für die Lachende mit ihren Freunden aber extra aus Bergheim. "Für uns gehört's halt zur Lebensart", strahlt sie. "Und so soll es auch bleiben."

Seltene Ausnahme im Kölner Karneval: Während Sitzungen großer Garden meist durch fast schon obszön zu nennende Nebenkosten für Bewirtung auffallen, darf bei der Lachenden jedermann seine Verpflegung selbst mitbringen. Heißt in der Praxis: zu Hause Wurststullen geschmiert und Äpfel geschält, dann Pittermännchen angezapft und berieseln lassen. Schalter im Kopf auf Karneval. Butterbrot und Spiele.

In dieser Mischung aus Amphitheater und Musikantenstadl der fünften Jahreszeit wird so die Gelegenheit zum Flirten gleich mitliefert: "Alle sind sehr locker drauf", erzählen Britta und Barbara aus Hamm und Bonn, "Was das Essen angeht, tauscht man sich mit den Nachbarn aus, kommt so ins Gespräch." Teilen und Mitteilen heißt die Devise. Würstchen, Käsewürfel, Träubchen. Und dazu alle Stars des Kölschen Karnevals auf der Bühne. Fazit: Die Lachende Kölnarena ist und bleibt die eierlegende Wollmilchsau unter den Sitzungen. (Fotos: Fotografie Joachim Rieger / V. Schmidt; Christoph Hardt)

Bis zum 2. März wird an vier Wochenenden insgesamt 13 Mal getanzt, gelacht und geschunkelt. Tickets unter eventim.de

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