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"Ledermeister und "Zungenakrobatin"

Bunt-exotisch - die CSD-Parade in Köln

Bunt, schrill und exotisch zog am Sonntagnachmittag die Parade zum Christopher-Street-Day (CSD) durch Köln. Zum Höhepunkt der schwul-lesbischen Festwochen "ColognePride" säumten hunderttausende Zuschauer den Paradeweg durch die Innenstadt. An dem Umzug nahmen gut 100 Festwagen und 150 Fußgruppen teil.

Bildergalerie: Die CSD-Parade 2010

Fußball-Schiedsrichter, die öffentlich innig miteinander schmusen und Händchen halten, das gibt es bislang nur bei der Kölner Christopher-Street-Parade. Gleich mehrere als Unparteiische verkleidete Teilnehmer waren am Sonntag auf einem der größten Umzüge von Schwulen und Lesben in Europa unterwegs, um ein Zeichen gegen Homophobie und Diskriminierung zu setzen.

In diesem Jahr gab sich die Kölner Parade besonders sportlich. Ihr Motto "Stolz bewegt" weist auf die VIII. Gay Games hin, die am 31. Juli in Köln beginnen (mehr zu den Gay Games). Bis zum 7. August treten rund 12.000 Sportler aus aller Welt, überwiegend Schwule und Lesben, in verschiedenen Breitensportarten gegeneinander an. Die Schirmherrschaft hat Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) übernommen, der auch an der Eröffnungsfeier teilnehmen will.

Schaulaufen der Szene

Mehrere Hunderttausend Zuschauer in der Kölner Innenstadt bekamen am Sonntag schon einen Vorgeschmack auf das Großereignis und genossen das Schaulaufen der Szene. Lesben mit einer Vorliebe für schwere Motorräder eröffneten den fast fünfstündigen Umzug, gefolgt von Kölns Oberbürgermeister Jürgen Roters (SPD). Gleichzeitig warben auf einem Straßenfest in der Altstadt politische Initiativen und Selbsthilfegruppen für ihre Anliegen.

Nachdem es in den Vorjahren Beschwerden über angeblich obszöne Auftritte einzelner Gruppen bei der Parade gegeben hatte, rief der Veranstalter Kölner Lesben- und Schwulentag (KLuST) die Teilnehmer in einer "Selbstverpflichtung" dazu auf, auf allzu offensichtliche Provokationen zu verzichten. Dies war in der Szene unter anderem als Zensur kritisiert worden. Die Unterschrift unter diese Charta sei jedoch freiwillig und keine Voraussetzung für eine Teilnahme an der Parade, betonte KLuST-Sprecherin Sabine Arnolds.

Haussklaven und Ganzkörper-Latexanzug

Prompt fühlte sich nicht jeder angesprochen. Ungezwungen ließ die Lack- und Leder-Fraktion während der Parade die Peitschen knallen und führte dem mehrheitlich eher szenefremden Publikum die gut dressierten Haussklaven vor. Trotz hochsommerlicher Temperaturen wollte hier niemand auf den Ganzkörper-Latex-Anzug mit passendem Maulkorb verzichten. Die Zuschauer freuten sich hingegen über die zahlreich von den Umzugswagen eingesetzten großkalibrigen Wasserpistolen.

"Das ist definitiv kein Tuntenwetter", befand jedenfalls "Palmira Labelle", die mit historischem Reifrock und 60 Zentimeter hoher Perücke an der Paradestrecke durchhielt. Ihr üppig aufgetragenes Make-up war angesichts schweißtreibender Temperaturen schon nach wenigen Minuten hinfällig. Auch das aufwendige Styling als "Rokoko-Kokotte" forderte seinen Tribut. "Ich bin Mitte 40, da geht ohne Korsett nichts mehr", bekannte die Drag-Queen, während von einem der Umzugswagen Lady Gaga tönte. Trillerpfeifen, Disco-Klänge und Samba-Rhythmen sorgen ansonsten wie in jedem Jahr für den Soundtrack des Kölner CSD.

Ein Hauch von Alufolie

Angesichts des Wetters war die Kleidung bei vielen Zuschauern sachdienlich reduziert. Das galt auf jeden Fall für einen Zuschauer, den nur wenige Quadratzentimeter Alufolie an wesentlichen Stellen vor einer Anzeige wegen Erregung öffentlichen Ärgernisses bewahrten. Ein anderer Zuschauer outete sich auf seinem T-Shirt in Anlehnung an einen bekannten Kräuterschnaps als "Ledermeister", während nebenan eine laut T-Shirt "Zungenakrobatin" samt Freundin für Salzbrezel anstand.

Auch mehrere Bewohner eines Kölner Altenheims standen mit Rollstuhl und Rollator am Straßenrand: "Ich finde das gut. Einige unserer Pfleger sind ja auch 'vom anderen Ufer' und das sind ganz liebe Jungs", meinte eine ältere Dame und ihre Freundin ergänzte: "Jeder Jeck is eben anders, wie man hier in Köln sagt." (ddp)

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