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Premiere

Brechts "Puntila" wird im Schauspiel durch die Revue-Mangel gedreht

Ein Volksstück wollte Brecht mit „Herr Puntila und sein Knecht Matti“ schreiben. Herbert Fritsch macht daraus in seiner Inszenierung für das Schauspiel eine bunte Revue, gespickt mit Slapsticks, mit einer Überdosis schräger Gags, mit fantastischen Kostümen, einem Hauch Club Mediterranee und Disneyland. Zum Schluss kitzelt er noch zehn Minuten Extra-Beifall heraus. Dem Premierenpublikum hat‘s gefallen – und gab doch eine dicke Portion Applaus obendrauf.

Von Jürgen Schön

Wenn er besoffen ist, ist Gutsbesitzer Matti ein Mensch. Der bullige Charly Hübner lässt ihn über die Bühne torkeln, er wagt Rap-Tänze, wälzt sich auf dem Boden, rollt mit den Augen. Volles Leben, eine schweißtreibende Performance, in der Hübner alles gibt. Wenn Matti besoffen ist, hat er ein Herz und sorgt sich um seine Mitarbeiter, seine Tochter, entdeckt den Kommunismus. Wenn er nüchtern ist, ist er der kalte Kapitalist, der klassische Ausbeuter.

Ihm gegenüber sein Knecht, sein Chauffeur Matti (Michael Wittenborn). Ein steifer, verkrampfter Proletarier, mit näselnder Fistelstimme, immer nüchtern, immer gehorsam – eine blasse Figur. Lediglich, als er selber einmal Chef spielen darf, erhält er etwas Leben: Er soll als Ehemann in spe prüfen, ob Mattis Tochter Eva (Angelika Richter) auch einen Proletarier heiraten kann. Das geht schief, Arm und Reich passen eben nicht zu einander. Außer, mindestens einer ist besoffen.

Der leicht tuntige Attaché (Maik Solbach), ursprünglich als Evas Ehemann auserkoren, darf unterdes sehen, wo er bleibt. Szenenbeifall kann John R. Carlson einheimsen: Der hagere Pianist, in schwarzes Trikot und Josefine Bakers Baströckchen gehüllt, spielt als Solist die Musik von Dessau, die vom „Chor“ verhackstückt wird.

Das alles spielt nicht im kalten Finnland, wo Brecht das Stück 1940 im Exil geschrieben hat. Fritsch verlegt es in den Süden, in ein Strandcafé unter Palmen, umrahmt von zwei großen Rutschbahnen. Abwärts geht‘s leicht, aufwärts muss man sich anstrengen. Aber so ist das Leben eben und auch das Wechselbad der Gefühle.

Und die Moral von der Geschicht‘? Das Stück von Brecht mag eine haben, egal. Hier überwiegt der – manchmal überbordende – Spaß an der Freud und am Spiel des zwölfköpfigen Ensembles. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.

„Herr Puntila und sein Knecht Matti“ – weitere Termine: 30.1., 1., 24. und 25.2., jeweils 19.30 Uhr, Schauspielhaus, Karten: in unserem KölnTicket-Shop oder beim Kartenservice im Opernhaus, Offenbachplatz, 50677 Köln, Mo-Fr 10-18.30 Uhr, Sa 11-18.30 Uhr, Tel. 0221 / 22 12 84 00, tickets@buehnenkoeln.de, www.schauspielkoeln.de

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