Ausstellung im Museum Ludwig
Kotzender Vogel und schlaffe Hasen
Eine wundersame Märchenwelt voller kleiner Widerhaken präsentiert die Kölner Künstlerin Cosima von Bonin (49) im Museum Ludwig. „Cut! Cut! Cut!“ ist vierte und letzte Station einer Ausstellungstournee, die jedesmal dem Ausstellungsort entsprechend erweitert wurde. In Köln hat sie ihre endgültige phantastische Fülle erreicht.
All das ist überdimensional und trotzdem irgendwie niedlich. Die vielen kleinen Geschichten werden in einer verschachtelten Architektur aus unbearbeiteten Holzplatten präsentiert. Am besten verschafft man sich von der Empore des ehemaligen „Heldensaals“ einen Überblick, ehe man in die bizarre Mischung aus Niedlichkeit und Überdimensionalität abtaucht. Über allem aber schwebt eine große Entspanntheit: Auf einem Karussell ruht sich ein großer Hase aus, auf dessen Fußsohlen das englisch Wort „Sloth“ zu lesen ist, was so viel wie Faulheit oder Trägheit heißt. Es ist das Motto der ganzen Arbeit. Entsprechend schlapp hängen die überdimensionalen Stofftiere herum und übereinander.
Charakteristisch für von Bonin, die sich höchst ungern der Öffentlichkeit stellt, ist die Einbeziehung auf Augenhöhe von Künstlerkollegen in ihre Projekte. So beteiligen sich diese auch hier mit Filmen, Musik und literarischen Texten. Außerdem findet sich eine Hommage an die unabhängigen Filmproduzenten und -regisseure Jacques Tati und George Romero. (js)
„Cosima von Bonin‘s Cut! Cut! Cut! for Museum Ludwig‘s Sloth Section“ - bis 13.5.2012, Museum, Di- So 10-18 Uhr, jeden ersten Donnerstag im Monat 10-22 Uhr, Eintritt 10/7 Euro, ein Katalog ist in Arbeit "The vomiting white chicken" nennt Cosima von Bonin diese Arbeit mit einer neun Meter langen Rakete. Foto: Jürgen Schön
(Erstellt am 4. November 2011 - 15:18 Uhr; aktualisiert 14. November 2011 - 15:50 Uhr)
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