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Mittelalterliche Kunst im Museum Schnütgen

Kölns Heilige sind wieder daheim

Für fast vier Monate dürfen sie dahin zurück, wo sie vor vielen Jahrhunderten entstanden sind: 160 wertvolle Leihgaben aus internationalen Museen. Mit der Ausstellung „Glanz und Größe des Mittelalters“ erinnert das Museum Schnütgen an Freitag an die Zeit des Mittelalters, als Köln ein Zentrum der christlichen Kunst war. 65 Exponaten aus eigenen Beständen trägt es dazu bei.

Schnitzereien aus Elfenbein und Holz, Steinskulpturen, Gold- und Silberschmiedearbeiten, Gemälde, Textilien, Glasmalereien. Heiligenbilder und -plastiken, Sakralgefäße, Reliquienbehältnisse, weltliche Porträts, biblische Szenen – weitgespannt ist das Spektrum der insgesamt 225 Ausstellungsstücke. Ebenso weit wie das Spektrum der Handwerker, die im mittelalterlichen Köln arbeiteten – damals die größte Stadt nördlich der Alpen. Sie trugen über 500 Jahre – von der Romanik bis zum Beginn der Renaissance – wesentlich zu Ruhm und Ehre der Stadt bei.

Der Ruf dieser Kunsthandwerker reichte weit über die Stadtmauern hinaus. Dazu trug das Zunftwesen bei, nur wer hier Mitglied war, durfte auch das jeweilige Handwerk ausüben. Zünfte sicherten eine gute Ausbildung und die Qualität der Arbeit. Wehe, wenn ein Maler statt Gold Safran benutzte! Weil sie sich mehr als Handwerker denn als Künstler verstanden, sind von vielen die Namen nicht bekannt.

Video: Glanz und Größe des Mittelalters

Eine der wenigen Ausnahmen ist Tilman Heysacker, genannt Krayndunck. Er arbeitete im späten 15. Jahrhundert in Köln. Sein Charakteristikum: ausdrucksvolle Gesichter, auffällige Augenbrauen. Doch ganz sicher sind sich die Experten nicht immer bei der Zuschreibung seiner Werke. In Köln nun treffen erstmal mehrere seiner Arbeiten zusammen: zum Beispiel Altarbilder aus dem holländischen Enschede, aus Budapest eine Kreuzigungsgruppe aus Lindenholz, die eichenen Heiligen Drei Könige aus dem Museum Schnütgen. Die ideale Gelegenheit, Vergleiche anzustellen. Nicht von ungefähr wird die Ausstellungen neben Konzerten und Vorträgen auch von einem reichen wissenschaftlichen Rahmenprogramm begleitet.

Bis zur Schlacht von Worringen 1288, als die Kölner ihren Erzbischof aus der Stadt verjagten, war die Kirche der größte Auftraggeber. Danach leisteten sich auch die selbstbewussten reichen Patrizier den Luxus von Kunst. Ließen sich porträtieren, kauften teure Schachfiguren aus Elfenbein – damals so wertvoll wie Gold – oder spielten Karten. Auch davon gibt die Ausstellung Zeugnis, ebenso wie von Köln als Stadt der Gelehrsamkeit. Schon 1388 wurde hier die erste Universität gegründet.

1,5 Millionen Euro kostet diese Ausstellung, ein Drittel davon konnte bei Sponsoren eingesammelt werden. Kulturdezernent Georg Quander erhofft sich von ihr einen Imagegewinn weit über die Region hinaus. Die Kunsthandwerker des Mittelalters haben vorgemacht, wie es geht. (js)

„Glanz und Größe des Mittelalters – Kölner Meisterwerke aus den großen Sammlungen der Welt“ – bis 26.2. 2012, Museum Schnütgen, Kulturzentrum am Neumarkt, Cäcilienstr. 29-33, Di-So 10-18 Uhr, Do 10-20 Uhr, Eintritt 6,80/4 Euro, Katalog zur Ausstellung: 39 Euro, umfangreiches Rahmenprogramm mit Konzerten, Führungen und Vorträgen: www.museenkoeln.de/museum-schnütgen/

 

(Erstellt am 2. November 2011 - 16:27 Uhr; aktualisiert 14. November 2011 - 15:50 Uhr)


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ich glaube eher dass du einen an der Waffel hast! Oder soll das Kunst sein was du da schreibst?

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