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Mit Witz gegen Geniekult und Kunsttraditionen

Spektakuläre Retrospektive für Sigmar Polke

Eine Ausstellung in Köln, der Stadt, in der er bis zu seinem Tod über 30 Jahre lang wohnte und arbeitete? Zu Lebzeiten hat Sigmar Polke das strikt abgelehnt. Jetzt ist es trotzdem geschehen. Vielleicht, weil die große Retrospektive „Alibis“ ihren Weg über New York und London an den Rhein ins Museum Ludwig fand. 

Menschenscheu war der Künstler, den viele für den international bedeutendsten Künstler der Gegenwart halten. Frech war er, selbstironisch, gesellschaftskritisch und experimentierfreudig, ein Vorbild nicht nur für viele deutsche Künstler. Er nahm die Kunst ernst – und machte sich zugleich über die Auswüchse wie den Geniekult lustig. „Höhere Wesen befahlen: Rechte obere Ecke schwarz malen!“, heißt eines seiner Bilder – Polke befolgte den Befehl, jetzt hängt es in der Ausstellung – eines von rund 250 Exponaten.

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Bekannt wurde er in den 1960er Jahren durch seinen „kapitalistischen Realismus“: abstrahierte Socken tanzen Ballett, die damalige Fresswelle karikiert er mit einem Mann, dem 60 Würste aus dem Mund hängen. Und während in den USA Roy Lichtenstein Comics zu großen Pixelbildern aufbläst, entdeckt er die Bildpunkte als eigenständiges Stilmittel, bei denen man nie weiß: Ist das Zufall, gewollt oder das Ergebnis eines technischen Vorgangs?

Er baut einen Käfig aus Kartoffeln, die dann fleißig keimen dürfen. Er zeichnet Dürers Hasen mit Papierstreifen nach, entdeckt am Himmel das Sternenbild „S. Polke“, tritt mit William Blake in eine telepathische Sitzung. In den frühen 1970er Jahren arbeitet er mit vielen Kollegen zusammen, es entstehen wilde Collagen, für deren Präsentation man in Köln man einen Warnhinweis aus dem prüden New York übernahm: „Einige Werke könnten möglicherweise Ihren Moralvorstellungen widersprechen“.

Doch so witzig und hintergründig seine Arbeiten sind, richtig fassen ließ er sich nicht. Kaum hatten ihn die Kritiker in eine Schublade gesteckt, schlug er eine Volte – der Ausstellungsartikel „Alibi“ spielt darauf an.

In seinen letzten Jahren experimentierte Polke vor allem mit verschiedenen Materialien wie Lack, Firnis, Ruß, Pigmenten, Kunstharz und sogar Meteoriten. Es entstanden riesige abstrakte Kompositionen, aber auch Bilder, in denen er sich – wie schon früher – mit der deutschen Gegenwart und Vergangenheit auseinandersetzte.

In Köln liegt – anders als in den beiden vorangegangenen Stationen – ein Schwerpunkt auf Polkes Filmen, die vor allem um 1970 herum entstanden. Viele „dokumentieren“ seine Reisen nach Afghanistan, Pakistan und Brasilien. Hier spielt er mit Überblendungen und Unschärfen, setzt immer wieder auch politische Aussagen dazwischen. Nicht nur hierfür heißt es, Zeit mitbringen: Die Durchschnittslänge eines Films sind 30 Minuten. (js)

Alibis: Sigmar Polke. Retrospektive“ – bis 5. Juli 2015, Museum Ludwig, Heinrich-Böll-Platz, Di-So 10-18 Uhr, jeden 1. Donnerstag im Monat 10-22 Uhr.
Katalog: 39,95 Euro. Umfangreiches Begleitprogramm

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