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Film der Woche

21 Jump Street

Ende der achtziger Jahre gehörte die Krimireihe „21 Jump Street“ zu den besonders populären Formaten unter Jugendlichen und jungen Erwachsenen. Zwei Jahrzehnte später kam Hollywood auf die Idee, die Serie in einem Kinofilm wieder aufleben zu lassen – mit komplett neuer Mannschaft und einer ganz anderen Ausrichtung. Das Ergebnis ist eine ziemlich sympathische Buddy-Komödie mit Anarcho-Charme.

Von Marcus Wessel

Nicht selten endet ein Remake in der kreativen Sackgasse. Insofern durfte man gespannt sein, was Hollywood zum Comeback der Krimireihe „21 Jump Street“ einfiel. Die Serie um jugendlich aussehende Undercover-Ermittler zählte von Ende der achtziger bis Anfang der neunziger Jahre zu den absoluten Quotenerfolgen beim US-Sender Fox. Auch in Deutschland erfreuten sich die insgesamt fünf Staffeln einer großen Fangemeinde. Für den jungen Johnny Depp bedeutete die Serie seinerzeit sogar den internationalen Durchbruch. Einer der „21“-Schöpfer, der legendäre TV-Produzent Stephen J. Cannell, war es, der vor wenigen Jahren die Idee zu einem Kinofilm hatte. Er wandte sich an Action-Produzent Neal Moritz („Fast & Furious“), der die Überlegung schließlich in Angriff nahm und in die Tat umsetzte. Leider verstarb Cannell bereits 2010, so dass er das Resultat seiner Reboot-Überlegungen nicht mehr miterleben durfte.

"21 Jump Street" in den Kölner Kinos
"21 Jump Street" in unserem CineChannel

Comedy-Talent Jonah Hill lieferte schließlich in seiner Dreifachfunktion als Hauptdarsteller, ausführender Produzent und Co-Autor die vielleicht wichtigsten Impulse für das Gelingen der Neuauflage. Denn – soviel sei an dieser Stelle verraten – das Warten auf ein Comeback der „21 Jump Street“-Ermittler hat sich wahrlich gelohnt. Dabei spielt es keine Rolle, ob man seinerzeit die Serie gesehen hat, ob man sie mochte oder nicht. So greift der Film lediglich den Schauplatz und die Grundidee der populären Krimireihe auf (jugendlich aussehende Cops arbeiten als verdeckte Ermittler). Sein Personal ist hingegen ein gänzlich anderes wie auch der Ton.

Bildergalerie: 21 Jump Street

Hill und sein Autorenkollege Michael Bacall wussten, dass sie die Serie nicht einfach 1-zu-1 übernehmen konnten. So wie man nicht einen Pop-Song aus den Achtzigern mal eben neu auf den Markt schmeißt, so muss man auch eine über zwanzig Jahre alte Vorlage erst einmal „entstauben“. Hill und Bacall taten dies mit großem Respekt vor dem Original, für das sie augenscheinlich fast schon Verehrung empfinden. Ihre Version der „21 Jump Street“ strahlt sodann die pure Freude am „Große-Jungs-Kino“ und manchmal sogar an herrlich banalen Albernheiten aus. Beides ist in seiner Wirkung ziemlich ansteckend und im Ton ein krasser Gegenentwurf zu der doch oftmals ernsten Stimmung der Serie.

Geblieben ist die Idee des Undercover-Einsatzes. Die beiden Officer Schmidt (Hill) und Jenko (Channing Tatum) bekommen von ihrem neuen Boss (Ice Cube) den Auftrag, an der örtlichen High School zu ermitteln. Dort sollen sie die Drahtzieher eines neuen Drogenrings aufspüren und die für ihre Verhaftung notwendigen Beweise liefern. Für das ungleiche Duo, das zu den eigenen High-School-Zeiten nicht viel miteinander zu tun hatte – Jenko war der Mädchenschwarm und Supersportler, Schmidt hingegen der typische Nerd –, beginnt damit eine seltsame Zeitreise. Denn die Teenager von heute sind ganz anders, als Schmidt und Jenko dies zuvor geglaubt haben. Vor allem lernen beide, dass sie sich den viel zu lange verdrängten Problemen ihrer eigenen Schulzeit nun endlich stellen müssen.

Damit ist zugleich auch das eigentliche Thema von „21 Jump Street“ umschrieben, der sich als Mischung aus verspäteter Coming-of-Age-Geschichte, Polizeifilm und High-School-Komödie präsentiert. Viel mehr als für die Handlung interessiert sich der Film jedoch für seine Figuren und ihre liebenswerten Macken. Dass Jonah Hill und der gerne auf die Rolle des Sexsymbols reduzierte Channing Tatum hierfür die Bestbesetzung sind, wird bereits nach wenigen Minuten klar. Souverän spielen sich die „Best Buddys“ die Bälle zu, was gerade bei den wunderbar überdrehten Slapstickeinlagen für regelmäßige Zwerchfallattacken sorgt. Eine Schiesserei verläuft in diesem Universum ebenfalls anders als gedacht – kleine Überraschungen inklusive.

Die Kreativität der Autoren, die sich im High-School-Universum der Jump Street nach Herzenslust austoben konnten, kennt – welch ein Glück – kein Pardon. Egal ob Schönling, Nerd oder Normalo, vor Hills und Tatums anarchistischem Ermittlerduo ist letztlich niemand sicher. Dabei unterscheidet sich der Film maßgeblich von der erfolgreichen, gelegentlich schon recht erwachsenen Serie. Der Mut, mit der Betonung der Comedyelemente einen neuen Weg zu beschreiten, ähnelt angesichts der ansonsten eher sklavischen Copy-and-Paste-Mentalität Hollywoods einer kleinen Revolution. Auf die bereits angedachte Fortsetzung und ein Wiedersehen mit Schmidt und Jenko können wir uns alle schon heute freuen.

Bildergalerie: 21 Jump Street
"21 Jump Street" in den Kölner Kinos
Die offizielle Homepage zum Film
"21 Jump Street" in unserem CineChannel

Über den Autor

Marcus Wessel lebt und arbeitet als freier Journalist in Köln. Seine große Leidenschaft gilt dem Kino, wobei er eine strikte Einteilung in Blockbuster und Arthaus ablehnt. Für ihn gibt es nur gute und schlechte Filme.
http://marcus-filmseite.blogspot.com/

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