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Reis und Strapse

1.700 Zuschauer bejubeln Premiere der "Rocky Horror Show"

Männer in Korsett und Strapsen, künstliches Leben und reichlich Rock'n'Roll: Das schaurig-schöne Bühnenstück "Rocky Horror Show" gastiert in Köln und feierte vor 1.700 begeisterten Zuschauern Premiere.

Es waren schon einige sonderbare Gestalten der Nacht, die sich am Mittwochabend im Zuschauerraum des Kölner Musicaldomes versammelt hatten. Gymnasiastinnen in gut gefüllten Spitzenkorsetts, Sekretärinnen im frivolen Dienstmädchen-Outfit und junge Männer, die sich mit knapp sitzenden goldenen Höschen ausreichend bekleidet fühlten.

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Ein besonderer Anlass hat sie zusammen geführt, die "Rocky Horror Show" gastiert in der Stadt, das Erfolgsmusical von Richard O'Brien. Seit der Premiere im Jahr 1973 haben rund 20 Millionen Menschen das Rockmärchen für Erwachsene erlebt, nun startet die Neuauflage in Köln zu einer großen Deutschlandtournee.

Lüstling verführt biederes Pärchen

Die "Rocky Horror Show" erzählt die Geschichte der biederen Verlobten Brad und Janet, die nach einer Autopanne im Schloss des bizarren Wissenschaftlers Frank'n'Furter stranden. Der außerirdische Lüstling will hier seinen muskelbepackten Traummann Rocky erschaffen, verführt aber nebenbei sowohl Brad als auch Janet. Als sich Frank'n'Furter durch seine Extravaganz den Zorn seiner außerirdischen Auftraggeber zuzieht, gerät auch das junge Paar in höchste Gefahr.

Das an die simplen Hollywood-B-Movies der 1950er Jahre angelehnte Stück wurde vor allem durch seine Verfilmung im Jahr 1975 zum Kult. Damals spielte neben Tim Curry als Frank'n'Furter und Rockstar Meatloaf als Eddie die spätere Oscar-Gewinnerin Susan Sarandon als Janet eine ihrer ersten Hauptrollen.

In Köln tut Regisseur Sam Buntrock gut daran, sich nicht an der legendären Verfilmung zu orientieren, sondern die ursprüngliche Bühnenfassung mit neuem Leben zu füllen. So ist das Bühnenbild karg, aber originell, das gut aufgelegte Ensemble übersichtlich. Der ehemalige Formel-1-Mechaniker Rob Morton Fowler glänzt als Frank'n'Furter. Dank ausgezeichneter Stimme, komödiantischem Talent und starker Bühnenpräsenz hat er keinerlei Probleme, neben dem legendären Curry in dessen Rolle als Frank'n'Furter zu bestehen. Stark auch Matt McKenna als stimmgewaltiger Diener Riff Raff und Sam Cassidy, der einen ungewöhnlich einfältigen Rocky gibt.

Publikum mischt mit

Das Ensemble ist in Großbritannien bestens ausgebildet und hat Erfahrungen auf der berühmten Musical-Meile am Londoner Westend gesammelt. Den einzigen deutschsprachigen Part des Erzählers übernimmt Sky Du Mont. Für den 64-Jährigen ist es die Musicalpremiere. "Mir gefällt an dieser Geschichte, dass sie so schräg ist", sagte Du Mont im dapd-Interview.

Allerdings ist bei der "Rocky Horror Show" das Publikum nicht nur wie die Hauptfiguren kostümiert, es spielt auch aktiv mit. Wenn Brad und Janet auf der Bühne durch den strömenden Regen irren, kommen im Publikum reichlich Wasserpistolen zum Einsatz, als Frank'n'Furter sich mit seiner Schöpfung vermählt, fliegen Reis und Konfetti und beim Erwachen Rockys sogar ganze Rollen Toilettenpapier durch den Saal. Entsprechendes Zubehör konnte vorher an der Garderobe gekauft werden.

Wie interaktiv das Publikum ist, bekam auch Du Mont zu spüren. So gehört es zur Tradition des Stücks, die Ausführungen des Erzählers mit dem Zwischenruf: "Boring (langweilig!)" zu stören. Du Mont konterte das mit der ihm eigenen Nonchalance, was ihn aber nicht davon abhielt, einen seiner wenigen Einsätze gewaltig zu verbocken. Schlimm war das aber nicht, im Gegenteil: Am Ende von knapp zwei sehr unterhaltsamen Stunden tanzten rund 1.700 Zuschauer ausgelassen mit dem Ensemble den "Time Warp", der Tanz, der Zeit und Raum aufhebt. Zumindest an diesem Abend hat das tatsächlich funktioniert.

Die "Rocky Horror Show" ist noch bis 10. Juli in Köln zu sehen. Danach gastiert das Stück noch bis Januar 2012 unter anderem in Hamburg, Frankfurt, Berlin und Wien. Überschattet wird die Tournee von Tod ihres Produzenten Michael Brenner, der am 21. Mai an den Folgen eines Verkehrsunfalls starb. Ihm ist auch das Stück gewidmet. (dapd, hl)

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