Ein Jahr Köln (16) - 20. März 2013

Was ist ein Einbruch in eine Bank gegen die Rettung einer Bank?

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Ein Jahr Köln mit Edgar Franzmann - Do liss de an der Ääd
Nach 44 Jahren als Journalist und Autor geht koeln.de-Chefredakteur Edgar Franzmann Anfang Dezember 2013 in Rente, Anlass für die Kolumne „Do liss de an der Ääd!". Ein Jahr lang, immer mittwochs, erzählt Franzmann über „sein“ umwerfendes Köln. Lesen Sie heute die 16. Folge.

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"Was ist ein Einbruch in eine Bank gegen die Gründung einer Bank?", fragte Bertolt Brecht schon 1928 in seiner "Dreigroschenoper". Dieser Satz gibt auch heute noch in jeder Aufführung einen Lacher. Dabei ist es bitterer Ernst, wie man spätestens seit der sogenannten "Zypern-Rettung" weiß. 

"Es ist das Merkmal einer Garantie, dass sie gilt", sagte Angela Merkels Regierungssprecher Steffen Seibert, um deutsche Sparer zu beruhigen, ihr Geld auf der Bank sei "garantiert" bis zur Summe von 100.000 Euro gesichert.

Dumm nur, dass das inzwischen niemand mehr glaubt. Die Einlagensicherung gilt an sich ja EU-weit, also auch in Zypern. Ließe man die dortigen Banken pleite gehen, wäre alles in Ordnung, jedenfalls für die Kleinsparer mit Kontoständen von unter 100.000 Euro. Aber es geht ja nicht darum, so lernt man, "Zypern" oder den Euro zu retten, sondern es geht ganz offensichtlich nur darum, vor allem die Banken und das Großkapital zu retten.

Seit 2008 läuft das jetzt so, inzwischen sind die Geretteten und ihre Helfershelfer von Finanzministern so dreist, sich sogar am Notgroschen der kleinen Leute zu vergreifen. 

Wo ist der Robin Hood gegen diese modernen Raubritter?

Ich fühle mich auch ganz persönlich betroffen. Ich gehe Ende November in Rente. Ich habe vierzig Jahre lang privat aus versteuertem Geld in eine Lebensversicherung einbezahlt, um damit meine gesetzliche Rente aufbessern zu können. 

Mit 65 habe ich eine weitere Lebenserwartung von knapp 20 Jahren, so lange sollte das Geld also reichen. Wenn man mir von meinen Ersparnissen über Nacht zehn Prozent wegnähme, hieße das nichts anderes, dass mir die Rente für volle zwei Jahre gestrichen würde.

Soll ich mich dann entsprechend zwei Jahre früher zum "sozialverträglichen Ableben" melden?

Es mag ja sein, dass in letzter Sekunde noch einmal zurückgerudert wird, weil sich die Zyprer selbst nicht mehr retten lassen wollen. Aber das Vertrauen bleibt verspielt. 

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Hat der neue Papst eigentlich auch schon etwas zur Euro-Krise gesagt? Er sieht sich ja als Fürsprecher der Armen, ich unterstelle, dass er damit nicht die meint, die erst durch die "Euro-Rettung" arm gespart werden.

Immerhin verdanke ich der Wahl von Franziskus eine sehr gute Flasche Rotwein "Châteauneuf-du-Pape". Die war das Gastgeschenk des erzbischöflichen Irmgardis-Gymnasiums, nachdem ich dort eine Diskussionsrunde mit Kölner Bundestagsabgeordneten moderiert hatte.

Es war eine muntere Debatte, die von allen sechs Kandidatinnen und Kandidaten fair geführt wurde. Dazu trugen natürlich auch die Schüler im Publikum bei, fast alle waren im Rahmen ihrer "Mottowoche" als Hippies verkleidet.

In diesem Sinne: "Peace" und "Make love not war."

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