Betrieb nur noch für wenige Wochen gesichert
Theater der Keller meldet Insolvenz an
„Wir sind ein Theater. Wir müssen spielen.“ Pia Maria Gehlen, Intendantin des Theaters der Keller, gibt sich kämpferisch. Doch wie es mit dem traditionsreichen Haus weiter geht, weiß sie nicht: Am Montag wurde beim Gericht die Insolvenz beantragt. Schon am selben Tag nahm der vorläufige Insolvenzverwalter seine Arbeit auf.
Ulrich Wackerhagen, Vorsitzender des Trägervereins, sah sich zu diesem Schritt genötigt, weil die Finanzierung des laufenden Betriebs nicht mehr gesichert ist. Grund dafür sei eine Förderung von nur 100.000 statt Anfang des Jahres zugesagter 150.000 Euro.
Man habe sich auf einen Antrag der rot-grünen Ratsmehrheit für einen „Feuerwehrfond“ verlassen, der für die nächsten drei Jahre jeweils 200.000 Euro vorsah. Der Großteil dafür sollte dem Theater der Keller zukommen. Nur aufgrund dieser Zusicherung habe man Anfang des Jahres Kredite aufnehmen können. Dies sei nötig gewesen, um Finanzierungslücken zu schließen, die durch die vorzeitige Auflösung des NRW-Landtags bedingt waren.
Der Theaterbeirat hat nun aber lediglich 100.000 Euro
bewilligt. Brigitta von Bülow, kulturpolitische Sprecherin der Grünen, fühlt
ihre Partei an diese Entscheidung gebunden. Zwar würde sie ein Aus für das
Theater bedauern, habe aber keine Lösung parat. Auch SPD-Fraktionschef Martin
Börschel fühlt sich an das "fachliche Votum" des Theaterbeirats gebunden und
bestreitet, dem Theater Anfang des Jahres 150.000 Euro Förderung zugesagt zu
haben: „Ich habe immer gesagt, dass es keine Lex Theater der Keller geben wird.“
Wackerhagen warf der Politik vor, sich hinter dem Theaterbeirat zu verstecken. Außerdem beklagte er, dass dessen Entscheidungen nicht begründet würden, man also auch nicht dagegen argumentieren könne. Er forderte, ähnlich behandelt zu werden wie das Theater im Bauturm und das Freie Werkstatt-Theater, die jeweils mit 190.000 Euro unterstützt würden, oder die Comedia, die über 300.000 Euro erhalte.
Schließlich habe man das Kulturamt monatlich über die Finanzlage informiert. Deshalb sei es unverständlich, wie man dort der Meinung sei, das Theater könne mit 100.000 Euro auskommen. So brauche man allein 35.000 Euro, um das Haus den aktuellen Brandschutzvorschriften anzupassen. Geschehe dies nicht, müsse das Theater geschlossen werden – „Insolvenz hin oder her“.
Betroffen von einer Schließung sei dann auch die Schauspielschule am Theater der Keller, die einzige in Deutschland, die direkt an einem Theater angesiedelt sei und so den Schülern direkte Auftritte ermögliche. Nun hofft man, dass sich auf der Ratssitzung Anfang November eine Mehrheit zur Unterstützung des Theaters der Keller findet. Und Wackerhausen baut auf den Insolvenzverwalter: Der sei bekannt dafür, dass er sich für eine Fortsetzung der von ihm betreuten Unternehmen einsetze. (Text und Foto: Jürgen Schön)
(Erstellt am 9. Oktober 2012 - 16:30 Uhr; aktualisiert 10. Oktober 2012 - 9:26 Uhr)
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Kommentare
Sinnfreie Sätze wie
Sinnfreie Sätze wie dieser:
"(Das Theater Der Keller) forderte, ähnlich behandelt zu werden das Theater der Keller und das Freie Werkstatt-Thater, die jeweils mit 190.000 Euro unterstützt würden, oder die Comedia, die über 300.000 Euro erhalte"
lassen einen schon ziemlich ratlos zurück.





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