46 Mal bis Karnevalsdienstag

Stunksitzung baut Kardinal Meisner neues Gotteshaus

Von Jürgen Schön

Eine schlechte Wohnung färbt auf den Bewohner ab. Führt zum Beispiel zu Homosexuellen-Hass. Da hilft nur eine gründliche Renovierung. Wer könnte das besser als RTL-Dekoratöse Tine Wittler. Also reißt sie den Kölner Dom ab – und präsentiert dem gerührten Kardinal Meisner ein neues Heim – die Moschee. Einer von vielen Sketchen, mit dem die Stunksitzung am Donnerstag ihre Session eröffnete. 

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Sitzungspräsidentin Biggi Wanninger führte gewohnt und gekonnt mit aktuellen Spitzen durch das Programm. Sie ließ sich wieder als Trude Herr feiern – „keine 135 Kilogramm Speck, sondern nur erotische Nutzfläche“ – und gab auch als Schwergewicht Rainer Calmund ihr Bestes.

Die Themen waren breit gespannt: Flintenweib Merkel gegen die drei Jungs von der Ponderosa-Ranch, die Aktenschredderei beim Verfassungsschutz, die Alterspflege durch Roboter, Chemie im Essen, die Eroberung des Karnevals durch die Frauen – als Tussy Riot mischen sie auch Ostheim auf. Die roten Funken fliegen zum Mars, die Ultra-Fans werden von der wilden zur milden Horde, die Fahrpläne der KVB erinnern an „Warten auf Godot“. Der Nahostkonflikt wird in einem Kinderbuch erklärt. Tom Simon darf einen Strip hinlegen, Ozan Akhan falsches Deo besingen und betanzen.

Der Streit um die religiöse Beschneidung wurde am Weiberfastnachtsbrauch des Krawattenabschneidens durchdekliniert: traditioneller religiöser Ritus oder „idiotische Scheiße über Jahrhunderte“?. Schließlich soll ja eine beschnitte Krawatte auch hygienischer sein. Nicht nur beim Essen (weil sie nicht mehr in die Suppe hängen kann), sondern auch beim Sex.

Die entlassenen Schlecker-Frauen bringen – gemäß dem Wunsch von Bundesministerin von der Leyen – als „berufsfremde“ Erzieherinnen frischen Wind in die U3-Kita-Betreuung. Die heißt hier in alter Tradition „U 2,99“. Wer Einzelhandel kann, kann schließlich auch Einzelkinder – und streng nach der Regalpädagogik herrscht bei den „Schleckermäulchen“ Ruhe im Karton.

"Domina mit rotem Haar"

Mitreißend die Büttenrede von Didi Jünnemann, der sich als Masochist outet und damit beim Kölner Sitzungskarneval und der „Domina mit rotem Haar“ voll auf seine Kosten kommt. Da brauchte es keinen Tusch, um dem Publikum die Pointen anzuzeigen. Nicht zu vergessen die schmissig verkölschten Coverversionen von „Köbes Underground“ um Ecki Pieper, der vor allem im Duo als „Bürste in der Autowaschanlage“ brillierte.

Im aktuellen Programm fehlen allerdings die ganz herausragenden Nummern, es plätschert etwas auf hohem Unterhaltungsniveau dahin. Auch die traditionelle Schlussrevue ist ein kleines Manko. Und weil auch noch die erste Hälfte insgesamt stärker war , fiel der Premierenapplaus nicht so lange aus wie gewohnt. (js)

In ihrer 28. Session bieten die Stunker bis zum Karnevalsdienstag insgesamt 46 Vorstellungen im E-Werk an. Offiziell sind alle ausverkauft. Rest- oder Tauschkarten gibt werden angeboten unter http://www.stunksitzung.de/stunksitzung-kartenboerse.html

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Bildergalerie RTL-Dekoratöse Tine Wittler reißt den Kölner Dom ab und präsentiert dem gerührten Kardinal Meisner ein neues Heim – die Moschee. Das ist einer der vielen Sketche aus dem neuen Programm der Kölner Stunksitzung.
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